Olivier Latry

Der französische Organist Olivier Latry ist nicht nur in Frankreich sondern auch auf den internationalen Bühnen anerkannt als einer der bemerkenswertesten Organisten seiner Generation. Geboren wurde er 1962 in Boulogne-sur-Mer, wo er seine musikalische Ausbildung begann. Später besuchte er die Academy of Music in St. Maur-des-Fossés und studierte dort bei Gaston Litaize.

Von 1981 bis 1985 war Olivier Latry Titularorganist der Cathédrale Saint-Étienne de Meaux. Im Alter von 23 Jahren gewann er den Wettbewerb um eine der drei Titularorganisten-Stellen der Cathédrale Notre-Dame de Paris. Er wurde der Nachfolger Pierre Cochereaus und arbeitete mit Philippe Lefebvre und Jean-Pierre Leguay zusammen. 1990 beerbte er seinen Lehrer, Gaston Litaize, um seine Professur an der Academy of Music in St. Maur-des-Fossés. 1995 bekam er eine Professur am Conservatoire de Paris, die er gemeinsam mit Michel Bouvard innehat.

Olivier Latry, der in mehr als 50 Ländern auf 5 Kontinenten aufgetreten ist, zählt zu den meist beachteten Improvisatoren der französischen Tradition. Darüber hinaus hat er ein besonderes Interesse an zeitgenössischer Musik und brachte Werke der französischen Komponisten Xavier Darasse, Claude Ballif, Thierry Pécout, Vincent Paulet, Thierry Escaich und Jean-Louis Florentz zur Uraufführung. Anfang des Jahres 2000 führte er drei komplette Zyklen der Orgelmusik von Olivier Messiaen, bestehend aus jeweils sechs Konzerten, in der Cathédrale Notre-Dame de Paris, der Church of St. Ignatius Loyola in New York und der St. Paul’s Cathedral London auf. Anschließend spielte er für die Deutsche Grammophon die gesamten Orgelwerke Olivier Messiaens ein.

Latry nahm mehrere CDs auf, darunter Kompositionen von Bach, Widors Sinfonien Nr. 5 und Nr. 6, Viernes Sinfonien Nr. 2 und Nr. 3 und das Gesamtwerk Duruflés. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon spielte er ein für Orgel bearbeitetes Programm mit dem Titel »Midnight at Notre-Dame« und eine CD mit Werken von César Franck ein. Kürzlich nahm er Poulencs Concerto und Barbers Toccata Festiva mit dem Philadelphia Orchestra und Jongens Symphonie concertante mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège auf.

Für seine Leistungen als Orgelspieler und Lehrer wurde ihm 2000 der »Prix de la Fondation Cino et Simone Del Duca« verliehen. Im April 2009 wurde er von der Amercian Guild of Organists zum »International Performer of the year« ernannt.