Jérémie Rhorer

Jérémie Rhorer entdeckte früh während seiner Zeit im Kinder- und Jugendchor Maîtrise de Radio France seine Berufung zum Orchesterdirigieren und setzte seine musikalische Ausbildung am Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris fort. Bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet begann Jérémie Rhorer namhafte Orchester zu leiten; zudem gründete er mit Le Cercle de l’Harmonie sein eigenes Orchester und widmet sich dem Komponieren. Diese Erfahrungen prägen wiederum seine Dirigate von Repertoire, das von der Klassik über Deutsche Romantik bis zu zeitgenössischer Musik reicht und auch neueste Werke von Thierry Escaich umfasst.

Zu den wichtigsten Orchestern, die Rhorer leitete, gehören u. a. das hr-Sinfonieorchester, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Orchestre national de France, die Bamberger Symphoniker sowie das Yomiuri-Nippon-Sinfonieorchester in Japan. Er gastierte bei den renommiertesten internationalen Festivals wie dem »Festival d’Aix-en-Provence«, den »Salzburger Festspielen«, dem »Glyndebourne Festival« und den »BBC Proms« sowie an den Opernhäusern von Wien, München, Brüssel und Madrid. Er dirigiert regelmäßig das Gewandhausorchester Leipzig und das Philharmonia Orchestra, mit dem er 2014 Poulencs »Dialogues des Carmélites« in einer Produktion von Olivier Py am Théâtre des Champs-Élysées aufführte und dafür den »Syndicat des Critiques Francaise«-Award für die »Beste Opernproduktion« gewann. Die DVD-Aufnahme dieser Inszenierung erhielt ebenfalls mehrere Preise, u. a. 2016 den »BBC Music Magazine Award«. Nach dem Tod Nikolaus Harnoncourts lud das Concentus Musicus Wien Rhorer ein, mit ihm Beethovens »Eroica« und »Pastorale« aufzuführen. Im Mai 2018 wird er erstmals bei den »Salzburger Pfingstfestspielen« Brahms’ Deutsches Requiem dirigieren.

Jérémie Rhorer beweist sich zudem mit einzigartigen Interpretationen von Werken Mozarts, mit denen er dessen dramatischen Genius ergründen will. »Idomeneo«, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »La clemenza di Tito« und »Die Entführung aus dem Serail« gehören bereits zu den Opern, die er mit führenden Orchestern erarbeitet hat und Teil des Mozart-Zyklus sind, den er am Théâtre des Champs-Élysées zur Aufführung bringt.

Als Student von Thierry Escaich entwickelte Rhorer sich auch zu einem bekannten zeitgenössischen Komponisten und gewann für seine Arbeit etwa den »Pierre Cardin Composition Prize« der Académie des Beaux-Arts Paris. Die Arbeit als Komponist neben seiner Tätigkeit als Dirigent brachte ihm 2017 eine Auftragskomposition des Philharmonia Orchestra ein: Für den französischen Pianisten Jean-Yves Thibaudet schreibt er ein Klavierkonzert, das 2020 uraufgeführt werden soll. 2017 wurde Rhorer mit dem Preis des »Musikfest Bremen« ausgezeichnet.