Konzertinfos
So. 24.05.2009, 18:00 Uhr
Veranstalter:
Die Veranstaltung fand bereits statt.
Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam
Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam
Das Concertgebouworchester entwickelte sich nach seiner Gründung im Jahre 1888 rasch zu einem der besten Orchester Europas. »Wirklich prachtvoll, voll Jugendfrische und Begeisterung«, so lautete das Urteil von Richard Strauss im Jahre 1897. Seit 1988 darf das Orchester den Titel »Königliches Orchester« führen. Es blickt auf rund 1.100 Platten-, CD- und DVD-Aufnahmen zurück, von denen mehrere international ausgezeichnet wurden.
Das KCO gilt weltweit als eines der führenden Symphonieorchester. Aufeinander folgende Musikergenerationen haben zu der Entwicklung des spezifischen Charakters des Orchesters beigetragen. Die langfristige Zusammenarbeit mit jedem der insgesamt nur sechs Chefdirigenten und die einzigartige Akustik im Konzertgebäude haben ebenfalls eine große Rolle gespielt.
Mit seinen »samtenen« Streichern, dem »goldenen« Klang der Blechbläser sowie dem besonderen, individuellen Timbre der Holzbläser hat sich das Orchester im internationalen Rahmen eine herausragende Position erobert. Die Musiker sind dabei die Hüter der Musizierkultur, die dem Orchester seinen einzigartigen Klang und seine Flexibilität verleiht. Das Königliche Concertgebouworchester besteht aus 120 Virtuosen, die ihr Können auf höchstem Niveau in Einklang bringen.
In den fünfzig Jahren, in denen Willem Mengelberg den Taktstock schwang, wurde das Concertgebouworchester des öfteren von verschiedenen Komponisten dirigiert, so etwa von Richard Strauss, Gustav Mahler, Claude Debussy und Igor Stravinsky. Größen wie Sergej Rachmaninov, Béla Bartók und Sergej Prokofjev traten als Solisten ihrer eigenen Werke auf. Dieses äußerst wichtige Band mit Komponisten der jeweiligen Zeit wurde später unter anderem mit Bruno Maderna, Peter Schat, Luciano Berio, Hans Werner Henze und John Adams weiter geknüpft und ist noch heute Bestandteil der Orchesterpolitik.
Das Orchester ist mit seinen Interpretationen des spätromantischen Repertoires zu Weltruhm gelangt. Die Mahler-Tradition, die ihre Wurzeln in den unzähligen Aufführungen hat, die Mahler selbst dirigierte, erlebte zwei Höhepunkte bei den Mahler-Festspielen 1920 und 1995. Bernard Haitink beeindruckte mit seinen integralen Aufnahmen der Mahler-Symphonien und den Weihnachtsmatineen.
Auch Bruckner ist aus dem Repertoire des Orchesters nicht mehr wegzudenken. Insbesondere Eduard van Beinum war es, der nach dem Krieg die Symphonien von Bruckner zu Gehör brachte. Darüber hinaus verstärkte er die Position französischer Musik im Repertoire.
Riccardo Chailly hat der Interpretation moderner Musik und Opern mit seinen Aufführungen im Konzertsaal und seinen CD-Aufnahmen neue Impulse verliehen. Auch seine Mahler-Interpretationen werden weit und breit gerühmt.
Mit Mariss Jansons wurde in 2004 ein neues Stadium eingeläutet, wobei die Aufmerksamkeit weiterhin Komponisten wie Mahler, Bruckner und Richard Strauss gilt, aber auch bedeutende Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts, wie Schostakowitsch und Messiaen. In seinen ersten beiden Spielzeiten als Chefdirigent reichte sein Repertoire von Haydn über Mozart bis zu zeitgenössischen niederländischen Werken und einer Auftragskomposition von Henze..
Das Concertgebouworchester hat mit vielen weltberühmten Gastdirigenten zusammengearbeitet, die alle ihren Beitrag zum Repertoire geliefert haben. Unter ihnen waren namhafte Künstler wie Arthur Nikisch, Karl Muck, Bruno Walter, Otto Klemperer, Rafael Kubelik, Pierre Monteux, Eugen Jochum, Karl Böhm, Herbert von Karajan, Georg Solti, George Szell, Carlos Kleiber, Leonard Bernstein, Colin Davis, Kurt Sanderling, Kirill Kondrashin, Carlo Maria Giulini, Kurt Masur, Lorin Maazel , Zubin Mehta und der Ehrengastdirigent Nikolaus Harnoncourt.
