News AUS DEM
KONZERTHAUS DORTMUND

  • Donnerstag
    30
    Jun
    2016

    Backstage mit dem Intendanten

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    Unser Konzertpublikum sieht die Künstler meist nur von Weitem auf der Bühne. Intendant Benedikt Stampa hingegen ist immer direkt am Puls des Geschehens und plaudert einmal im Monat in den »Ruhr Nachrichten« aus der Perspektive des Insiders.

    Von Dortmund an die Met: »bYe bYe Yannick«

    Die Entscheidung aus New York kam dann doch nicht mehr überraschend. Als Nachfolger von James Levine wurde Yannick Nézet-Séguin zum neuen Music Director der Met, der legendenumwobenen Metropolitan Opera in New York ernannt. James Levine prägte das Haus mehr als zwei Jahrzehnte lang. Er war in den Achtziger- und frühen Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts die bestimmende Figur, gewissermaßen der musikalische Patron. »Jimmy«, wie ihn seine Fans rufen, trieb mit unermüdlichem Einsatz sein Ensemble zu vorher nie gekannter technischer Präzision und musikalischer Brillanz. Und aus dem unbekannten Orchester im Operngraben machte er eines der besten Opernorchester weltweit. Mit ihm ging das Orchester mehrmals auf Welttournee.

    Irgendwann wurde es stiller um James Levine. Eine heimtückische Krankheit nahm von ihm Besitz und zwang ihn langsam aber unaufhörlich zum Aufgeben. Das Opernhaus verfiel nach und nach in einen musikalischen Dämmerzustand. Die Met und alle Menschen in ihr litten mit Jimmy, hielten aber dem geliebten Maestro die Treue.

    Dann kam Yannick. Er, der bereits als musikalischer Leitstern an der Mailänder Scala erfolgreich wirkte und auch in Londons Royal Opera House ein gern gesehener Stammgast war, schaffte es, der Met wieder ein musikalisches Profil zu verleihen. Die New Yorker lieben seinen Stil und seine musikalische Kompetenz ebenso wie seine menschliche Wärme. Jeder kann zu ihm kommen, für jeden hat er ein offenes Ohr. Und Yannick liebt es, an diesem Ort zu arbeiten.

    Ich habe Yannick in New York besucht und es fühlte sich für mich an, als ob er an der Met zu Hause wäre. Genauso wie einst James Levine.

    So schließen sich an die Dortmunder Jahre als unser Exklusivkünstler jetzt aufregende Jahre in New York an. In Dortmund haben wir ihn lieben gelernt und wir lassen ihn nur schweren Herzens ziehen. Aber, das kann ich versprechen, er wird wieder kommen. Denn auch in Dortmund fühlt sich Yannick Nézet-Séguin zu Hause und ein Leben ohne unseren Konzertsaal ist einfach auch für ihn nicht denkbar. bYe bYe Yannick!

     

    Dieser Text ist in ähnlicher Form zuvor in den »Ruhr Nachrichten« erschienen.

  • Dienstag
    28
    Jun
    2016

    Ab sofort Paypal-Zahlung beim Online-Kartenkauf möglich

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    Immer mehr Kunden nutzen die Möglichkeit, ihre Konzertkarten online zu kaufen. Dabei sind unkomplizierte und sichere Zahlungsmöglichkeiten natürlich essenziell.

    Wir freuen uns, nun auch die Zahlung über PayPal anbieten zu können. Beim Online-Kartenkauf steht daher ab sofort neben Lastschrift- und Kreditkartenzahlung auch der Bezahldienst von PayPal zur Verfügung. Die gewünschte Zahlungsart kann ganz einfach im Verkaufsprozess angewählt werden.

  • Freitag
    29
    Apr
    2016

    Das KONZERTHAUS DORTMUND durchbricht die Mauer der Hörgewohnheiten

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    »Monteverdi trifft Monty Python«

    Benedikt Stampa stellt die Saison 2016|17 vor

    Eine mit verheißungsvollen Konzerten prall gefüllte Saison 2016|17 gab Intendant Benedikt Stampa bei der Jahres-Pressekonferenz am heutigen Freitag, 29. April, bekannt. Die neue Spielzeit stellt die Hörgewohnheiten wieder einmal auf die Probe:

    »Das Dortmunder Programm zählt zu den spannendsten innerhalb der großen nationalen und internationalen Konzerthäuser.«

    Andris Nelsons wird Nachfolger von Yannick Nézet-Séguin als Dortmunder Exklusivkünstler und dirigiert das Royal Concertgebouw Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die Wiener Philharmoniker und das Gewandhausorchester Leipzig. RWE unterstützt das insgesamt dreijährige Projekt durch Fortführung der langjährigen Partnerschaft mit dem Konzerthaus: »Wir freuen uns«, sagt Carl-Ernst Giesting, RWE Bereichsvorstand in Dortmund, »dass wir als Partner des KONZERTHAUS DORTMUND nach Yannick Nézet-Séguin mit Andris Nelsons wieder einen Weltstar als Exklusivkünstler präsentieren können.«

