Konzertinfos
Do. 01.07.2010, 19:00 Uhr
Veranstalter:
Die Veranstaltung fand bereits statt.
Cecilia Bartoli – Norma
Cecilia Bartoli
Bald darauf wurde sie von Herbert von Karajan aufgefordert, bei den »Salzburger Osterfestspielen« 1990 mitzuwirken, was allerdings durch den Tod des Dirigenten nicht zustande kam. Zur gleichen Zeit jedoch trat sie in einer Sendung des französischen Fernsehens zu Ehren von Maria Callas auf und dabei wurde Daniel Barenboim auf sie aufmerksam, der das immense Entwicklungspotential, das in der jungen Frau steckte, bemerkte und fortan förderte. Zu den künstlerischen Höhepunkten dieser frühen Jahre gehörten die Zerlina in »Don Giovanni« (Muti/Strehler) an der Scala und bei den Salzburger Festspielen (Barenboim/Chéreau), der Cherubino in »Le Nozze di Figaro« (Harnoncourt/Ponnelle) an der Zürcher Oper, die Titelrolle in »La Cenerentola« (Chailly/de Simone) an der Oper Bologna und die Despina in einer Muti/de Simone-Produktion von »Così fan tutte« am Theater an der Wien.
Ihr Debüt an der Metropolitan Opera gab Bartoli ebenfalls als Despina in einer Neuinszenierung von »Così fan tutte« (Levine/Koenig). Als Rosina im »Il Barbiere di Siviglia« stand sie in Zürich, Barcelona, Hamburg, Rom, Lyon, Houston und Dallas auf der Bühne und als Cenerentola kehrte sie 1997 nach einem Intermezzo in München wieder an die Met zurück, um sich dort unter der Ägide von James Levine in der Inszenierung von Cesare Lievi erstmals auf Bühne dieses Hauses überhaupt zu präsentieren. So entwickelte sich Bartoli zu einem Superstar der klassischen Musik, mit umjubelten Gastspielen, Tourneen und CDs, die sich in Popdimensionen verkaufen. In aller Welt werden ihre neuen Opernpartien, ihre Konzertprogramme und Schallplattenprojekte – exklusiv bei Decca – voller Spannung und Neugier erwartet. Sechs Millionen verkaufte CDs, die mehr als 100 Wochen in den internationalen Pop-Charts standen, zahlreiche Goldene Platten, vier »Grammys« (USA), sieben »ECHO Klassiks« und ein »Bambi« (Deutschland), zwei »Classical Brit Awards« (UK), der »Victoire de la Musique« (Frankreich) sowie viele andere renommierte Preise spiegeln den enormen Erfolg ihrer Soloalben »Vivaldi«, »Gluck«, »Salieri«, »Opera proibita« u. v. a. und auch ihren Status als Bestsellerin ihrer Sparte wieder.
Das alles aber wäre nicht möglich gewesen, wenn Bartoli nicht von Anfang an mit Neugier und stetem Innovationsdrang an sich und ihrem Repertoire gearbeitet hätte. Sie grub sich in Archive ein, sammelte verkannte und unbekannte Werke zusammen, die sie neben den Hits veröffentlicht. Bartoli ist deshalb nicht nur eine der berühmtesten, sondern auch eine der vielseitigsten Sängerinnen unserer Zeit. Das zeigt sich auch an der prominenten Riege ihrer Begleiter. Sie ist mit zahlreichen großen Dirigenten aufgetreten, darunter Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Chailly, Nikolaus Harnoncourt, Christopher Hogwood, James Levine, Sir Neville Marriner, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Thomas Hengelbrock, Giuseppe Sinopoli und Sir Georg Solti.
In den letzten Jahren hat sie begonnen, sich auf die Zusammenarbeit mit den bedeutendsten Alte Musik-Ensembles zu konzentrieren (Akademie für Alte Musik, Les Arts Florissants, Concentus Musicus Wien, Freiburger Barockorchester, Il Giardino Armonico, Kammerorchester Basel, Les Musiciens du Louvre, Orchestra of the Age of Enlightenment, Orchestra La Scintilla, Balthasar-Neumann-Ensemble). Projekte mit Orchestern, bei denen Cecilia Bartoli die volle künstlerische Verantwortung übernimmt, sind immer wichtiger für sie geworden und wurden von den gemeinsam entwickelten und aufgeführten Programmen mit den Wiener Philharmonikern gekrönt.
