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Aufbruch in neue Sphären: das Eröffnungswochenende des Konzerthaus Dortmund
Aufbruch als Beginn einer unendlichen Wanderschaft durch neue Klangwelten steht als Motto über dem Eröffnungswochenende der Philharmonie für Westfalen. Das Konzerthaus enthüllt jetzt das komplette Programm seiner Eröffnung. Musikalische Weltstars vermitteln in einem dreitägigen Gesamtkunstwerk nicht nur den Aufbruchsgedanken, sondern beleuchten auch mit einigen Spots die Spielzeit 2002/03. Der weltberühmte Tänzer Bill T. Jones präsentiert sein neues Programm innerhalb der Eröffnungsgala zum ersten Mal in Europa. Den Aufbruch in seine erste Spielzeit begeht das Konzerthaus Dortmund mit einer Veranstaltungstrias, die eine Brücke zwischen Tradition und Avantgarde schlägt. Unter den Überschriften "Musikalischer Aufbruch ins Unbekannte" - "Musikalischer Auftakt im neuen Land" - "Musikalischer Auftritt in anderen Sphären" werden die traditionellen Konzertprogramme des jeweils zweiten Teils mit ungewöhnlichen, ja frappierenden musikalisch-circensischen Vorprogrammen konfrontiert. Alle drei Programme werden vom Hörfunk bzw. Fernsehen gesendet.
Die Hauptprogramme fassen mit drei exemplarischen sinfonischen Werken die klassisch-romantische Epoche zusammen. Gustav Mahlers monumentale 3. Sinfonie als symphonische Erzählung über irdisches und himmlisches Leben dokumentiert bereits mit dem Eröffnungs-Festakt den hohen programmatischen Anspruch der Philharmonie für Westfalen. Für diese Aufführung konnte mit Violeta Urmana eine der international erfolgreichsten Mezzo-Sopranistinnen gewonnen werden. Es spielt das philharmonische Orchester Dortmund unter der Leitung von GMD Arthur Fagen. Mit Ludwig van Beethovens Bekenntnis zum klassischen Idealismus in frühromantischer Klanggestalt gibt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit seinem Chefdirigenten Kent Nagano seine Visitenkarte als Orchestra in Residence in Dortmund ab. Die exzellente Solistenbesetzung mit Adrianne Pieczonka (Sopran), Dagmar Pecková (Alt), Herbert Lippert (Tenor) und Håkan Hagegård (Baß) wird der 9. Sinfonie zu einer herausragenden Aufführung verhelfen. Das DSO und Kent Nagano beschließen das festliche Eröffnungswochenende mit der 7. Sinfonie von Anton Bruckner, dem Werk, das den Weltruhm des Komponisten begründet hatte.
| Bill T. Jones / Arnie Zane Dance Company New York |
Während der jeweils zweite Programmteil mit einer großen Sinfonie einen vergeistigten Lebensentwurf vorlegt, stellt der erste Teil die körperlich-räumlichen Ausdrucksmöglichkeiten der Musik vor, unter Ausnutzung der bühnentechnischen Möglichkeiten des Konzerthauses. Jeder der drei Tage beschreibt gleichermaßen eine Wanderschaft durch Klangwelten und den Konzerthaus-Raum.
| Violeta Urmana |
Festakt am 13.9.2002, 18.00 Uhr
Der Festakt des ersten Tages eröffnet den Klangraum mit den in sich ruhenden Klängen von Aaron Coplands Fanfare for the common man. Mit Duke Ellingtons Caravan („Karawane“) beginnt das langsame Erkunden eines Raumes. Die Katia Labèque Band erwandert sich eine Synthese verschiedener Stile, von Cool Jazz über Ethno bis zur klassischen Avantgarde. Die derbe Komik des verfremdeten Janitscharenchors bricht mit schnellem Marschtempo herein. Einen vorläufigen Schlußpunkt findet diese Wanderschaft im Todesentwurf der Toccata „Schlafes Bruder“ von Enjott Schneider. Hier knüpft der zweite Teil des Programms mit Gustav Mahlers dritter Sinfonie folgerichtig an. Wird einerseits die Wanderschaft mit Mahlers Montage unterschiedlicher Marsch-Idiome fortgesetzt, so führen andererseits die Themen Leben und Natur vom Todesgedanken der Orgeltoccata zu einem versöhnten Finale: „Was mir die Liebe erzählt“. Der Festakt wird vom WDR 3 Hörfunk gesendet.
