Auftritte im Konzerthaus Dortmund

Olof Boman

Der schwedische Dirigent Olof Boman studierte Orchester- und Chordirigieren an der Königlichen Musikhochschule in Stockholm. In Berlin lebend, führen ihn seine Engagements oft in seine skandinavische Heimat, aber auch um die ganze Welt.
Sein Interesse für die Musik des 18. Jahrhunderts führte über das Studium historischer Aufführungspraxis und Cembalospiel zur intensiven Zusammenarbeit mit namhaften Barockorchestern, darunter die Akademie für Alte Musik Berlin und den Barokksolistene mit Bjarte Eike.
Zu seinen Leidenschaften gehören skandinavische und dabei vor allem schwedische Musik, unabhängig von ihrer Entstehungszeit. So zählen sowohl Joseph Martin Kraus als auch Zeitgenossen wie Sven-David Sandström, Ingvar Lidholm und Thomas Jennefelt zu seinem Repertoire. Die unkonventionelle Verbindung von alter und neuer Musik, das Aufbrechen von programmgestalterischen Konventionen gehören dabei generell zu den besonderen Kennzeichen Bomans.
Als Gastdirigent hat Olof Boman unter anderem mit dem Konzerthausorchester Berlin, den Bremer Philharmonikern, der Kammerakademie Potsdam, dem Norrköping Sinfonie Orchester, dem Aalborg Sinfonie Orchester und den Trondheimsolistene zusammengearbeitet. Ebenso leitete er eine Vielzahl der großen europäischen Chöre wie den Schwedischen Radiochor, den Eric Ericsson Kammerchor, den RIAS Kammerchor, das Vocalconsort Berlin und das Vokalensemble des Dänischen Rundfunks.
Sein umfangreiches Wissen und Interesse an der Vokalmusik machen Olof Boman auch zu einem gern gesehenen Operndirigenten. Er leitete viele Aufführungen in verschieden Ländern, z. B. Semele Walk mit dem Solistenensemble Kaleidoskop und der Modedesignerin Vivienne Westwood in Australien und Südkorea oder Monteverdis Oper »L‘Orfeo« mit der Popsängerin Peaches in der Hauptrolle im HAU 1 in Berlin. Eine Vorstellung, über die eine Kritikerin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb, dass sie mit Abstand die beste, weil wahrste und herzergreifendste Opernproduktion sei, die in dieser Saison in der deutschen Hauptstadt zu erleben war.
In der Spielzeit 2014/15 leitet er neben zahlreichen Konzerten Oreste von Händel am Theater Bremen, wo er letztes Jahr den großen Kritiker- und Publikumserfolg Orlando furioso von Vivaldi dirigierte. Nach der Aufsehen erregenden Aufführung von Joseph Martin Kraus‘ Proserpin bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci 2013 kehrt er nun mit Il giardino d'amore von Alessandro Scarlati in die brandenburgische Landeshauptstadt zurück.
Die Saison bringt auch neue Zusammenarbeiten, z. B. mit dem Chor des Bayrischen Rundfunks und dem Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble.
Olof Boman ist, zusammen mit Isa Katharina Gericke, künstlerischer Leiter der Glogerfestspillene, einem jährlich stattfindenden Musikfestival in Kongsberg, Norwegen. Die langjährige erfolgreiche kreative Festivalarbeit führt auch dazu, dass sie die künstlerische Leitung skandinavischer Veranstaltungen bei verschiedenen Festivals in Europa übernehmen werden.