Cecilia Bartoli wurde bereits mit zahlreichen Preisen und Ehrungen bedacht. In Italien wurde sie zum »Cavaliere« ernannt und ist »Accademico effetivo« von Santa Cecilia in Rom. In Frankreich wurde sie als »Chevalier des Arts et des Lettres« und in London als »Honorary Member« der Royal Academy of Music ausgezeichnet.
John Osborn
Balthasar-Neumann-Chor
Mit dem Balthasar-Neumann-Chor gründete Thomas Hengelbrock im Jahr 1991 eine professionelle Gesangsformation aus jungen Solisten, die bereits mit ihren ersten Auftritten außergewöhnliche Erfolge verzeichnen konnte.
Im künstlerischen Mittelpunkt stehen Werke des 16. bis 18. Jahrhunderts, doch führt die gemeinsame Arbeit auch zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Werken, so z. B. auf der musikalischen Zeitreise »Vermächtnisse«, bei der Werke von Perotinus Magnus bis zu György Ligeti zu Gehör kommen. Die Erarbeitung unbekannterer kirchenmusikalischer Werke und die italienische Chormusik sind dem Chor ein besonderes Anliegen.
In gemeinsamen Musiktheaterproduktionen und szenischen Projekten mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble zeigt sich das außergewöhnliche schauspielerische Talent der einzelnen Chormitglieder. Höhepunkte waren hier u. a. die szenischen Aufführungen »Italienische Karnevalsmusiken« in Masken und Kostümen sowie »Metamorphosen der Melancholie«, eine Hommage an englische Komponisten und Dichter des 17. Jahrhunderts, und das Musiktheater »King Arthur« mit der Musik von Henry Purcell und dem Drama von John Dryden.
1992 feierte der Chor seinen ersten internationalen Erfolg in Utrecht mit Purcells »Dido and Aeneas« unter der Leitung von Thomas Hengelbrock. Auf die Konzerte beim Resonanzen-Festival in Wien 1993 folgten bald Einladungen zu bedeutenden Festspielen, u. a. nach Paris, Prag, Jerusalem, Wroclaw und zum »Schleswig-Holstein-Musik-Festival«.
In Zusammenarbeit mit dem Regisseur Achim Freyer entstand für die »Schwetzinger Festspiele« und die Oper Bonn eine szenische Aufführung der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, die mehrfach konzertante Wiederaufnahmen fand. Die Solopartien werden hierbei aus dem Chor besetzt, der das Werk auswendig singt. Die Presse lobt das stimmliche Potential des Chores und seine »Transparenz, Klarheit und leuchtende Spiritualität, die kaum zu überbieten sein dürfte« (»Mannheimer Morgen«). Großen Anklang fanden u. a. die beiden Freyer-Inszenierungen: Claudio Monteverdis »L’Orfeo« bei den »Wiener Festwochen« sowie den »Münchner Opernfestspielen« und Joseph Haydns »L’Anima del Filosofo« bei den »Schwetzinger Festspielen«. Der Chor ist auf internationalen wie nationalen Opernbühnen sehr gefragt.
Der Südwestrundfunk führte mit Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble eine eigene Konzertreihe unter dem Motto »Abenteuer Musik« durch. Unbekanntere Werke wie z. B. die »Missa superba« von Johann Kaspar Kerll oder die »Missa sapientiae« von Antonio Lotti wurden hier dem Publikum vorgestellt. In dieser Reihe wurde auch Antonio Lottis bedeutendes Requiem F-Dur erstmals wieder aufgeführt, das in einer preisgekrönten Einspielung durch die Ensembles auf CD vorliegt. Mit Monteverdis »Marienvesper« wurde der Chor als ein Ensemble virtuoser Gesangsolisten auf mehreren Europatourneen gefeiert. Auch ihre Chornächte mit Musik der Romantik, die mit Rezitation kombiniert wird, sind in der Presse immer hoch gelobt. In enger Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Klaus Maria Brandauer entstanden mehrere musikalisch-literarische Projekte, mit denen der Chor europaweit Anerkennung fand.
