Konzertinfos
Mi. 17.02.2010, 19:00 Uhr
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Die Veranstaltung fand bereits statt.
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»Junge Wilde« – Pekka Kuusisto
Pekka Kuusisto
Der finnische Violinist Pekka Kuusisto ist einer der wandlungsfähigsten und markantesten Musiker, die zurzeit zu erleben sind. Er demonstriert außergewöhnliche Individualität und Ideenreichtum und wird geschätzt für die Spontaneität und Frische in seinem Spiel. Pekka Kuusisto sieht das so: »Ich spiele nicht, um anders als andere oder genauso zu sein wie jemand anderes. Ich spiele einfach so, wie ich denke und fühle.« 1995 gewann Pekka Kuusisto als erster Finne die »International Jean Sibelius Violin Competition«. Über sein Land sagt er: »Ich bin sehr stolz, dass ein so kleines Land so viel wirklich gute Musik hervorbringt. Wo ich auch bin, wenn ich das Sibelius-Konzert spiele, kann ich die Landschaften meines Heimatlands sehen. Es ist ein bisschen, als ob man ein kleines Kästchen mit Erde aus seinem Garten mit sich herumträgt.«
Kuusisto wurde 2006 gemeinsam mit dem Pianisten Olli Mustonen und dem Dirigenten Stefan Asbury Artist in Association bei der Tapiola Sinfonietta. In der laufenden Saison engagiert er sich außerdem für SIB, eine neue Konzertserie in Finnland, für die er sowohl die Programme als auch die Gastsolisten verantwortet. Als Künstlerischer Direktor beim finnischen »Our Festival« gestaltet Pekka Kuusisto seinen eigenen Veranstaltungskalender. 2008 waren dort die Mezzosopranistin Anne-Sofie von Otter und der Pianist Bengt Forsberg zu Gast; das Festival erlebte die Premiere des Tanabata-Projekts und die Reddress-Installation des koreanischen Künstlers Aamu Song. 2009 ermutigte das Festival die Zuhörer, eine Verbindung herzustellen zwischen Musik völlig verschiedener Genres und Epochen wie Robert Schumann und Joy Division.
Kuusisto hebt sich von den meisten anderen Violinisten seiner Generation durch seine Lust und die Fähigkeit zu Improvisieren ab. Er liebt es, viele verschiedene Musikstile zu spielen, und bringt für jedes Genre dieselbe Intensität auf. Er hat mit dem finnischen Elektronik-Jazz-Ensemble Rinneradio und dem norwegischen Noise-Duo Fe-Mail, bestehend aus Waldhorn und Gesang, gearbeitet und elektronische Musik gemacht, die auf Improvisation und Live-Samples basiert. Im Mai 2009 erschien die erste CD von Kraft, Kuusistos finnischem Duo mit Violine und Akkordeon mit Johanna Juhola. Zu seinen weiteren ungewöhnlichen Projekten zählt eine Zusammenarbeit mit dem jungen österreichischen Multi-Perkussionisten Martin Grubinger. Gemeinsam spielten sie Konzerte in Deutschland und Österreich sowie ein Recital im New Yorker Lincoln Center.
Pekka Kuusisto leitet immer häufiger Ensembles von der Violine aus, darunter das London, Scottish und Irish Chamber Orchestra sowie das Zürcher Kammerorchester. In der letzten Saison spielte er erneut mit dem Australian Chamber Orchestra und konnte sowohl die Kritiker als auch das Publikum überzeugen. In dieser Saison leitet er die Britten Sinfonia auf einer Tournee durch die Niederlande und Großbritannien, das Ensemble orchestral de Paris, das Münchener Kammerorchester und die Camerata Nordica. Als Solist arbeitet Pekka Kuusisto weiterhin mit einigen der weltbesten Orchester und Dirigenten zusammen. Dabei präsentiert er einerseits ein faszinierendes zeitgenössisches Repertoire, andererseits eröffnet er durch seine Interpretationen eine neue Sicht auf zentrale musikalische Werke vergangener Epochen.In der vergangenen Saison spielte er die Violinkonzerte von Peteris Vasks und Magnus Lindberg mit dem Saint Paul Chamber Orchestra bzw. der Casa da Música in Porto. Höhepunkte dieser Saison beinhalten die Aufführung des Violinkonzerts von Thomas Adès unter der Leitung des Komponisten sowie Auftritte als Artist in Residence beim »Sibelius Festival« des Toronto Symphony Orchestra im April 2010.
Kuusistos jüngste CD-Veröffentlichung beim Label Ondine ist eine Zusammenstellung von Werken für Violine und Gitarre von Niccolo Paganini mit dem Gitarristen Ismo Eskelinen. Unter den weiteren CDs sind zwei hoch gelobte Aufnahmen mit Werken von Sibelius für Violine und Klavier mit Heini Kärkkäinen sowie für Violine und Orchester mit der Tapiola Sinfonietta. Kuusisto ist in »4« zu sehen, einer DVD-Dokumentation über Vivaldis »Vier Jahreszeiten«, in der er den »Winter« in einer Schneelandschaft in Lappland präsentiert.
Seit 2009 ist Pekka Kuusisto für drei Jahre einer der »Jungen Wilden«. Sein Debüt in der Reihe gab er Anfang 2010 mit elektronischen Solo-Improvisationen.
Pekka Kuusisto spielt eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini aus dem Jahr 1752, eine Leihgabe der Finnish Cultural Foundation.
Elektronische Improvisationen über »Der Trauermarsch von Hintriikki Peltoniemi – finnisches Volkslied«
Johann Sebastian Bach
Partita für Violine solo Nr. 2 d-moll BWV 1004
mit elektronischen Improvisationen basierend auf Trauerchorälen von Johann Sebastian Bach
Einführung mit Markus Bruderreck um 18.15 Uhr im Komponistenfoyer – Eintritt frei
Nach dem Konzert: »meet the artist!«