Sabine Meyer

Sabine Meyer gehört weltweit zu den renommiertesten Solisten überhaupt. Ihr ist es zu verdanken, dass die Klarinette, oft als Soloinstrument unterschätzt, das Konzertpodium zurückerobert hat.

In Crailsheim geboren, schlug Sabine Meyer nach Studien in Stuttgart bei Otto Hermann und in Hannover bei Hans Deinzer zunächst die Orchesterlaufbahn ein und wurde Mitglied des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Es folgte ein Engagement als Solo-Klarinettistin bei den Berliner Philharmonikern, welches sie jedoch bald aufgab, da sie zunehmend als Solistin gefragt war. In mehr als dreißig Jahren führten sie unzählige Konzerte sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte in alle Musikzentren Europas sowie nach Brasilien, Israel, Kanada, China, Australien, Japan und in die USA.

Sabine Meyer feierte weltweit Erfolge als Solistin bei mehr als dreihundert Orchestern. Sie gastierte bei allen bedeutenden Orchestern in Deutschland und wurde von den führenden Orchestern der Welt engagiert, u. a. von den Wiener Philharmonikern, vom Chicago Symphony Orchestra, London Philharmonic Orchestra, NHK Symphony Orchestra, von den Berliner Philharmonikern, Radio-Sinfonieorchestern in Wien, Basel, Warschau, Prag sowie von zahlreichen weiteren Klangkörpern.

Sabine Meyers besondere Zuneigung gehört der Kammermusik, wobei sie Wert auf eine kontinuierliche Zusammenarbeit legt. In vielfältigen Zusammensetzungen hat sie mit Künstlern wie Juliane Banse, Martin Helmchen, Daniel Hope, Nils Mönkemeyer, dem Hagen Quartett, Modigliani Quartet sowie Schumann Quartett musiziert.

1983 gründete sie mit ihrem Ehemann Reiner Wehle und ihrem Bruder Wolfgang Meyer das Trio di Clarone. Fast vergessene Original-Kompositionen Mozarts sowie bedeutende Werke der Gegenwart bilden das Repertoire; erweitert durch außergewöhnliche Programme, mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Jazzklarinettisten Michael Riessler. Auch außerhalb des Trios gibt es immer wieder neue und ausgefallene Projekte – so entstand mit dem Saxofonquintett Alliage ein witzig-spritziges Programm mit neu arrangierten Klassikern wie Dukas »Zauberlehrling« und Strawinskys »Feuervogel«.

Im solistischen wie im kammermusikalischen Bereich setzt Sabine Meyer sich immer wieder für zeitgenössische Musik ein – so wurden ihr Werke von Jean Françaix, Edison Denisov, Harald Genzmer, Toshio Hosokawa, Niccolò Castiglioni, Manfred Trojahn, Aribert Reimann und Péter Eötvös gewidmet. 2015 spielte sie im Rahmen des »Lucerne Festival« die Uraufführung eines Konzerts von Márton Illés.

Sabine Meyer hat zahlreiche Einspielungen bei EMI Classics gemacht; des Weiteren gibt es Aufnahmen für Deutsche Grammophon, Sony sowie Cavi-Music. Das aufgenommene Repertoire reicht von der Vorklassik bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen und umfasst alle wichtigen Werke für Klarinette. Die jüngsten Veröffentlichungen bei Sony beinhalten zum einen ein Trioprogramm mit Nils Mönkemeyer und William Young, zum anderen das ausgefallene Projekt »Fantasia« mit dem Alliage Quintett.

Neben der achtmaligen Auszeichnung mit dem »Echo Klassik« ist Sabine Meyer Trägerin des »Niedersachsenpreis«, »Brahms-Preis« und »Praetorius Musikpreis Niedersachsen«; sie ist Mitglied der »Freien Akademie der Künste in Hamburg« und bekam den »Ordre des Arts et des Lettres« verliehen. Seit 1993 hat Sabine Meyer eine Professur an der Musikhochschule Lübeck inne.