2005 gab der Balthasar-Neumann-Chor sein Debut an der Opéra National de Paris mit Glucks »Orpheus und Eurydike« in einer vertanzten Fassung und unter der Regie von Pina Bausch, und bei den »Salzburger Festspielen« mit Händels »Salomon«. 2008 zeigte er gemeinsam mit Cecilia Bartoli Bellinis »Sonnambula« im Festspielhaus Baden-Baden und setzt diese Zusammenarbeit 2010 im Konzerthaus Dortmund mit »Norma« fort.
Sechs Jahre lang war der Chor mit zahlreichen Projekten ständiger Gast beim »Feldkirch Festival« und ist ab 2010 »ensemble in residence« beim »Mozartfest« in Würzburg. Der Balthasar-Neumann-Chor ist gefragt bei Künstlern wie Ivor Bolton oder András Schiff. Komponisten wie Simon Wills widmeten ihnen Werke, die sie zur Uraufführung brachten. Tourneen führten sie nach China, Mexiko und New York.
Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble erhielten den Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg. Namenspatron des Ensembles ist Balthasar Neumann (1687–1753), der bedeutendste deutsche Architekt des Barock und u. a. Baumeister der Residenzen von Würzburg und Schönbornslust sowie der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.
Balthasar-Neumann-Ensemble
Aus der engen und kontinuierlichen Zusammenarbeit beider Ensembles entstehen ungewöhnliche Konzertprogramme und originelle Musiktheaterproduktionen unter Regisseuren wie Achim Freyer, Philippe Arlaud oder Thomas Hengelbrock selbst. Insbesondere mit der Entdeckung in Vergessenheit geratener Werke und mit Neuinterpretationen bekannten Repertoires haben sich Thomas Hengelbrock und seine Ensembles einen Namen gemacht. Nach dem Vorbild der architektonischen Engführung von Bau, Malerei, Skulptur und Garten des deutschen Barockarchitekten Balthasar Neumann strebt Thomas Hengelbrock dabei ein intensives Zusammenspiel von Musik und anderen Künsten an. Innovative halbszenische Projekte, bei denen Musik, Rezitation, Schauspiel und Tanz auf immer neue Weise miteinander kombiniert werden, sind das Ergebnis einer experimentierfreudigen Auseinandersetzung, bei der die Ensemblemitglieder nicht selten den Frack mit dem Bühnenkostüm tauschen. Neben Karnevalsmusiken des 17. Jahrhunderts oder den Metamorphosen der Melancholie, Programmen, die der Idee des barocken Welttheaters nachspüren, wurden so Bühnenmusiken wie Schumanns Manfred oder Griegs Peer Gynt im Kontext von Byron bzw. Ibsens Dramen zu neuem Leben erweckt. Hierbei arbeiteten Chor und Ensemble eng mit den Schauspielern Graham Valentine und Klaus Maria Brandauer zusammen.
Im Mozartjahr 2006 begeisterte das Ensemble mit »Don Giovanni« beim Feldkirch Festival und »Il re pastore« bei den Salzburger Festspielen. Im Festspielhaus Baden-Baden ist das Balthasar-Neumann-Ensemble regelmäßiger Gast und feierte mit Verdis »Falstaff« und Rossinis »Barbiere di Siviglia« auf historischen Instrumenten überwältigende Erfolge. Ihr Debüt an der Opéra de Paris feierten sie mit der von Pina Bausch choreographierten Fassung von Glucks »Orpheus und Eurydike«. Diese Inszenierung ist als DVD erschienen und wird mit dem Ensemble 2012 erneut auf die Bühne gebracht. Mit Cecilia Bartoli arbeiteten die Musiker für eine Produktion mit Bellinis »Sonnambula« zusammen. 2010 erarbeiten sie gemeinsam Bellinis »Norma« in Dortmund. Tourneen führten das Ensemble u. a. nach China, Südamerika und Mexiko. Seit 2010 ist das Balthasar-Neumann-Ensemble »ensemble in residence« beim Mozartfest Würzburg.
Namenspatron des Ensembles ist Balthasar Neumann (1687–1753), der bedeutendste deutsche Architekt des Barock und u. a. Baumeister der Residenzen von Würzburg und Schönbornslust sowie der Wallfahrtskirche Vierzehnheiligen.
Thomas Hengelbrock
Thomas Hengelbrock ist eine der interessantesten Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit. Musikwissenschaftlicher Forscherdrang, unkonventionelle Programmgestaltung, interpretatorische Experimentierfreude, innovative Musikvermittlung und Lust an der Ausgrabung vergessener Meisterwerke wurden zu Markenzeichen seiner Arbeit.