| Andreas Scholl |
Eröffnungskonzert am 14.9.2002, 18.00 Uhr
Das Eröffnungskonzert des zweiten Tages beginnt mit Beethovens Kantate "Meeresstille und glückliche Fahrt" die Reise in das Unbekannte aufs Neue. Die Meeresstille, im zugrundeliegenden Gedicht Goethes mit dem Tod in Verbindung gebracht, wird von der orchestralen Fahrt in die Ferne (das Leben) abgelöst. Ein Gedanke, der wiederum in der Reise von Gefangenschaft zur Freiheit, wie sie die 3. Ouvertüre zu "Leonore" verkörpert, paraphrasiert wird. Die Entwicklung der Leonore-Themen nimmt in dieser Ouvertüre die Handlung - Befreiung von Leonore und der übrigen Gefangenen - vorweg. Fortgeführt wird der Freiheitsgedanke unter dem Aspekt der Brüderlichkeit in der Sinfonie Nr. 9, die den zweiten Teil des Programms bildet. Das Eröffnungskonzert wird von 3sat europaweit live im Fernsehen übertragen.
| Vivace ARTisten |
Eröffnungsgala am 15.9.2002, 18.00 Uhr
Die Eröffnungsgala des dritten Tages erforscht den Konzerthaus-Raum in der „anderen Sphäre“ des Tanzes. Die bewegten Körper der Bill T. Jones / Arnie Zane Dance Company aus New York erkunden die Koordinaten der Bühne zu der nachdenklichen Musik von Beethoven und Schostakowitsch. Bill T. Jones, der weltberühmte Tänzer und Choreograph dieser Produktion, ist nur noch selten selbst auf der Bühne zu erleben. Er wird jedoch das erste Werk dieses Abends im Konzerthaus Dortmund als Solo-Tänzer gestalten. Mit "I am a poor wayfaring stranger", dem Titelsong seiner neuen CD, greift Andreas Scholl das Bild des Wanderers erneut auf. Eine poetische Kunst am Hochseil wird kontrapunktisch dagegen gesetzt. Die Vivace ARTisten und die beinahe gespenstischen Schatten scheinbar aufgehobener Schwerkraft finden ihre Entsprechung in den grotesk vorüberhuschenden Paganini-Akkorden von Witold Lutoslawski. Und auch die hastige Bewegung des zweiten der beiden Stücke op. 11 von Dmitrij Schostakowitsch markiert die Grenze der körperlichen Bewegung. Der zweite Teil des Abends transzendiert diese Grenze mit Anton Bruckners umfassendem geistigem Entwurf einer besseren Welt. Die Sinfonie Nr. 7 greift die Wanderschaft in episch strömender Bewegung auf und führt sie zu einem strahlenden Schluß. Die Eröffnungsgala wird vom DeutschlandRadio weltweit live übertragen.
| Klavierduo Katia und Marielle Labèque |
Etliche Komponisten und Künstler dieser Spielzeit nimmt das Eröffnungswochenende im Kern vorweg. Die Wanderschaft durch neue Klangwelten wird fortgesetzt - in Werken wie der "Winterreise" von Franz Schubert, Tschaikowskys "Manfred"-Sinfonie, Richard Strauss’ Alpensinfonie, Mauricio Kagels "Stücke der Windrose" oder im Durchschreiten des geistigen Panoramas von Richard Wagners "Ring des Nibelungen".
Vorverkauf: Festakt - Freitag, 13. September 2002, 18.00 Uhr
Aufgrund des bundesweiten Interesses zur Eröffnung des Konzerthaus Dortmund, der Philharmonie für Westfalen, wird die Stadt Dortmund zu dem Festakt am 13. September 2002 zahlreiche geladene Gäste empfangen. Selbstverständlich sollen die Bürgerinnen und Bürger nicht zu kurz kommen: Per Losentscheid werden den Dortmunderinnen und Dortmundern kostenlose Ehrenkarten zur Verfügung gestellt. Auch aus den bereits von Abonnenten und Förderkreisen vorliegenden Bestellungen für den Festakt am 13. September 2002 werden per Losentscheid Karten verschickt, da an diesem Tag keine Karten für den freien Verkauf ausgegeben werden. Stichtag für die Ausgabe der per Los ermittelten Eintrittskarten ist der 15. August 2002
| Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Wapnewski |
Vorverkauf: Eröffnungskonzert - Samstag, 14. September 2002, 18.00 Uhr
Vorverkaufsbeginn: 13.06.2002
Vorverkauf: Eröffnungsgala - Sonntag, 15. September 2002,
Vorverkaufsbeginn: 13.06.2002
Vorverkauf in unserem Ticketbüro Bissenkamp 8-10, 44135 Dortmund - Öffnungszeiten: Mo-Fr 10.00 -18.30 Uhr, Sa 10.00 - 14.00 Uhr - Ticket-Hotline: 01805 - 44 80 44 (0,12 € / Min.)