Das Concertgebouw (dt.: Konzertgebäude) ist wegen seiner wundervollen Akustik weltberühmt. Es wurde nach einem Entwurf des Architekten A.L. van Gendt erbaut und am 11. April 1888 festlich eingeweiht. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde es umfassend renoviert. Mittlerweile ist das Concertgebouw das niederländische Zentrum der klassischen Musik schlechthin.
Gustavo Dudamel
Gustavo Dudamels Saison 2007/08 begann offiziell mit seinem ersten Konzert als Chefdirigent der Göteborger Symphoniker. Im September 2007 kehrte er für sein Debüt mit den Wiener Philharmonikern und dem Klaviersolisten Daniel Barenboim zum »Lucerne Festival« zurück, und später in er Saison debütiert er mit den New Yorker Philharmonikern, den Berliner Philharmonikern und der Staatskapelle Berlin. Im August 2007 gingen Dudamel und das Simón Bolívar Jugendorchester auf Europa-Tour und absolvierten Auftritten beim »Edinburgh Festival« und den »BBC Proms« in Großbritannien und an fünf deutschen Auftrittsorten wie »Schleswig Holstein Festival«, Gewandhaus Leipzig, Semperoper Dresden, »Internationales Beethovenfest Bonn« sowie an der Alten Oper in Frankfurt. Im Oktober folgte eine US-Tour mit Auftritten in Los Angeles, San Francisco, Boston und in der New Yorker Carnegie Hall. Gustavo Dudamel arbeitete mit dem Los Angeles Philharmonic und dem Israel Philharmonic Orchestra und dirigierte das Gewandhausorchester Leipzig und das Orchestre Philharmonique de Radio France. Dudamel debütiert in dieser Saison außerdem mit dem San Francisco Symphony Orchestra und kehrt zum Philharmonia Orchestra in London im Juni 2008 zurück. Weitere Höhepunkte sind ein Auftritt an der Staatsoper Berlin mit »La Bohème« und eine Rückkehr an die Mailänder Scala, ebenso mit »La Bohème«, sowie Konzerte mit Madrids Orquestra Nacional de España, dem Orchestra Filarmonica della Scala und dem Orquestra Sinfonica dell’Accademia di Santa Cecilia in Italien.
In der Saison 2006/07 debütierte Dudamel unter anderem mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino. der Tschechischen Philharmonie, dem Chicago Symphony Orchestra und den Wiener Symphonikern. In dieser Saison trat er auch zum ersten Mal beim »Lucerne Festival« auf, wo sein Auftritt mit dem Simón Bolívar Jugendorchester „nie gesehene“ Beifallsstürme im KKL, dem Konzertsaal des Festivals, hervorrief. Zusätzliche Engagements umfassten Auftritte mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, den Bamberger Symphonikern, Londons Philharmonia Orchestra und den Göteborger Symphonikern. Seit 2005 ist Gustavo Dudamel Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon. Seine Debütaufnahme, Beethovens Sinfonien Nr. 5 und Nr. 7 mit dem Simón Bolívar Jugendorchester, wurde weltweit im September 2006 veröffentlicht und wurde 2007 mit dem »Echo« in der Kategorie »Bester Nachwuchskünstler Dirigat« ausgezeichnet. Seine zweite Aufnahme mit diesem Orchester, Mahlers Sinfonie Nr. 5, wurde im Mai 2007 veröffentlicht. Die Nachricht von Gustavo Dudamels Talent verbreitete sich weltweit nach seinem Triumph beim Bamberger Symphoniker Gustav Mahler Dirigentenwettbewerb im Mai 2004. Er wurde 1981 in Barquisimeto in Venezuela geboren und studierte Violine am Jacinto Lara Konservatorium bei José Luis Jiménez und später bei José Francisco del Castillo an der Lateinamerikanischen Akademie für Violine. 1996 begann er bei Rodolfo Saglimbeni mit seinem Dirigentenstudium und wurde im gleichen Jahr Musikdirektor des Amadeus Kammerorchester. 1999 übernahm er die Position des Musikdirektors des Simón Bolívar Jugendorchesters und begann bei José Antonio Abreu, dem Gründer des Orchesters, zu studieren. Im Mai 2007 wurde Dudamel mit dem »Premio de la Latinidad« der lateinischen Union ausgezeichnet, einer Ehre, die für herausragende Beiträge zum kulturellen Leben vergeben wird.
