Aleksey Igudesman

Aleksey Igudesman wurde in St. Petersburg in sehr jungem Alter geboren. Er hat nie irgendwelche Wettbewerbe gewonnen, hauptsächlich weil er nie teilgenommen hat. Während seiner Studien an der renommierten Yehudi Menuhin Schule las er die gesammelten Dramen von Bernard Shaw, Oscar Wilde und Anton Tschechow, was sein Violinspiel nicht verbesserte (übrigens, er ist Geiger), ihm aber törichterweise ein Gefühl der Überlegenheit gegenüber intellektuell weniger gut ausgestatteten, aber härter übenden Mitschülern gab.Nach Studien bei Boris Kuschnir am Vienna Konservatorium und nachdem ihm viele Menschen viele Male ihre Besorgnis über seine Zukunft ausgesprochen hatten, startete er eine erfolgreiche Karriere als Geiger, Komponist und Arrangeur für sein Streichtrio Triology. Das Trio nahm mehrere CDs für BMG auf, arbeitete in Hollywood mit Oscar-Gewinner Hans Zimmer und trat mit Bobby McFerrin, Julian Rachlin, Janine Jansen und weniger berühmten, aber genauso großartigen Menschen auf.Aleksey Igudesman schreibt viel Musik. Oftmals geht er schreibend zu Bett und steht schreibend auf. Manchmal ist er etwas unsicher in Bezug auf seine Musik – obwohl sie bei Universal Edition verlegt wird – und versucht dies durch Extrovertiertheit wettzumachen. In der Tat sagt sein Psychiater, er sei in vielen Belangen unsicher. Aleksey ist sich dessen nicht so sicher.Noch zu Schulzeiten traf er seinen Igudesman & Joo-Partner Richard Hyung-ki Joo. Nach einigen anfänglichen Differenzen, die andere Leute zwangen, beide daran zu hindern, sich gegenseitig Stühle und Notenständer über den Kopf zu ziehen, bot Joo Igudesman Fish and Chips an, die er einfach nicht ablehnen konnte. Das wiederum führte zu einer langjährigen Zusammenarbeit, die in der Kreation von »A Little Nightmare Music« gipfelte, einer Show mit der sie gemeinsam touren, um Menschen zum Lachen zu bringen.Nachdem Gidon Kremer die beiden einige Male gehört hatte, wollte er bei dem Spaß dabei sein und fragte sie, ob sie Lust hätten, etwas gemeinsam zu machen. Die Antwort war klar und »Being Gidon Kremer« war geboren.Seitdem haben Igudesman & Joo das Skript für die Show wieder und wieder umgeschrieben und sind ziemlich froh, sich endlich auf etwas geeinigt zu haben, das alle zu mögen scheinen. (Naja, bis Gidon mit zehn neuen Ideen kommt, wie man alles auf den Kopf stellen könnte.)Aleksey Igudesman spielt auf einer Violine von Santo Seraphin aus dem Jahr 1717, die ihm freundlicherweise von der Ersten Bank (der nettesten, süßesten, charmantesten und bestaussehenden Bank der Welt) zur Verfügung gestellt wird, da er nicht das nötige Kleingeld hat, sie selbst zu kaufen und die Bank nichts dagegen hat, dass er ein wenig Werbung für sie macht.