Gabriela Montero

Gabriela Montero kann etwas, was die meisten anderen Pianisten/innen nicht können. Sie besitzt ein bewundernswertes Talent zur Improvisation, das sie mittlerweile auch zu einem Schwerpunkt ihrer Konzerttätigkeit gemacht hat. In ihren Konzerten lässt sie sich vom Publikum, nachdem sie dieses mit ihrem klassischen pianistischen Können überzeugt hat, stets Melodien oder musikalische Themen aus allen Stilen nennen oder vorsingen, um dann darüber zu improvisieren. Das Publikum liegt ihr zu Füßen, wenn Sie aus Volksliedern, Opernmelodien oder Filmmusiken eine Jazznummer, einen mitreißenden Tango oder eine swingende Ballade macht. Gabriela Montero scheint auf dem Klavier alles zu können. Kritiker und Publikum bewundern sie für diese virtuose Vielseitigkeit.  Geboren wurde Gabriela Montero 1970 in Venezuela. Bereits mit fünf Jahren spielte sie ihr erstes öffentliches Konzert. Mit acht Jahren trat sie zum ersten Mal mit einem Orchester auf und spielte Joseph Haydns D-Dur Klavierkonzert.Daraufhin bekam sie ein staatliches Stipendium mit dem sie in den USA studieren konnte. Dort gewann sie zahlreiche Jugendwettbewerbe, so mit 12 Jahren den Baldwin Wettbewerb und später den AMSA Young Artist International Piano Competition mit Tschaikowskys erstem Klavierkonzert mit dem Cincinnati Symphony Orchestra. Zu ihren Lehrern gehörten Lyl Tiempo und Andrzej Esterhazy. 1994 schloss sie ihr Studium bei Hamish Milne an der Royal Academy of Music in London ab. Die Aufmerksamkeit der internationalen Klavierszene zog sie erstmals 1995 auf sich, als die beim Chopin-Wettbewerb in Warschau den dritten Platz belegte. Seitdem hat sie in zahlreichen renommierten Konzertsälen gespielt, an der Seite von Dirigenten wie Claudio Abbado, James Judd, Tamás Vásáry und Lorin Maazel. Sie gastiert regelmäßig bei bekannten Musikfestivals, wie dem Progetto Martha-Argerich-Festival, dem MDR Musiksommer und dem Schleswig-Holstein Musik Festival. Die Improvisation gehörte von jeher zu Gabriela Monteros künstlerischer Persönlichkeit, jedoch konzentrierte sie sich als Pianistin zunächst auf das virtuose klassische Klavierrepertoire. Erst Martha Argerich, die sie als Meisterschülerin unterrichtete, ermutigte sie, ihr Improvisationstalent auch öffentlich zu zeigen. Seit dem ist sie klassische Pianistin und in allen Stilen bewanderte Improvisatorin zugleich - und widerlegt die häufig anzutreffende Meinung, beide Bereiche würden gegenseitig sich ausschließenAuch ihre bisher veröffentlichten CDs (alle bei EMI Classics) zeigen ihre Vielseitigkeit. 2004 erschien die Doppel-CD »Martha Argerich and Friends« mit Live-Aufnahmen vom Lugano Festival 2003. 2005 veröffentlichte EMI dann eine weitere Doppel-CD. Auf einer Scheibe spielt Gabriela Montero klassische Werke von Rachmaninoff, Chopin und Liszt, die andere CD enthält Improvisationen. Und auch auf ihrer neuesten Aufnahme »Bach & Beyond« (2006) zeigt sie ihr seltenes Talent und improvisiert über Themen von Johann Sebastian BachIm Juni 2006 wurde Gabriela Montero mit dem »Echo Klassik« als Instrumentalistin des Jahres ausgezeichnet. Die junge Pianistin wird in Zukunft sicher noch öfter die Aufmerksamkeit der Pianistenszene auf sich ziehen und hoffentlich wird es dabei auch noch manche improvisatorische Überraschung geben. 2007 wird sie bei der Kölner Musiktriennale auftreten, deren Thema »Improvisation« ist.