Tabea Zimmermann

Tabea Zimmermann gehört zu den beliebtesten und renommiertesten Interpretinnen unserer Zeit. Dass sie heute als weltweit führende Bratschistin gilt, gründet nicht nur in ihrer außergewöhnlichen Begabung, sondern ebenso in der frühen und intensiven Förderung durch ihre Eltern, der umfassenden Ausbildung durch exzellente Lehrer und dem unermüdlichen Enthusiasmus, mit dem sie ihr Verständnis der Werke und ihre Liebe zur Musik ihrem Publikum vermittelt. Sie erhielt im Alter von drei Jahren ihren ersten Bratschenunterricht; an ihre Ausbildung bei Ulrich Koch an der Musikhochschule Freiburg schloss sich ein kurzes, intensives Studium bei Sandor Végh am Mozarteum in Salzburg an. Eine Reihe von Wettbewerbserfolgen krönte ihre Ausbildung; beim Wettbewerb »Maurice Vieux« in Paris 1983 erhielt sie als Preis eine Bratsche des zeitgenössischen Geigenbauers Etienne Vatelot, auf der sie seitdem spielt. Seit Oktober 2002 ist sie Professorin an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin.

Als Solistin arbeitet Tabea Zimmermann regelmäßig mit den weltweit bedeutendsten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Orchestre de Paris, dem London Symphony Orchestra und dem Israel Philharmonic Orchestra. Sie gestaltete Residenzen in Frankfurt, Weimar, Luxemburg und bei den Bamberger Symphonikern; die enge Zusammenarbeit mit dem Ensemble Resonanz Hamburg aus den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 setzt sie weiterhin fort.

Besondere Höhepunkte der Saison 2018/19 sind ihre Konzerte mit dem Helsinki Philharmonic Orchestra unter Susanna Mälkki (Hindemiths »Der Schwanendreher«), dem Radio Filharmonisch Orkest unter Markus Stenz (Bartók) und an der Philharmonie de Paris mit Les Siècles unter François-Xavier Roth (Berlioz’ »Harold en Italie«). Auf einer Asien-Tournee wird sie gemeinsam mit Antoine Tamestit und dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra in Mantovanis Doppelkonzert sowie mit dem Seoul Philharmonic Orchestra in York Höllers neuem Konzert für Bratsche und Orchester zu erleben sein. Auch beim »Musikfest Berlin« und dem »Festival Musica Strasbourg« ist sie erneut zu Gast. Kammermusikalische Auftritte stehen in Triobesetzungen an (mit Jörg Widmann und Dénes Várjon, mit Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras sowie mit Pierre-Laurent Aimard und Adam Walker) und im Duorecital mit den Pianisten Cédric Tiberghien, Dénes Várjon und Thomas Hoppe.

Tabea Zimmermann hat das Interesse vieler zeitgenössischer Komponisten für die Bratsche geweckt und zahlreiche neue Werke in das Konzert- und Kammermusikrepertoire eingeführt. Das Hindemith-Jahr 2013 nahm sie als Anlass, bei Myrios Classics eine hochgelobte Gesamteinspielung aller Bratschenwerke von Paul Hindemith vorzulegen. Für ihre 2009 ebenfalls dort erschienene Solo-CD mit Werken von Reger und Bach wurde sie mit einem »ECHO Klassik« als Instrumentalistin des Jahres ausgezeichnet. Insgesamt dokumentieren rund 50 CDs ihr musikalisches Schaffen. Im Januar 2019 erschien eine Einspielung von Berlioz’ »Harold en Italie« mit Les Siècles bei Harmonia Mundi. 2013 wurde sie zur Vorstandsvorsitzenden des Vereins Beethoven-Haus Bonn ernannt. Unter ihrer Ägide findet seit Januar 2015 jedes Jahr die »Beethoven-Woche Bonn« statt.