Grundlegende künstlerische Impulse erhielt er durch seine Assistenztätigkeiten bei Künstlern wie Witold Lutoslawski, Mauricio Kagel und Antal Dorati, ebenso durch seine Mitwirkung in Nikolaus Harnoncourts Ensemble Concentus musicus. Ursprünglich von der zeitgenössischen Musik kommend, fühlt sich Thomas Hengelbrock sowohl in der historisch-informierten Aufführungspraxis als auch in der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts heimisch. Neben seinen eigenen Balthasar-Neumann-Ensembles widmete er sich von 1995-1998 als Künstlerischer Leiter der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und von 2000-2006 dem »Feldkirch Festival«, als Musikdirektor arbeitete er von 2000-2003 an der Wiener Volksoper. Außerdem sorgte Thomas Hengelbrock über ein Jahrzehnt mit spektakulären Wiederentdeckungen bei den »Schwetzinger Festspielen« für Aufsehen.
Bekannt wurde Thomas Hengelbrock zunächst als einer der herausragenden Vertreter für historisch-informierte Aufführungspraxis. Er war maßgeblich daran beteiligt, die Aufführungspraxis auf Originalinstrumenten in Deutschland dauerhaft auf den Konzertbühnen heimisch zu machen. In den 90er Jahren gründete er mit dem Balthasar-Neumann-Chor und dem Balthasar-Neumann-Ensemble Klangkörper, die zu den international erfolgreichsten ihrer Art zählen.
Thomas Hengelbrock ist heute gleichermaßen als Opern- wie auch als Konzertdirigent international gefragt. Regelmäßig dirigiert er an der Opéra de Paris. Unter der neuen Intendanz von Gérard Mortier wird er ab 2010 Opernproduktionen am Teatro Real in Madrid leiten. Mit herausragenden Produktionen ist er im Festspielhaus Baden-Baden zu einem der wichtigsten Protagonisten geworden. Daneben wird er in den nächsten Jahren auch an anderen großen Opernhäusern Premieren leiten, etwa am Royal Opera House in London und an der Zürcher Oper. Gastdirigate führen ihn wiederholt zum Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, den Münchener Philharmonikern und dem Chamber Orchestra of Europe.
In der Saison 2011/2012 wird Thomas Hengelbrock die Nachfolge von Christoph von Dohnányi als Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters übernehmen. 2011 debütiert er außerdem mit einer Neuproduktion von »Tannhäuser« bei den »Bayreuther Festspielen«.
www.thomas-hengelbrock.com
Harald Frings
Harald Frings arbeitet als Lichtgestalter, technischer Projektleiter und Meister der Veranstaltungstechnik. Er betreut im Theaterbereich unter anderem folgende Projekte, Festivals und Companies:
»Ruhrtriennale« 2003–2010, »Nibelungenfestspiele« Worms 2002–2009, »Berliner Festwochen« 2003, »Theatertreffen Berlin« 2004–2010, »spielzeit europa« 2005–2010, »Maerz Musik« 2004–2007, Gregor Seyffert Compagnie 2006–2008, »Jazz Fest Berlin« 2003–2006, »La Forza del destino« (Staatstheater Braunschweig) 2004, »Jekyll & Hyde« 1998–2000 & »Evita« 2004 (Musical Theater Bremen), Musical »Mozart« (Neue Flora Hamburg) 2001, »Jekyll & Hyde« im Musical Dome Köln 2003, »Falco Meets Amadeus«, »Schwejk it essy« & »Vom Geist der Weihnacht« (Theater des Westens Berlin) 2000–2002, Theater der Altstadt im Westen 1997, 2002, Musical »Gaudi« in Alsdorf & Kölner Musical Dome 1995/96 & 1998, Musical »Gambler« in Mönchengladbach 1996, Haus der Kulturen der Welt 2007, Stadttheater Aachen 1995/1998, Freilichtspiele Schwäbisch Hall 1993, »Nacht der 1000 Fragen« DHM Berlin Schlüterhöfe 2003.
Vincenzo Bellini
»Norma«
Tragische Oper in zwei Akten (konzertante Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)
Einführung mit Prof. Dr. Holger Noltze um 18.15 Uhr im Saal – Eintritt frei