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Background

Architektur – Funktion und Emotion

Das KONZERTHAUS DORTMUND wurde im September 2002 feierlich eröffnet. Dem ging eine mehrjährige Planungs- und Bauzeit voraus. Am 01. Februar 1999 wurde das alte Universum-Kino auf dem Baugrund abgerissen. Eine Studie hatte zwei Jahre zuvor bescheinigt, dass sich ein Konzerthaus von internationalem Rang nur mit einem Neubau realisieren lässt. Im August 2000 wurde mit dem Bau begonnen, Mitte Oktober 2000 konnte bereits die Grundsteinlegung gefeiert werden.
Der Baukörper selbst besteht aus zwei Teilen: einem rechteckigen, inneren mit dem Konzertsaal im Zentrum und einem kleinen Foyerbereich, der im Erdgeschoss die Gastronomie beheimatet. Die Außenhülle ist in Stahlbeton gegossen und zeigt zu den Foyers hin eine raue, dunkle Textur. Im Inneren des Saales dominieren edle Materialien, helle Wände und dunkle Sitzbezüge. Nach den Vorgaben der Akustiker, deren Wort in allen Detailfragen oberste Priorität hatte, sind die 1550 Zuschauer auf vier Bereiche verteilt: 800 Personen finden im ansteigenden Parkett Platz, die übrigen auf den drei Rängen, die mit jeweils zwei Sitzreihen über beide Längsseiten bis zur Stirnwand laufen. Die beiden oberen Ränge bilden an der Rückwand große Balkone aus.
Für beste akustische Bedingungen sorgen unter anderem das Ahornparkett und die gerundeten Gipselemente an den Wänden, die dem großen und doch intim wirkenden Raum einen sanften Wellenrhythmus verleihen. Durch einen Vorhang kann der Saal in seiner Mitte geteilt und so bei intimeren Anlässen wie etwa Kammerkonzerten auf 900 Plätze verkleinert werden. Durch die Lichtregie kann die Farbigkeit des Saales der jeweiligen Stimmung angepasst werden. An der Stirnseite über dem Podium, das sich per Hubvorrichtungen hydraulisch verstellen lässt, erhebt sich die große Konzertorgel, ein Projekt der international tätigen Firma Klais.

Die Gestaltung der Erdgeschosszone ganz aus Glas erweist sich als geschicktes Mittel, das Haus in den Stadtraum einzubinden. Animiert doch die Transparenz der Außenhaut zum Blick ins Innere und erstickt gleich im Keim mögliche Berührungsängste gegenüber der »Hochkultur«. Das große Foyer des Hauses, das sich unterhalb des schräg ansteigenden Konzertsaals über dessen ganze Breite erstreckt, öffnet sich zur Kreuzung Brückstraße/Ludwigstraße hin.
Der obere geschlossene Fassadenteil wird durch Leuchtröhren hinter einer Glashaut belebt, die computergesteuert in verschiedenen Farben changieren. Dieses Farbspiel verleiht dem Bau eine faszinierende Leichtigkeit und Beschwingtheit. Und so kann das Konzerthaus schon durch die wechselnde Farbigkeit seiner Glasfassade mit Passanten und Flaneuren in Kontakt treten und je nach Tageszeit, Wetter und Konzertprogramm verschiedene Stimmungen vermitteln.
Der hervorragenden Akustik des Hauses trägt auch das Logo des KONZERTHAUS DORTMUND Rechnung. Das »Wappentier« der Philharmonie für Westfalen ist ein geflügeltes Nashorn. Da liegt natürlich die Frage nahe, was ein Rhinoceros mit einem Konzertsaal zu tun hat: Ganz am Anfang standen zwei Ideen hinter dieser charmanten Figur. Erstens: Obwohl das Nashorn ein recht bodenständiges Tier ist, hat es doch ein sehr feines Gehör. Deshalb ist es das ideale Konzerthaus-Wappentier.
Zweitens: Das geflügelte Nashorn soll, dem Pegasus gleich, beflügeln, zu immer neuen gedanklichen Höhenflügen anregen. So soll der Geist der Konzertbesucher, »sull’ali dorate«, auf den Schwingen des Nashorns immer ungehinderten Zugang zur Kunst haben!

IMPRESSIONEN

Der Konzertsaal
Strahlend weiß, in warmes Licht getaucht und wie unter einem nächtlichen Sternenhimmel ist er gelegen.

Akustik – Dem Ideal auf der Spur

Nach dem Vorbild des Wiener Musikvereins folgt auch das KONZERTHAUS DORTMUND in seiner Grundform der eines schlichten Rechtecks. »Der große Konzertsaal im ersten Stock des Hauses erinnert an eine Muschel, die die Musik wie eine Kostbarkeit hütet.« So die Idee der Architekten Schröder Schulte-Ladbeck.
Über einen Platz unter den ersten Konzertsälen der Welt entscheidet vor allem die Akustik. Der Saal im KONZERTHAUS DORTMUND wurde aus diesem Grund von seinem Klangraum her konzipiert. Während im großen Wiener Saal Putten und Atlanten an den Wänden den Schall reflektieren, sorgen im KONZERTHAUS

DORTMUND gerundete Gipselemente mit kunstvollen Kastenfriesen für eine optimale Akustik. Mit etwa zwei Sekunden verfügt der Konzertsaal über eine für klassische Musik geradezu ideale Nachhallzeit.
Störungen von außen werden durch 40 cm dicke Betonwände, dem Tresor einer Großbank ähnlich, nahezu unmöglich gemacht. Klima- und Haustechnik arbeiten nur mit einem minimalen Geräuschpegel im Raum, weit unter dem anderer Säle. So entwickelt die Musik eine maximale Dynamik – das Publikum erlebt eine Sinfonie oder ein Klavierkonzert plastisch und intensiv.