Antoine Tamestit

Der Bratschist Antoine Tamestit ist international als Solist und Kammermusiker auf höchstem musikalischen Niveau etabliert. Vielbeachtet sind seine tiefgründige und natürliche Musikalität, sein außergewöhnliches technisches Können und die vielgerühmte Schönheit seines farbenreichen und ausdrucksstarken Bratschentons. Als Solist gastiert Antoine Tamestit bei den führenden Orchestern der Welt, darunter das Gewandhausorchester, Chamber Orchestra of Europe, London Symphony Orchestra, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Orchestre de Paris, New Japan Philharmonic und Tonhalle-Orchester Zürich. Zu den namhaften Dirigenten, mit denen er zusammenarbeitet, zählen Sir John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Daniel Harding, Paavo Järvi, Marek Janowski, Louis Langrée, Marc Minkowski, Sir Antonio Pappano und Franz Welser-Möst. 2008 debütierte er unter der Leitung von Riccardo Muti beim »Lucerne Festival« mit den Wiener Philharmonikern.

Gemeinsam mit Frank Peter Zimmermann und Christian Poltéra gründete Antoine Tamestit das Trio Zimmermann. Neben den Tourneen, die das Trio regelmäßig durch Europa führen, widmen sich die drei Musiker den Meisterwerken der Literatur für Streichtrio auch im Rahmen einer regen Aufnahmetätigkeit. Mit Jörg Widmann und Francesco Piemontesi ist Antoine Tamestit ebenfalls in Triokonzerten zu hören. Darüber hinaus teilt er seine Leidenschaft für die Kammermusik mit Musikern wie Leif Ove Andsnes, Nicholas Angelich, Pierre-Laurent Aimard, Emmanuel Ax, Gautier und Renaud Capuçon, Leonidas Kavakos, Gidon Kremer, Emmanuel Pahud, Christian Tetzlaff, Cédric Tiberghien und Streichquartetten wie dem Quatuor Ebène sowie dem Belcea Quartet. Seiner starken Affinität zum Gesang folgend, verbindet ihn auch eine enge Zusammenarbeit mit Sängerinnen wie Anne Sofie von Otter, Sandrine Piau und Christianne Stotijn.

In der Spielzeit 2018/19 zeigt Tamestit seine musikalische Vielseitigkeit unter anderem als Gastsolist beim NDR Elbphilharmonie Orchester unter der Leitung von François-Xavier Roth, auf Tournee mit dem Orchestre de Paris unter Daniel Harding sowie als Artist in Residence beim SWR Symphonieorchester. Dort gestaltet er Konzerte mit großem Sinfonieorchester u. a. mit Teodor Currentzis, Play & Conduct-Formate sowie Kammermusikkonzerte. Gemeinsam mit dem Cembalisten Masato Suzuki ist er in verschiedenen Städten mit einer Auswahl aus Bachs Suiten und seinen Sonaten für Viola und Cembalo zu hören. Konzerteinladungen führen ihn zu bedeutenden Festivals, unter anderem nach Aix-en-Provence, zum »Musikfest Berlin«, »Edinburgh Festival«, »Jerusalem Festival«, »Lucerne Festival«, »Mostly Mozart Festival«, zu den »Salzburger Festspielen« und zum »Verbier Festival«. Seit 2013 ist er gemeinsam mit Nobuko Imai künstlerischer Leiter des »Viola Space Festivals« in Tokio.

Zahlreiche Aufnahmen aus Antoine Tamestits Diskografie wurden mit Preisen ausgezeichnet und von der internationalen Fachpresse mit großem Lob gewürdigt. Seine Einspielung »Bel Canto« mit Cédric Tiberghien im Februar 2017 bildete den Anfang einer engen Zusammenarbeit mit dem Label Harmonia Mundi. Im Februar 2018 erschien dort seine Aufnahme von Widmanns Viola Concerto mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Daniel Harding.

Antoine Tamestit wurde 1979 in Paris geboren und erhielt seine künstlerische Ausbildung bei Jean Sulem, Jesse Levine und Tabea Zimmermann. Er erregte internationale Aufmerksamkeit, als er in kurzer Folge eine Reihe bedeutender Wettbewerbe gewann, darunter die »Primrose International Viola Competition« (Chicago, 2001) sowie der »Internationale Musikwettbewerb der ARD« in München. Darüber hinaus war er BBC New Generation Artist, Laureat des Borletti-Buitoni Trust Awards, wurde bei den »Victoires de la Musique« zur »Révélation Instrumentale de l’Année« ernannt und mit dem Förderpreis des Deutschlandfunks sowie dem »Crédit Suisse Young Artist Award« ausgezeichnet.

Antoine Tamestit spielt eine Viola von Antonio Stradivari aus dem Jahr 1672, die ihm von der Habisreutinger-Stiftung zur Verfügung gestellt wird.