
Zeitinseln
Manchmal ist ein Konzert einfach nicht genug. Gewisse Themen, Komponisten oder Interpreten verdienen, dass man sich etwas mehr Zeit nimmt, um sich ausgiebig mit ihnen zu befassen. Diesem Gedanken tragen die »Zeitinseln« am KONZERTHAUS DORTMUND Rechnung.
Diese musikalischen Inseln bieten zwei bis drei Mal pro Saison Zeit und Raum, um tiefer in ein Thema vorzudringen, auch komplexe Musik wirken zu lassen und ein Œuvre umfassend zu würdigen.
Bisherige Zeitinseln widmeten beispielsweise den Komponisten Hans Werner Henze, Jean Sibelius, Fazil Say, Béla Bartók sowie Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin ausgiebige Retrospektiven. Weitere Minifestivals stellten Interpreten wie Marc Minkowski, das Mariinsky-Theater St. Petersburg, Thomas Hengelbrock, Cecilia Bartoli oder Esa-Pekka Salonen in den Fokus und beleuchteten ihre Vielseitigkeit.
Die beiden Zeitinseln der Saison 2012|13 beschäftigen sich mit dem Komponisten Alban Berg und der Sitarspielerin Anoushka Shankar.
Mit Alban Berg steht nach Dmitri Schostakowitsch, György Ligeti oder Olivier Messiaen ein weiterer bedeutender Komponist des 20. Jahrhunderts im Fokus, der eine Schlüsselposition am Übergang von Spätromantik zu Moderne besetzt. Und obwohl er als sogenannter »atonaler« Neutöner und Bürgerschreck durchaus mit seinem Lehrer Schönberg und seinem Freund und Mitschüler Anton Webern mithalten konnte, hatte Berg hatte zuletzt das, woran es den anderen mangelte: Erfolg beim Publikum.
Bei der Zeitinsel Alban Berg kommen seine wesentlichen Werke zur Aufführung, gepaart mit Schöpfungen nahestehender Komponisten: der hochverehrte Mahler, Freund Webern, Lehrer Schönberg natürlich und Schubert. Das Philharmonia Orchestra aus London, das als Klangkörper für neue Musik hochgerühmte SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, die Chöre der Chorakademie am KONZERTHAUS DORTMUND, das Kölner Minguet Quartett, die Sopranistin Christianne Stotijn und viele andere mehr sind die Interpreten – allen voran der Dortmunder Exklusivkünstler Esa-Pekka Salonen.
Die Sitarspielerin Anoushka Shankar wird mit musikalischen Weggefährten die zweite Zeitinsel bestreiten. Als moderne junge Frau – selbstbewusst, präzise, schnell, systematisch – ist Anoushka Shankar bestens in der Lage, auf das kulturelle Erbe ihres Landes aufmerksam zu machen, sie ist ein lebendiges Bindeglied zwischen indischer Tradition und westlicher Moderne: Als Tochter des berühmte Sitar-Virtuosen Ravi Shankar erhielt sie die beste denkbare Ausbildung und vertiefte sich in die traditionelle indische Musik. Doch erst, als sie sich in der klassischen Musik Indiens fest etabliert hat, konnte sie mit einer schöpferischen Mischung indischer und abendländischer Musikstile zu experimentieren beginnen. Den eigenwilligen Weg Anoushka Shankars zeichnet die Zeitinsel Anoushka Project an vier Abenden nach. Sie zeigt die Summe ihrer bisherigen musikalischen Aktivitäten, jeder Abend hat eine eigene Richtung, die die Musikerin in ihren Moderationen erläutert.





