George Benjamin

George Benjamin, geboren 1960, begann im Alter von sieben Jahren zu komponieren. Ab 1976 studierte er in Paris am Konservatorium bei Olivier Messiaen, später bei Alexander Goehr am King’s College Cambridge. Sein »Ringed by the Flat Horizon« wurde bei den »BBC Proms« vom BBC Symphony Orchestra unter Mark Elder aufgeführt, als Benjamin erst 20 war. Zwei Jahre später spielte die London Sinfonietta unter Sir Simon Rattle die Uraufführung von »At First Light«. »Antara« war ein Auftragswerk zum 10. Jahrestag des Centre Pompidou 1987, »Three Inventions« komponierte er für die 75. »Salzburger Festspiele« 1995. Das London Symphony Orchestra hob 2002 unter der Leitung von Pierre Boulez »Palimpsests« aus der Taufe und eröffnete damit »By George«, ein Porträt am Barbican Centre, das sich über eine Saison erstreckte. 2012 präsentierte das Southbank Centre eine Retrospektive seiner Arbeit, gefolgt von weiteren ähnlichen Konzertreihen in Paris, Luzern, San Francisco, Frankfurt, Aix-en-Provence, Turin, Mailand, Aldeburgh, Toronto und New York.

Sein erstes musikdramatisches Werk »Into the Little Hill«, eine Zusammenarbeit mit Martin Crimp, wurde 2006 vom »Festival d’Automne à Paris« in Auftrag gegeben. Ihr zweites gemeinsames Werk, »Written on Skin«, wurde im Juli 2012 beim »Festival d’Aix-en-Provence« uraufgeführt, von über 20 internationalen Opernhäusern in den Spielplan aufgenommen und hat zahlreiche internationale Preise gewonnen. Benjamin leitete die britische Premiere am Royal Opera House, Covent Garden, im März 2013; die Produktion wurde von der BBC mitgeschnitten und übertragen.

Als Dirigent tritt George Benjamin regelmäßig mit den besten Orchestern auf, darunter das Mahler Chamber Orchestra, das Philharmonia Orchestra, die London Sinfonietta und das Ensemble Modern. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn außerdem mit dem Royal Concertgebouw Orchestra, das in Amsterdam unter seiner Leitung im vergangenen September die Uraufführung von »Dream of the Song« spielte. Benjamin hat zahlreiche Uraufführungen dirigiert, darunter wegweisende Werke von Rihm, Chin, Grisey und Ligeti. Sein Repertoire reicht von Schumann und Wagner bis zu Abrahamsen, Knussen und Murail. Seit seinem ersten Auftritt 1999 ist er regelmäßig beim »Tanglewood Festival« in den USA zu Gast. 2016 gibt George Benjamin Konzerte mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und dem SWR Vokalensemble, gefolgt von einer Europatournee mit dem Mahler Chamber Orchestra, die mit mehreren Veranstaltungen am Barbican Centre in London endet.

George Benjamin ist Honorary Fellow des King’s College Cambridge, derGuildhall School of Music and Drama, des Royal College und der Royal Academy of Music. Er wurde 2010 als Commander of the Order of the British Empire ausgezeichnet und 2011 als Ehrenmitglied in die Royal Philharmonic Society aufgenommen. 2015 wurde er vom französischen Botschafter in London als Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres geehrt und für »Written on Skin« mit dem Kompositionspreis der Fondation Prince Pierre de Monaco ausgezeichnet. Seit 2001ist er Henry Purcell Professor of Composition am King‘s College in London. Seine Werke werden von Faber Music veröffentlicht und von Nimbus Records aufgenommen.