Quatuor Diotima

Das Quatuor Diotima wurde von Absolventen der Konservatorien in Paris und Lyon gegründet. Sein Name geht zurück auf Luigi Nonos Werk »Fragmente – Stille, an Diotima« und zeigt die Vorliebe des Quartetts für zeitgenössische Musik. Die Musiker sind privilegierte Partner zahlreicher Komponisten wie Helmut Lachenmann, Brian Ferneyhough oder Toshio Hosokawa und vergeben regelmäßig Kompositionsaufträge unter anderem an Alberto Posadas, Gérard Pesson, Emmanuel Nunes oder James Dillon. Ihr Repertoire beschränkt sich aber nicht auf zeitgenössische Werke, sondern geht zurück bis zur Zeit Haydns mit besonderem Fokus auf die späten Streichquartette Beethovens, französische Musik und Werke des frühen 20. Jahrhunderts. Das Quatuor Diotima spielt in den großen Konzertsälen und bei Festivals in ganz Europa. Tourneen führen das Ensemble in die USA, nach Mexiko, Südamerika, Japan und China.

Ein weiteres Betätigungsfeld des Quartetts ist das Aufnehmen von CDs. Bereits fünf davon erhielten die Auszeichnung »Diapason d’Or«: Einspielungen der Werke von Lachenmann und Nono (»Young Talents Prize« 2004), Leoš Janáček (2008), Alberto Posadas (2009), George Onslow (2010) sowie eine Aufnahme der Quartette von Steve Reich, Samuel Barber und George Crumb (2011), die vor kurzem weitere Anerkennung bei der Preisverleihung des »Diapason d’Or de l’année« erhielt. Darüber hinaus hat das Ensemble Porträts von Hosokawa, Schnebel und Chaya Czernowin, Larchers »Madhares« und Werke für Singstimme und Streichquartett von Schönberg, Berg und Webern mit den Solistinnen Sandrine Piau und Marie-Nicole Lemieux eingespielt und veröffentlicht.

Im September 2012 war das Quatuor Diotima Artist in Residence beim »Kunstfest Weimar«, kurze Zeit darauf war es Fellow beim Wissenschaftskolleg zu Berlin. Momentan ist das Ensemble Artist in Residence bei der Fondation Royaumont und am Théâtre d’Orléans. Nach vier Konzerten in der vergangenen Saison mit späten Streichquartetten von Beethoven, Schönberg und Boulez am Théâtre des Bouffes du Nord in Paris spielt das Quartett in der Saison 2013/14 dort abermals drei Recitals. Weitere Highlights der Saison sind Auftritte in der Suntory Hall Tokio, Wigmore Hall London, Villa Medici Rom, im Muziekgebouw Amsterdam, Gulbenkian Auditorium Lissabon, Auditorio Nacional de Música Madrid sowie beim »Takefu Festival«, »Musikfest Berlin«, »Kunstfest Weimar«, »Huddersfield Contemporary Music Festival«, bei den »Klangspuren Schwaz«, der »Cresc Biennale Frankfurt«, »Ars Musica« in Brüssel, bei »Printemps des Arts« in Monte-Carlo und in der Reihe »Musica Viva« in München. Des Weiteren stehen Residenzen in Taiwan und an der University of Minnesota sowie eine China-Tournee an. Die Musiker legen den Fokus weiter auf die späten Beethoven- und Schönberg-Werke sowie frühe Schubert-Kompositionen und erweitern ihre Programme um Bartók-Quartette und aktuelle oder neue Auftragswerke für Diotima von Manoury, Srnka, Lazkano, Posadas, Hosokawa, Ferneyhough und Pesson.

Das Quatuor Diotima wird vom DRAC-Center gefördert und erhält regelmäßig Unterstützung vom Région Centre, vom Institut français, von Spedidam und von Musique Nouvelle en Liberté.