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Expedition Salonen

Eine Expedition in die Welt der Musik, eine Expedition zu besonderen Projekten, eine Expedition mit dem Dirigenten und Komponisten Esa-Pekka Salonen als »Reiseleiter« – das soll die dreijährige Residenz des umtriebigen Finnen in Dortmund sein. Seit Beginn der Saison 2010|11 kann man Esa-Pekka Salonen bei seinen musikalischen Erkundungen begleiten, die im September 2010 gleich mit einer drei Konzerte umfassenden Zeitinsel begannen, deren unbestrittener Höhepunkt die halbszenische Aufführung von Wagners großem Liebesdrama »Tristan und Isolde« in der Inszenierung von Peter Sellars mit den Videos von Bill Viola war.

In vielen Gesprächen hat Esa-Pekka Salonen mit Intendant Benedikt Stampa ein Programm für seine dreijährige Expedition entworfen, das er selbst als »fantastisch und inspirierend« beschreibt. Der in Finnland geborene Dirigent, Komponist und Weltbürger Esa-Pekka Salonen, der siebzehn Jahre lang an der Spitze des Los Angeles Philharmonic stand und von der kalifornischen Megalopolis aus neue, revolutionäre Konzertformen in die Welt entsandte, der seit 2008 als Dirigent des klangprächtigen Philharmonia Orchestra in London wirkt, strebt auch in Dortmund nach neuen Konzepten und Formen. »Klassische Musik profitiert von den wechselseitigen Beziehungen der Künste untereinander«, lautet Salonens Überzeugung und so folg(t)en auf den phänomenalen »Tristan« weitere spannende Projekte, die Hören und Sehen in neue Relationen setzen. So sorgte die Multimedia-Ausstellung re-rite, die 2011 für vier Wochen im Dortmunder U zu sehen war, weit über Dortmund hinaus für Aufsehen.

In fünf Konzerten, über die Saison 2012|13 verteilt (seine letzte als Exklusivkünstler nach drei ausgefüllten Jahren), tritt er in persona oder vertreten durch seine eigenen Werke auf.

Im Mittelpunkt stehen er und das Philharmonia Orchestra bei der Zeitinsel Alban Berg Ende Oktober. Hatte sich Salonen im letzten Jahr mit Béla Bartók und dessen Operneinakter »Herzog Blaubarts Burg« einem Klassiker der Moderne zugewandt, so ist es also nun Berg mit »Wozzeck« – die vielleicht wichtigste Oper der im Uraufführungsjahr 1925 noch ziemlich jungen Neuen Musik – und sein Requiem in Gestalt des Violinkonzertes »Dem Andenken eines Engels«.

Als originell und zu Witzen aufgelegt zeigt sich Salonen stets in der Findung seiner Werktitel, doch hinter Namen wie »Floof« oder »Foreign Bodies« verbergen sich regelmäßig geradezu höllisch schwere Stücke, die nur von Ausnahmekünstlern adäquat gestaltet werden können. Zwei solche sind die ehemaligen »Jungen Wilden« Patricia Kopatchinskaja und Pekka Kuusisto, die diesen Titel ohne jeden Zweifel verdientermaßen führten und sich nun mit Lilli Maijala dem Cellisten Pieter Wispelwey zum Streichquartett quartet-lab formiert haben. Dessen erster Auftritt führt sie ins KONZERTHAUS DORTMUND, wo sie Salonens Streichquartett »Homunculus« aufführen werden.

Einen angemessen Abschluss findet die Exklusivkünstlerzeit Salonens dann mit einem Filmmusik-Abend, denn was liegt näher bei einem Dirigenten, der über Jahre in Los Angeles und in der Walt Disney Concert Hall gewirkt hat? Neben »Star Wars« stehen die Filmmusiken zu »Robin Hood« sowie zu den Hitchcock-Klassikern »Psycho« und »Vertigo« auf dem Programm. Ein futuristisches Riesenwerk von Edgar Varèse, »Amériques«, schließt die Programmfolge ab, die zwischen den Polen Breitwandsound und experimenteller Avantgarde ein Bild von amerikanischer Musik im 20. Jahrhundert vermittelt.

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Expedition Salonen
Über drei Jahre hinweg bringt der Finne als Dirigent, Komponist und Ideengeber außergewöhnliche Projekte ins Konzerthaus.