    Dem genialischen Dirigenten Teodor Currentzis und seiner Schwester im Geiste, der »jungen wilden« Geigerin Patricia Kopatchinskaja, sind je eigene Porträts gewidmet. Kirill Petrenko eröffnet die Saison mit dem Bayerischen Staatsorchester, Thomas Hengelbrock dirigiert das »Rheingold«, Cecilia Bartoli singt Rossinis »Cenerentola«, Riccardo Chailly führt sein neues Orchestra Filarmonica della Scala nach Dortmund und der zurzeit aufregendste Jazzpianist Michael Wollny nimmt uns mit auf eine Jazz-Zeitinsel.

    Für die RuhrResidenz der Berliner Philharmoniker tun sich die Philharmonien in Essen und Dortmund zusammen. Sir Simon Rattle kommt mit seinem Orchester zu einem der letzten Gastspiele seiner Amtszeit ins Ruhrgebiet und leitet vier Konzerte mit Werken von Gustav Mahler und György Ligeti, darunter dessen Oper »Le Grand Macabre«. »Dies ist nicht nur eine der komischsten Opern aller Zeiten«, so Simon Rattle, »sondern auch eines der originellsten und manchmal geradezu hinreißend schönsten Stücke des 20. Jahrhunderts. Wenn man das Unbeschreibliche beschreiben sollte, könnte man sagen: Monteverdi trifft Monty Python…«

    Blättern Sie hier im digitalen Saisonbuch oder stöbern Sie online. Der Abo- und Wahlaboverkauf beginnt sofort, der Einzelkartenverkauf für Eigenveranstaltungen des KONZERTHAUS DORTMUND am 08.06.2016.

     

  • Montag
    18
    Apr
    2016

    Backstage mit dem Intendanten

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    Unser Konzertpublikum sieht die Künstler meist nur von Weitem auf der Bühne. Intendant Benedikt Stampa hingegen ist immer direkt am Puls des Geschehens und plaudert einmal im Monat in den »Ruhr Nachrichten« aus der Perspektive des Insiders.

    Wie das Programm für die neue Saison entsteht

    Bald ist es wieder soweit. Die neue Saison des Konzerthaus Dortmund wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Wie in jedem Jahr umweht es die Aura des Geheimnisvollen. Während der Konzerte der noch laufenden Saison wird man im Foyer von neugierigen Stammgästen angesprochen. Doch nichts geht über unsere Lippen. Es macht einfach zu viel Spaß Geheimnisse zu haben.

    Aber etwas möchte ich heute doch verraten: Als Intendant sollte man für ein gutes Programm lange Wartezeiten in Kauf nehmen, einen soliden Magen haben, Reisen nicht scheuen und nach dem Konzert nicht zu früh nach Hause wollen.

    All diese Eigenschaften sind von Nutzen, will man den Künstlern gute Programme entlocken oder aber die eigenen Ideen zum günstigen Zeitpunkt anbringen. Dabei stellt sich eine Schwierigkeit immer wieder der schnellen Lösung in den Weg: Es kochen viele Köche im Programmbrei. Als der wichtigste ist der Künstler selbst zu nennen, der meistens sehr lange für den zündenden Gedanken benötigt oder aber von einer nicht zu realisierenden Idee besessen ist, die es ihm auszureden gilt. Marc Minkowski, der noch jüngst in Dortmund mit dem Mozart-Requiem brillierte, wollte für das genannte Konzert lieber eine Barockoper mit lebenden Pferden im Konzerthaus aufführen. Gute Idee, aber völlig unrealistisch. Wir konnten ihn dann doch bei einem bis in die Nacht dauerenden Souper mit viel Wein und gutem Zureden für Mozart begeistern

    Dann folgen dicht der nie erreichbare und mit allen Wassern gewaschene Agent, die lieben Intendanten-Kollegen, die alle natürlich den einen Künstler mit dem speziellen Programm haben wollen und schließlich die kapriziösen Solisten. Man kann an dieser Aufzählung ermessen, dass es nicht einfach ist, in diesem Abhängigkeitsgeflecht seine eigene Idee durchzubringen.

    Aber es gibt noch eine Eigenschaft, die nützlich ist, und zwar Zähigkeit. Man darf nicht aufgeben. Auch wenn eine Idee, die man unbedingt umsetzen will, Jahre des Wartens erfordert. Man sagt mir diese Eigenschaft nach. Dem Programm aber merkt man hoffentlich all diese Irrungen und Wirrungen nicht an und es liest sich geschmeidig, aufregend und wie von selbst gemacht.

     

    Dieser Text ist in ähnlicher Form zuvor in den »Ruhr Nachrichten« erschienen.