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Pop-Abo

Als erstes und bislang nach wie vor einziges klassisches Konzerthaus bietet das KONZERTHAUS DORTMUND dem Pop schon seit der Saison 2006|07 eine Bühne. Und das nicht nur in Form von Einzelkonzerten, sondern auch im Abo – ganz klassisch wie beim Sinfoniekonzert. Popmusik in akustischer Manier in den Betrieb eines klassischen Konzerthauses einzubinden, zeugt von der hohen Wertschätzung gegenüber »Qualitäts-Pop«. Dabei scheint die Ansprache eines jüngeren, nicht zwingend klassikaffinen Publikums zu funktionieren.

Grandiose Konzerterlebnisse der ersten Jahre bleiben in Erinnerung: Polarkreis 18, mit für damalige Verhältnisse sensationellen 700 Zuschauern, überzeugten durch ihr besonderes Engagement, der anspruchsvollen Vorgabe »unplugged« gerecht zu werden: Der extravagante Sound eines Akku-Schraubers fand Eingang in die Instrumentierung – er war unplugged. Kein halbes Jahr später gelang Polarkreis 18 mit ›Allein allein‹ der große Durchbruch und der Konzertsaal wäre nun wohl zu klein für die Band gewesen. Den deutschen Pop prägende Bands wie Blumfeld und Kinderzimmer Productions nutzten die Reihe und das besondere Ambiente, um ihre letzten Shows vor der Auflösung zu geben. Der Mitschnit »Over And Out – Live aus dem KONZERTHAUS DORTMUND« von Kinderzimmer Productions erschien als limitierte Vinyl-Auflage und ist ein würdiges Souvenir.

In der Saison 2009|10 konnten Kettcar, die den unvergesslichen Abend des 07. November 2009 ebenfalls aufgenommen haben, das mitgeschnittene Material leider nicht benutzen. »Jeder, der dabei war, weiß warum«, hieß es einige Tage später auf der bandeigenen Homepage. Nach Rückfrage klärte man auf: »Wir haben zu schlecht gespielt – die Stimmung war einfach zu geil!«

Hatte man in der Anfangszeit eher Bands zu Gast, die ihr normales Bühnenprogramm für die Akustikreihe umarrangierten, liegt der Fokus inzwischen stärker auf dem Mann oder der Frau an der Gitarre. Singer-Songwriter von Skandinavien bis aus den USA finden den Weg ins Konzerthaus, um ihren Akustik-Pop dem erwartungsfrohen Publikum zu präsentieren. 

Auch in der Saison 2013|14 reicht die Bandbreite von Singer-Songwritern wie Iron & Wine und James Vincent McMorrow bis zur dänischen Band Lukas Graham, die ganz ohne Gitarre, dafür aber mit einem Bassisten kommt, der den Funk gefressen hat, mit einem überagilen Drummer, einem Harmonie-schmelzenden Mann an den Tasten und einem Sänger, der auf der Bühne nicht nur singt, sondern sich schier die Brust aufreißt. Auch auf ein Wiedersehen kann man sich freuen: Nach ihrem grandiosen Konzert Anfang letzten Jahres kommt Agnes Obel zurück ins Konzerthaus, ganz sicher mit neuen Songs.

Zum Abschluss der Pop-Saison entführt dann - als Sonderkonzert - der Isländer Ólafur Arnalds in den Grenzbereich von Klassik und Pop und verzaubert mit schwerelosen Klängen. Mit der Verpflichtung dieser Acts unterstreicht das KONZERTHAUS DORTMUND seinen Anspruch, auch in der Popmusik eine »Spürnase« zu besitzen. Alle miteinander sind längst zu Lieblingen der großen Feuilletons avanciert und stehen an einer Stelle, die früher ausnahmslos der Hochkultur vorbehalten war. Dem Konzerthaus soll diese Entwicklung, die guten Pop und Puccini gleichermaßen schätzt, nur Recht sein.

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Akustik-Pop im Konzerthaus steht seit nunmehr fünf Jahren fest auf dem Spielplan.