Avi Avital

Als erster Mandolinist, der für den »Grammy Award« nominiert wurde, ist Avi Avital einer der führenden Botschafter seines Instruments. Durch seine Leidenschaft und seine »explosiv charismatischen« Live-Auftritte (»New York Times«) ist er eine treibende Kraft bei der Neubelebung des Repertoires für die Mandoline. Mehr als 90 Werke sind für ihn geschrieben worden, davon 15 Konzerte. Auch seine Erschließung des Repertoires anderer Instrumente erweitert das Spektrum der Mandoline. Durch seine ansteckende Neugier und den innigen Austausch mit dem Publikum zählt es zu seinen Verdiensten, der Mandoline den Weg auf die große Bühne geebnet zu haben. »Der aufregende Teil, ein klassischer Mandolinist zu sein«, sagt Avital, »ist das weite Feld künstlerischer Freiheit. Wenn ich ein Werk in Auftrag gebe und es mit verschiedenen musikalischen Stilen verbinde, fühlt es sich so an, als bringe ich neue, bisher verborgene Ansichten dieses einzigartigen Instruments ans Tageslicht«.

Avital ist der erste Mandolinen-Solist, der exklusiv bei der Deutschen Grammophon unter Vetrag steht. Für »Vivaldi« (2015) wurde er mit dem »ECHO Klassik« ausgezeichnet. Zuvor wurden bereits seine Bach-Transkriptionen veröffentlicht sowie »Between Worlds« (2014), eine genreübergreifende CD, die die Grenzen der Kammermusik zwischen klassischer und traditioneller Musik auslotet. In seinem jüngsten Album »Avital meets Avital« (2017) verbindet er mit dem Oud- und Bass-Spieler Omer Avital die Finesse der Kammermusik mit der rohen Energie von Jazz und Weltmusik.

Avitals Auftritte elektrisieren das Publikum weltweit, so etwa im National Centre for the Performing Arts in Peking, in der Wigmore und Royal Albert Hall in London, in der Berliner und Pariser Philharmonie, in der Tonhalle Zürich, im Palau de la Música Catalana in Barcelona, im Wiener Konzerthaus, in der Carnegie Hall New York und bei einer »Arte«-Liveübertragung aus dem Schloss Versailles. Er tritt mit renommierten Orchestern auf wie dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Tonhalle-Orchester Zürich, Israel Philharmonic Orchestra, der Dresdner Philharmonie und dem Orchestre Symphonique de Montréal. Dabei entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Zubin Mehta, Kent Nagano, Osmo Vänskä, Ton Koopman und Giovanni Antonini. Er ist regelmäßiger Gast bei internationalen Festivals etwa in Aspen, Salzburg, Tanglewood, Spoleto, Ravenna, Cheltenham und Verbier. Künstlerische Partnerschaften pflegt er u. a. zu Andreas Scholl, Juan Diego Flórez, Dawn Upshaw, Giora Feidman, Ray Chen, David Greilsammer, Mahan Esfahani, Richard Galliano, Ksenija Sidorova, Itamar Doari sowie dem Enso und dem Danish String Quartet.

Höhepunkte der Spielzeit 2017/18 sind u. a. Auftritte mit dem BBC Symphony Orchestra, Chicago Symphony Orchestra, St. Louis Symphony Orchestra, MDR Sinfonieorchester, Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, Venice Baroque Orchestra und der Kremerata Baltica sowie eine USA-Tour mit The Knights. Des Weiteren wird er mit dem Giocoso String Quartet auf Australien-Tour gehen sowie eine Zeitinsel im KONZERTHAUS DORTMUND gestalten.

Avi Avital wurde in Be’er Sheva im Süden Israels geboren. Mit acht Jahren lernte er das Mandolinenspiel und wurde in das aufstrebende Mandolin Youth Orchestra seines charismatischen Lehrers und musikalischen Leiters Simcha Nathanson berufen. Er studierte an der Jerusalem Music Academy und dem Conservatorio Cesare Pollini in Padua, wo er mit Ugo Orlandi das Kernrepertoire für die Mandoline erarbeitete. 2007 gewann er als erster Mandolinist die »Aviv Competitions«. Avi Avital spielt eine Mandoline des israelischen Geigenbauers Arik Kerman.