Konzertinfos
Do. 04.02.2010, 19:00 Uhr
Veranstalter:
Die Veranstaltung fand bereits statt.
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»Junge Wilde« – Lise de la Salle
Frédéric Chopin zum 200.
Lise de la Salle
Als die Opéra d'Avignon 2001 verzweifelt nach einem Einspringer suchte, fragte sie bei einer 13-jährigen Pianistin an, die durch einige gewonnene Wettbewerbe auf sich aufmerksam gemacht hatte. Lise de la Salle kannte Beethovens zweites Klavierkonzert, hatte es aber noch nicht studiert. Sie bat sich einen Tag Bedenkzeit aus, beriet sich mit ihrer Mutter und ihrem Lehrer und besorgte sich die Noten. Am Abend konnte sie bereits den ersten Satz, und so sagte sie am nächsten Tag zu. Das Konzert mit dem Orchester der Opéra d’Avignon unter Andreas Stoehr war mehr als ein Erfolg – es war ein Beleg für jenes Phänomen, das sich mit »Frühbegabung« nur unzureichend beschreiben lässt. Lise de la Salle, 1988 in Cherbourg geboren, stammt aus einer Künstlerfamilie. Der Großvater ist Galerist, die Mutter Sängerin im Chor des Orchestre de Paris. Von Anfang an gehörten Opern-Aufführungen und Konzerte zu Lises Alltag. Mit vier begann sie mit dem Klavierspiel, mit neun gab sie ihr erstes Konzert in einer Live-Übertragung bei Radio France. 1999, mit gerade erst 11 Jahren, begann sie am Conservatoire Supérieur de Musique de Paris zu studieren. 2001 beendete sie dort ihr Studium mit der höchsten Auszeichnung. 2003 wechselte sie in die Meisterklasse von Bruno Rigutto am Conservatoire National Supérior de Musique de Paris. Im selben Jahr gab die junge Pianistin ihr Debüt in Berlin.
Parallel zu ihren Studien verband Lise de la Salle eine enge Zusammenarbeit mit Pascal Nemirovski, bei dem sie eine besondere Affinität zum russischen Repertoire entwickelte.
2004, nach einer eindrucksvollen Reihe erster Preise (Steinway, Sucy, Vulaines, Radio France, Ettlingen, Bärenreiter) wurde Lise de la Salle in New York mit dem »Young Concert Artists Award« ausgezeichnet. Sie war die jüngste Teilnehmerin, die jemals an diesem Wettbewerb teilgenommen und ihn gewonnen hatte. Im Juni 2004 war Lise de la Salle zum ersten Mal in Japan zu Gast, im gleichen Jahr gab sie Debüts beim französischen Pianisten-Festival »La Roque d’Anthéron«, beim »Festival d’Hardelot« und dem »Schleswig-Holstein Musik Festival«. Im September 2004 folgten ihre Debüts in Ludwigshafen, München, Washington und New York.
In der laufenden Saison 2009/10 eröffnete Lise de la Salle mit Fabio Luisi die Saison der Dresdner Staatskapelle. In Stuttgart war sie bereits Solistin des Radio-Sinfonieorchesters unter Thomas Dausgaard; ebenfalls mit Fabio Luisi spielte sie in Wien bei ihrem Debüt im Wiener Musikverein Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2. Weitere musikalische Partner dieser Saison sind u. a. das Boston Symphony Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, die Junge Deutsche Philharmonie, die Deutsche Staatsphilharmonie Ludwigshafen und die Münchner Philharmoniker.
Dass bei Lise de la Salle vor dem »Wunderkind-Syndrom« gewarnt, sie immer wieder als »zu jung« befunden wurde, hat sie nicht sonderlich bekümmert. »Die meisten können sich einfach nicht vorstellen, dass man freiwillig so lange und so konzentriert am Klavier sitzt«, sagt sie im Gespräch. »Ich liebe es einfach, ganz in der Musik aufzugehen. Das ist mein Element und ich beschäftige mich zehnmal lieber mit Musik als mit irgendwelchen alltäglichen Sachen.« Wenn sie Musik sagt, dann meint sie nicht nur das Klavierspiel, sondern das ganze Spektrum klassischer Musik – Oper, Konzert, Sinfonik, Lied, Kammermusik. Wenn sie Platten hört, dann am liebsten die Aufnahmen von Maria Callas und Elisabeth Schwarzkopf: »Beide sind Meisterinnen der Klangfarben, man kann unendlich viel von ihnen lernen. Ich versuche immer wieder meine Palette an Klangfarben zu bereichern, am liebsten würde ich mit dem Klavier wie ein ganzes Orchester klingen!«
Konzerte gibt Lise de la Salle nicht allzu viele im Jahr; sie will sich zunächst ein breites Repertoire erarbeiten. Die erste CD, ein Solo-Recital der damals noch nicht 15-Jährigen mit Werken von Ravel und Rachmaninow, war aufregend und begeisternd – das Dokument eines Übertalents. Seit 2004 nimmt Lise de la Salle exklusiv für das französische Label naïve auf. Jede ihrer folgenden Aufnahmen – Bach/Liszt, Mozart/Prokofiew und die »ersten« Klavierkonzerte von Schostakowitsch, Liszt und Prokofiew – erhielt Kritiken, von denen ein Pianist nur träumen kann: zweimal »Recording of the Month« und dreimal »Editors Choice« des englischen »Gramophone Magazine«, »BBC Music Magazine Choice« und vieles mehr.
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier Nr. 26 Es-Dur op. 81a
»Les Adieux«
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier Nr. 14 cis-moll op. 27 Nr. 2
»Mondscheinsonate«
Frédéric Chopin
Drei Nocturnes op. posth.
Frédéric Chopin
Ballade Nr. 1 g-moll op. 23
Frédéric Chopin
Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38
Frédéric Chopin
Ballade Nr. 3 As-Dur op. 47
Frédéric Chopin
Ballade Nr. 4 f-moll op. 52
Einführung mit Ulrich Schardt um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer – Eintritt frei
Nach dem Konzert: »meet the artist!«