Christoph Eschenbach

Christoph Eschenbach, hoch geschätzter Gastdirigent der großen Orchester und Opernhäuser der Welt, versieht seit September 2010 die doppelte Leitung des John F. Kennedy Center for the Performing Arts sowie des National Symphony Orchestra in Washington D. C. Seit seiner Berufung im Jahre 2008 hat er eine Schlüsselrolle inne bei der Planung der Spielzeiten, der internationalen Festivals und besonderen Projekte für diese beiden renommierten Institutionen. Im März 2017 geht der Maestro mit dem NSO auf Tournee nach Russland.

 

Zu den Höhepunkten der Spielzeit 2016/17 gehören sieben Opernabende im Mailänder Teatro alla Scala mit »The Turn of the Screw« von Benjamin Britten sowie Konzerte mit dem Orchestre de Paris, National Spanish Orchestra, Seoul Philharmonic Orchestra, London Philharmonic Orchestra, dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra, dem Orchestre National de France mit Beethovens 9. Sinfonie, dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra mit Mahlers 9. Sinfonie sowie ein weltweit live übertragenes Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schloss Schönbrunn. Auch abgesehen von seiner Tätigkeit als musikalischer Direktor des NSO in Washington wird Maestro Eschenbach in den Vereinigten Staaten sehr präsent sein – so etwa am Pult des Houston Symphony und des Los Angeles Philharmonic oder auch in seiner Eigenschaft als Ehrendirigent der traditionsreichen Bamberger Symphoniker auf einer Amerika-Tournee mit zehn Konzerten. Im Sommer wird er wieder Gast des »Ravinia Festivals« sein.

 

Wie jedes Jahr liegt es Christoph Eschenbach am Herzen, nach Asien zurückzukehren; diesmal dirigiert er das Shanghai Philharmonic Orchestra, das Guangzhou Symphony Orchestra sowie das Seoul Philharmonic Orchestra. Darüber hinaus gibt er zwei außergewöhnliche Konzerte in Shanghai und Hangzhou am Pult eines World Soloist Orchestra im Oktober 2016.

Die Weitergabe seiner großen künstlerischen Erfahrung hat für Christoph Eschenbach eine besondere Bedeutung. Er hält regelmäßig Meisterkurse ab und leitet Orchesterakademien wie die des »Schleswig-Holstein Musik Festivals«, der Kronberg Academy oder der Manhattan School of Music.

Als Pianist setzt Christoph Eschenbach die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Bariton Matthias Goerne fort. Das Duo hat seit 2009 die Liederzyklen Franz Schuberts – »Die schöne Müllerin«, »Die Winterreise« und »Schwanengesang« – für Harmonia Mundi eingespielt und dafür großen Beifall von Seiten der Kritik geerntet. Bei den »Salzburger Festspielen« im Sommer 2010 kamen die Zyklen an drei Abenden zur Aufführung. Damals spielte Eschenbach auch Schuberts monumentale B-Dur-Klaviersonate D 960 und dirigierte zwei Konzerte mit den Wiener Philharmonikern. Die Liederzyklen Schuberts wurden danach in der Spielzeit 2011/12 in der Pariser Salle Pleyel aufgeführt sowie im darauf folgenden Jahr beim Wiener Musikverein. 2014 und 2015 setzte das Duo seine Konzerttätigkeit fort mit Recitals im Symphony Center Chicago, im Kennedy Center und in der Carnegie Hall sowie in Baden-Baden und Hamburg.

In über fünf Jahrzehnten hat Christoph Eschenbach eine beeindruckende Anzahl von Musikwerken eingespielt, sowohl als Dirigent wie als Pianist. Seine Diskografie reicht von Werken Bachs bis zu zeitgenössischer Musik und spiegelt ein Engagement wider, das nicht allein die kanonischen Werke der Musikgeschichte betrifft, sondern ebenso die Musik des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts. Eschenbachs Aufnahmen mit dem Orchestre de Paris erschienen bei Ondine und der Deutschen Grammophon, darüber hinaus gibt es Einspielungen mit dem London Symphony Orchestra (Sony/BMG), den Wiener Philharmonikern (Decca), dem NDR Sinfonieorchester (BMG/Sony & Warner) und der Houston Symphony (Koch), um nur die wichtigsten zu nennen. In den letzten fünf Jahren hat Ondine 16 von der Kritik hoch gelobte CDs mit dem Orchestre de Paris und dem Philadelphia Orchestra unter Eschenbachs Leitung herausgebracht, von denen einige besondere Ehrungen erfahren haben wie »Disc of the Month« des »BBC Magazine«, »Editors Choice« des »Gramophone Magazine«, den »Preis der Deutschen Schallplattenkritik« oder den »MIDEM Classical Award« 2009 in der Kategorie Zeitgenössische Musik (für eine CD mit Werken von Kaija Saariaho, eingespielt mit dem Orchestre de Paris und der Sopranistin Karita Mattila). Seine aktuelle Hindemith-Einspielung mit Midori und dem NDR Sinfonieorchester gewann 2014 den »Grammy Award« in der Kategorie »Best Classical Compendium«.

Von George Szell und Herbert von Karajan gefördert, war Christoph Eschenbach Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Tonhalle-Orchesters Zürich von 1982 bis 1986, musikalischer Direktor der Houston Symphony von 1988 bis 1999, musikalischer Direktor des »Ravinia Festivals« von 1994 bis 2003, künstlerischer Leiter des »Schleswig-Holstein Musik Festivals« von 1999 bis 2002 sowie musikalischer Direktor des NDR Sinfonieorchesters von 1998 bis 2004 und des Orchestre de Paris von 2000 bis 2010. Christoph Eschenbach ist Ritter der Légion d’Honneur, Offizier des französischen Nationalverdienstordens, Commandeur des Ordre des Arts et des Lettres, Träger des deutschen Bundesverdienstkreuzes und Gewinner des »Leonard Bernstein Preises«. 2015 wurde er als Pianist und Dirigent mit dem angesehenen »Ernst von Siemens Musikpreis« ausgezeichnet.