Valer Sabadus

Als »ungeheuer dramatisch, kristallklar, extrem kontrolliert, lyrisch fein«, urteilte die »Süddeutsche Zeitung« über Valer Sabadusʼ Gesangskunst. Der ehemalige Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, der erst vor kurzem seinen Exklusivvertrag bei Sony Classics unterzeichnet hat, gehört heute zu den vielversprechendsten Countertenören seiner Generation.

Valer Sabadus wurde 1986 in Arad (Rumänien) geboren und siedelte mit fünf Jahren nach Deutschland über. Seine erste musikalische Ausbildung erhielt er in den Fächern Geige und Klavier. Im Alter von 17 Jahren begann er seine Studien als Countertenor an der Hochschule für Musik und Theater München bei Prof. Gabriele Fuchs. Seit 2009 war er zudem Mitglied der Bayerischen Theaterakademie August Everding, wo er 2013 die Musiktheater-Meisterklasse mit Auszeichnung abschloss.

Als 23-Jähriger debütierte er 2009 bei den »Salzburger Pfingstfestspielen«: In Jommellis Oper »Demofoonte« gab er den Adrasto unter dem Dirigat von Riccardo Muti und war mit dieser Produktion ebenfalls beim »Ravenna Festival« und an der Opéra National de Paris zu erleben. Dafür wurde er vom internationalen Musikforum »Musical America« als »Künstler des Monats« ausgezeichnet. An der Staatsoper Berlin gab er im Oktober 2011 sein Debüt in »Last Desire«. Weitere Engagements führten ihn 2012 mit Hasses »Didone abbandonata« an die Opéra Royal de Versailles und die Semperoper Dresden, wo er in Martinis Intermezzo »La Dirindina« ebenfalls mit großem Erfolg debütiert hatte. Ende 2012 war er in Leonardo Vincis vielbeachteter Oper »Artaserse« in der Rolle der Semira zu hören. 2013 folgte seine umjubelte Titelrolle in Händels »Xerxes« an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Im Sommer 2013 gab Sabadus zudem beim »Festival International d’Art Lyrique d’Aix-en-Provence« sein Debüt als Menelao in »Elena«. Eine DVD-Gesamteinspielung beim Label Outhere Music wird demnächst erscheinen.

Jüngst erschien seine erste Solo-CD bei Sony Classical – eingespielt von der Hofkapelle München unter der musikalischen Leitung von Alessandro de Marchi. Zudem stehen CD-Aufnahmen mit hauptsächlich unbekanntem Repertoire an, wie: Glucks Oper »La clemenza di Tito« (Sony Classical) und Leonardo Vincis »Catone in Utica« (Decca) – beides Welt-Ersteinspielungen – sowie eine Aufnahme von Bachs Johannes-Passion für Naïve.

Als Oratorien- und Konzertsänger hat sich Sabadus ebenfalls einen Namen gemacht. So konzertierte er etwa in der Alten Oper Frankfurt, beim »Utrecht Early Music Festival« und bei den »Schlossfestspielen Sanssouci«. Darüber hinaus gab er Soloabende in der Kölner Philharmonie, im Salle Gaveau (Paris) und bei Festivals wie »Winter in Schwetzingen« und dem »Mosel Musikfestival«.

Die CD-Aufnahmen »Baroque Oriental«, »Kaffee für den König«, »Café« und »Music for the One God« zeugen von der fruchtbaren Zusammenarbeit mit dem Pera Ensemble. Bei vielen Konzerten konnte das multikulturelle Ensemble, welches europäische Barockmusik mit traditionellen orientalischen Instrumenten verbindet, große Erfolge feiern. Die Diskografie von Sabadus reicht von frühbarocken Werken Monteverdis (»Baroque Oriental«, Berlin Classics), über italienische Sakralmusik (Pergolesis Stabat Mater, OehmsClassics) bis hin zur zeitgenössischen Musik Schneiders (»Im Namen der Rose«, Ambiente). Dafür wurde er mehrfach mit bedeutenden Schallplattenpreisen ausgezeichnet.

Gemeinsam mit dem Pera Ensemble wurde Sabadus für »Baroque Oriental« in der Kategorie »Klassik ohne Grenzen« mit dem »ECHO Klassik« 2012 geehrt. Außerdem erhielt die Ersteinspielung von Vincis »Artaserse« mehrere Auszeichnungen, u. a: den »ECHO Klassik« 2013 in der Kategorie »Beste Operneinspielung des 17. und 18. Jahrhunderts« sowie eine »Grammy«-Nominierung.