
24.09.2009
Ein Nachmittag mit Brahms
Das WDR Sinfonieorchester Köln eröffnet den Orchesterzyklus »Symphonie um Vier«
Das WDR Sinfonieorchester Köln versteht sich als Orchester für ganz Nordrhein-Westfalen. Mit diesem Ansatz ist die Schnittmenge zum Konzerthaus Dortmund als Philharmonie für Westfalen groß. Darüber hinaus bestärkt die Kulturpartnerschaft zwischen Konzerthaus und WDR die guten Beziehungen, sodass man sich in Dortmund regelmäßig über die Kölner Gäste freuen darf.
Das Sinfonieorchester bestreitet derzeit seine letzte Saison mit Semyon Bychkov als Dirigenten, der das Ensemble im Konzerthaus im Dezember 2009 noch einmal zum Klingen bringen wird. Dann wird der Brahms-Zyklus des WDR mit dem »Deutschen Requiem« seinen Abschluss finden. Zum Ende der Saison, nach zwölf Jahren Amtszeit, übergibt Bychkov den Dirigierstab an Jukka-Pekka Saraste.
Für das erste Konzert des Brahms-Zyklus am kommenden Sonntagsteht Herbert Blomstedt am Dirigentenpult. Blomstedt, in den USA als Sohn schwedischer Eltern geboren, war während seiner langen Laufbahn bereits Chefdirigent u. a. des Oslo Philharmonic Orchestra, der Sächsischen Staatskapelle Dresden und des NDR-Sinfonieorchesters Hamburg. Dass er mit über 80 Jahren noch auf dem Podium steht, hat er sich in seiner Jugend allerdings nicht vorgestellt: »An das Alter denkt man nicht, wenn man jung ist. Und jetzt übrigens auch nicht«, erklärt der Grandseigneur verschmitzt.
Blomstedt hat eine Hommage an Johannes Brahms konzipiert. Den programmatischen Rahmen bilden die Tragische Ouvertüre d-moll op. 81 und die Akademische Festouvertüre. »Die eine weint, die andere lacht«, soll Brahms über die beiden Werke gesagt haben, die er 1880 in seinem Sommersitz in Bad Ischl schrieb. Im Herzen des Programms stehen die Sinfonie Nr. 3 und Variationen über ein Thema von Joseph Haydn. Die Sinfonie überzeugte Antonín Dvořák – dem Brahms vor der Uraufführung Auszüge vorspielte – auf Anhieb: »Ich sage und übertreibe nicht, dass dieses Werk seine beiden ersten Sinfonien überragt; wenn auch nicht vielleicht an Größe und mächtiger Konzeption – so aber gewiß an Schönheit!« In der Behandlung des Themas von Joseph Haydn aus dem Jahre 1873 zeigt sich Johannes Brahms schließlich als subtiler Meister der Variation. Das Werk drückt eine Wertschätzung aus, die Brahms auch offen aussprach: »Das war ein Kerl! Wie miserabel sind wir gegen so was!« Treffende Worte im Haydn-Jubliäumsjahr.
So, 27.09.09, 16.00 Uhr
WDR Sinfonieorchester Köln
Herbert Blomstedt, Dirigent
Johannes Brahms
Tragische Ouvertüre d-moll op. 81
Sinfonie Nr. 3 F-Dur op. 90
Variationen für Orchester B-Dur über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Akademische Festouvertüre c-moll op. 80
Während des Konzerts gibt es eine kostenlose Kinderbetreuung. Vorherige Anmeldung unter: T 0231-22 696 213
Einzelpreise in Euro:
68,00 / 58,00 / 48,00 / 36,00 / 16,00 / 8,00
zzgl. 10% Service- und 1,50 Euro Systemgebühr
Infos & Tickets: T 0231 - 22 696 - 200
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