Jean-Yves Thibaudet
In Europa gastiert Jean-Yves Thibaudet regelmäßig beim Gewandhausorchester Leipzig, WDR Sinfonieorchester Köln, Münchener Philharmoniker, Bilbao Symphony, BBC Symphony und Orchestre National de Lyon. Soloabende führen ihn zum »Beijing Music Festival« und »Macau International Festival« sowie nach Pamplona, Vigo, Stuttgart, Köln und Dortmund.
Im April 2009 steht eine Tournee mit dem Orchestre de la Suisse Romande unter Marek Janowski an, bei der Thibaudet in Genf, Köln, Aachen, Frankfurt, Berlin, Wiesbaden, São Paolo, Rio de Janeiro und Buenos Aires mit Klavierkonzerten von Ravel und Liszt zu hören sein wird. Des Weiteren sind Tourneen mit dem Concertgebouw Orchestra und dem Royal Scottish National Orchestra geplant. Rezitale führen ihn dieses Jahr unter anderem nach Dublin, Madrid, Wien, Köln sowie zum »Lucerne Festival«.
Jean-Yves Thibaudet ist ein vielseitiger Musiker, der in allen Sparten zu Hause ist. Als geschätzter Begleiter erscheint er gegenwärtig mit Renée Fleming, Cecilia Bartoli und Angelika Kirchschlager, Yuri Bashmet und dem Rossetti String Quartet.
Mit vielen internationalen Preisen und einer Grammy-Nominierung ausgezeichnet, steht Jean-Yves Thibaudet bei Decca/London unter Exklusivvertrag. Inzwischen hat er mehr als 30 CD-Aufnahmen veröffentlicht. Seine wichtigste Veröffentlichung ist die 5er-CD-Box »Satie: das komplette Klavierwerk« (2003 ausgezeichnet mit dem »Choc de la Musique«). Er macht erfolgreiche Ausflüge in den Jazz u. a. mit »Reflections on Duke: Jean-Yves Thibaudet plays the music of Duke Ellington« und »Conversations with Bill Evans« (Echo 1998). Eine weitere CD Veröffentlichung von diesem ist die Strauss-»Burleske«mit dem Gewandhausorchester und Herbert Blomstedt. Auf seine Veröffentlichung »Aria – Opera without words« mit Opernparaphrasen verschiedener Epochen (Februar 2007) folgte im Herbst desselben Jahres eine »Grammy«-nominierte Aufnahme mit den Klavierkonzerten Nr. 2 & Nr. 5 von Camille Saint-Saëns.
Auch außerhalb des Konzertlebens ist man auf Jean-Yves Thibaudet aufmerksam geworden. Im November 2004 übernahm er das Präsidenten-Amt des renommierten Hospice de Baune, eine jährliche Wohltätigkeitsveranstaltung im Burgund. 2001 wirkte er bei der Filmmusik zum Film »Die Windsbraut« von Bruce Beresford über Alma Mahler mit. Er war auch 2000 in PBS/Smithsonian spezial »Grand Piano!« zu sehen, einem Fernsehauftritt gefördert durch Billy Joel anlässlich des 300ten Geburtstags des Klavieres. Seine Konzertkleidung ist entworfen von der gefeierten Londoner Designerin Vivienne Westwood.
Jean-Yves Thibaudet war zudem Solist in der Filmmusik zu »Abbitte«, die mit dem Oscar und dem Golden Globe ausgezeichnet wurde, sowie in der oscar-nominierten Musik zu »Stolz und Vorurteil«.
Jean-Yves Thibaudet stammt von deutsch-französischen Eltern ab und wurde in Lyon geboren, wo er mit fünf Jahren den ersten Klavierunterricht erhielt und mit sieben seinen ersten öffentlichen Auftritt absolvierte. Seine wichtigsten Lehrer waren Lucette Descaves, eine Freundin und Mitarbeiterin von Ravel, und Aldo Ciccolini, bei dem er mit zwölf Jahren am Pariser Konservatorium zu studieren begann. Ciccolini übte nicht nur großen musikalischen Einfluß auf ihn aus, sondern unterstützte den jungen Pianisten auch nach Kräften. Mit fünfzehn gewann Jean-Yves Thibaudet den »Premier Prix du Conservatoire« und drei Jahre später die »Young Concert Artists Auditions« (New York). 2001 wurde Jean-Yves Thibaudet von Frankreich mit dem »Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres« ausgezeichnet sowie 2002 mit dem »Premio Pegasus« des »Spoleto Festivals«.
Jean-Yves Thibaudet lebt in Paris und Los Angeles.
Carlos Chávez
Sinfonie Nr. 2 »Sinfonia India«
Edvard Grieg
Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 16
Sergej Prokofiew
Sinfonie Nr. 5 B-Dur op. 100