Mariss Jansons

Mariss Jansons, seit 2003 Chefdirigent beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und seit 2004 zudem Chefdirigent des Concertgebouw-Orkest in Amsterdam, wurde im Februar 2009 mit dem österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst als eine der herausragenden Dirigentenpersönlichkeiten der Gegenwart geehrt. 1943 in der lettischen Hauptstadt Riga geboren, studierte Mariss Jansons Violine, Klavier und Dirigieren am (damaligen) Leningrader Konservatorium, wo er sein Examen mit Auszeichnung absolvierte. 1969 setzte er seine Ausbildung in Wien bei Hans Swarowsky und in Salzburg bei Herbert von Karajan fort. Zwei Jahre später siegte er im internationalen »Herbert-von-Karajan-Wettbewerb« in Berlin. Maßgeblich geprägt hat ihn vor allem der legendäre russische Dirigent Jewgenij Mrawinsky, der Jansons 1971 als Assistent zu den Leningrader Philharmonikern (dem heutigen St. Petersburg Philharmonic Orchestra) holte. Jansons blieb dem Orchester, mit dem er weltweit Konzertreisen unternahm, bis 1999 als ständiger Dirigent treu. Von 1971 bis 2000 hatte er darüber hinaus fast 30 Jahre lang eine Professur für Dirigieren am St.-Petersburg-Konservatorium inne.Mehr als zwanzig Jahre lang (1979–2000) war Mariss Jansons Chefdirigent des Oslo Philharmonic Orchestra. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Orchester zu einem der weltbesten sinfonischen Klangkörper. Die erfolgreichen Tourneen führten in alle wichtigen Musikzentren Europas, Amerikas und Asiens, und besonders nach Japan. Unter anderem gab es Auftritte bei den Festspielen von Salzburg und Luzern, beim »Edinburgh Festival«, bei den BBC Proms, im Barbican Centre und der Royal Festival Hall in London, im Wiener Musikverein, im Royal Concertgebouw Amsterdam, in der New Yorker Carnegie Hall und der Suntory Hall Tokio. Daneben war Jansons Musikdirektor des Pittsburgh Symphony Orchestra (1997–2004) und außerdem Erster Gastdirigent des London Philharmonic Orchestra (1992–1997).Mariss Jansons’ mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnete Diskographie bei EMI Classics (seit 1986 als Exklusivkünstler) umfasst ein weit gespanntes Repertoire: so u. a. Werke von Berlioz, Dvořák, Bartók, Mahler, Prokofiew, Rachmaninow, Ravel, Respighi, Schostakowitsch, Sibelius, Strawinsky, Tschaikowsky und Wagner. Berlioz’ »Symphonie fantastique« mit dem Royal Concertgebouw Orchestra gewann den angesehenen niederländischen »Luister«; Dvořáks Fünfte Sinfonie mit dem Oslo Philharmonic Orchestra wurde mit einem »Penguin Award« ausgezeichnet. Die Aufnahmen von Mahlers Erster und Neunter Sinfonie mit den Osloer Philharmonikern (2003) und Mahlers Sechster mit dem London Symphony Orchestra (2004) wurden mit dem »Toblacher Komponierhäuschen« ausgezeichnet – eine besondere Anerkennung für die beste Mahler-Interpretation der Gegenwart.Bedeutende Auszeichnungen erhielt auch der Zyklus der Schostakowitsch-Sinfonien. Die Aufnahme der Siebten Sinfonie mit den (damaligen) Leningrader Philharmonikern gewann 1989 den »Edison«-Preis, mehrfach erhielt Jansons einen »ECHO Klassik« (1999 für die 5. Sinfonie mit dem London Philharmonic Orchestra; 2002 für die 8. Sinfonie mit dem Pittsburgh Symphony Orchestra; 2006 für die Nr. 13 mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks). Die Aufnahme der Sinfonie Nr. 13 erhielt außerdem zwei »Grammys 2006« als Best Classical Album und Best Orchestral Performance. Für das gesamte Schostakowitsch-Projekt wurde Jansons als »Dirigent des Jahres« ausgezeichnet und erhielt auch den »Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik 2006«.Mariss Jansons hat verschiedene Ehrentitel erhalten: So wurde er u. a. 1995 vom norwegischen König in den Rang eines »Kommandanten mit Stern« des Königlichen Norwegischen Verdienstordens erhoben. Damit erhielt er die höchste Auszeichnung, die Norwegen an Ausländer zu vergeben hat. Jansons ist Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und der Royal Academy of Music in London. Außerdem ist Jansons Ehrendoktor der Musikakademien von Oslo und Riga.