Auftritte im Konzerthaus Dortmund

Enoch zu Guttenberg

Neben seinen Deutungen sinfonischer Musik gilt Guttenberg heute als herausragender Interpret der großen Oratorienwerke zwischen Barock und Romantik. Sein eigenwilliger Stil verbindet Elemente der historischen Aufführungspraxis mit modernem und vitalem Ausdruck. Enoch zu Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Bernhard Paumgartner und Antal Dorati beeinflussten den jungen Musiker maßgeblich. Sein wichtigster Mentor war der Münchner Komponist, Dirigent und politische Essayist Karl von Feilitzsch.1967 gründete Guttenberg die Chorgemeinschaft Neubeuern und führte sie innerhalb weniger Jahre zu internationaler Anerkennung. Gemeinsam wirkten sie bei zahlreichen Festspielen, u.a. in Schwetzingen, bei den »Berliner Festwochen«, den »Salzburger Mozartwochen«, dem »Schleswig-Holstein-Festival«, dem »Rheingau-Musik-Festival« und den »Europäischen Wochen« Passau mit. Tourneen und Gastspielreisen führten nach Frankreich, Italien, Spanien, Schweiz, sowie nach Tschechien, Polen, Österreich (Wiener Musikverein) und Südamerika. Sie erhielten Auszeichnungen wie den »Bayerischen Staatspreis«, den »Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung«, den »Kulturpreis« der Bayerischen Landesstiftung und den »Deutschen Kulturpreis«. Von 1981 bis 1987 leitete Guttenberg, zusätzlich zu seiner Arbeit mit der Chorgemeinschaft Neubeuern, auch den Frankfurter Cäcilienverein.Gastverträge führten ihn zu Dirigaten beim Bach Collegium München, dem Symphonieorchester des Norddeutschen Rundfunks Hamburg, dem Nouvel Orchestre Philharmonique Paris, dem Bayerischen Staatsorchester München, der Deutschen Oper am Rhein, dem Mozarteum Orchester Salzburg, dem Symphonieorchester des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig, dem Saarländischen Rundfunkorchester und den Stuttgarter Philharmonikern.1997 war er Mitbegründer des Orchesters der KlangVerwaltung – der Beginn einer engen, höchst produktiven Zusammenarbeit mit dem Ziel, ein stilistisch orientiertes Orchester zu etablieren. Nach Öffnung der Grenzen intensiviert Guttenberg seine bereits seit längerem bestehende Zusammenarbeit mit Orchestern des ehemaligen Ostblocks. Von 1993 bis 1996 war er Erster Gastdirigent des Orchesters des Mitteldeutschen Rundfunk Leipzig. Verpflichtungen bei Orchestern wie der Sinfonia Varsovia, der Cappella Istropolitana, der Slowakischen Philharmonie Bratislava und vielen anderen Ensembles folgten. Für seine Arbeit wurde er zum Ehrendirigenten der Baltischen Philharmonie Gdansk ernannt und zum Ersten Gastdirigenten der Philharmonie Brünn berufen.Funk- und Fernsehproduktionen sowie CDs bei BMG und SONY dokumentieren Guttenbergs musikalisches Wirken. U.a. erschienen 1996 anlässlich des Bruckner-Jahres bei SONY Classical Bruckners »Te Deum« und die Messe in e-Moll. Seit 1997 veröffentlicht Enoch zu Guttenberg exklusiv bei FARAO Classics. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeitet waren bisher »Ein deutsches Requiem« von Johannes Brahms und das »Weihnachtsoratorium« von J.S. Bach.Zusätzlich zur Musik gilt das politische Engagement in Enoch zu Guttenbergs Familie traditionell als Verpflichtung – sein Vater war der bedeutende Parlamentarier und Staatssekretär Karl Theodor zu Guttenberg. Über seine künstlerische Arbeit hinaus ist er als aktiver Verfechter einer ökologisch orientierten Politik bekannt. Als Mitbegründer des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) und der internationalen Umweltorganisation »Artists United for Nature« stellt er seine Konzerte vielfach in deren Dienst. 1991 wurde er für seine Verdienste um Musik und Umweltschutz mit dem »Bundesverdienstkreuz« Erster Klasse ausgezeichnet. Das 1997 im ZDF ausgestrahlte Fernsehdokument »Dirigieren gegen den Untergang« ist Zeugnis seines eindrucksvollen Engagements.