Michael Nagy

Seine erste musikalische Ausbildung erhielt Michael Nagy bei den Stuttgarter Hymnus-Chorknaben. In Mannheim studierte er Gesang bei Rudolf Piernay und Dirigieren bei Klaus Arp, außerdem Liedgestaltung bei Irwin Gage in Saarbrücken. Seine Ausbildung rundete er in Meisterkursen bei Charles Spencer, Rudolf Piernay und Cornelius Reid ab. 2004 gewann er den »Internationalen Wettbewerb für Liedkunst« der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und startete so seine internationale Karriere.

Der Bariton mit ungarischen Wurzeln war zunächst Ensemblemitglied der Komischen Oper Berlin und wechselte dann an die Oper Frankfurt, wo er sich als Papageno (»Die Zauberflöte«), Guglielmo (»Così fan tutte«), Conte di Almaviva (»Le nozze di Figaro«), Hans Scholl (»Weiße Rose«), Wolfram von Eschenbach (»Tannhäuser«), Valentin (»Faust«), Fürst Jeletzki (»Pique Dame«), Marcello (»La bohème«), Albert (»Werther«), Frank/Fritz (»Die tote Stadt«), Dr. Falke (»Die Fledermaus«), Jason (»Medea«) und mit der Titelrolle in »Owen Wingrave« wichtige Partien seines Repertoires erarbeiten konnte. Wolfram von Eschenbach sang er zwischen 2011 und 2013 bei den »Bayreuther Festspielen«. Daneben führten ihn Gastengagements u. a. an das Opernhaus Oslo, die Deutsche Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper, das Opernhaus Zürich und das Theater an der Wien. Unter dem Dirigat von Sir Simon Rattle gab er bei den »Pfingstfestspielen Baden-Baden« 2013 den Papageno mit den Berliner Philharmonikern. Sein Debüt als Eugen Onegin führte ihn im Herbst 2014 ans Grand Théatre de Genève, eine Partie, die er anschließend auch an der Bayerischen Staatsoper sang. Einen herausragenden Erfolg feierte er in München als Stolzius in Zimmermanns »Die Soldaten« in der von der Kritikerumfrage der »Opernwelt« als »Aufführung des Jahres 2014« gekürten Inszenierung von Andreas Kriegenburg unter der Leitung von Kirill Petrenko. Die letzen Jahre brachten vier Rollendebüts und eine Uraufführung: Hans Heiling in Heinrich Marschners gleichnamiger Oper am Theater an der Wien, Kurwenal (»Tristan und Isolde«) bei den »Osterfestspielen Baden-Baden« 2016 in einer Neuinszenierung von Mariusz Treliński unter der Leitung von Sir Simon Rattle, die Titelpartie in Luigi Dallapiccolas »Il prigioniero« unter Thomas Hengelbrock sowie die Titelpartie in der Uraufführung von »Edward II« des Komponisten Andrea Lorenzo Scartazzini an der Deutschen Oper Berlin unter Thomas Søndergård. Auf der Opernbühne kann man ihn in dieser Saison u. a. in Franz Schrekers »Die Gezeichneten« als Graf Tamare an der Komischen Oper Berlin und als Conte di Almaviva an der Oper Köln erleben.

Weltweit ist Michael Nagy für die Konzert- und Oratorienpartien seines Fachs gefragt. Engagements führten ihn zu den Münchner und Berliner Philharmonikern, zum Konzerthausorchester Berlin, Gewandhausorchester Leipzig, New Japan Philharmonic, NHK Symphony Orchestra, Sydney und Chicago Symphony Orchestra, Royal Concertgebouw Orchestra, Orchestre de Paris sowie zum »Schleswig-Holstein Musik Festival« und den »Salzburger Festspielen«. In der aktuellen Spielzeit ist er u. a. mit Brahms’ Requiem auf der Geburtstagstournee zu Ehren Herbert Blomstedts mit dem Gewandhausorchester Leipzig, mit »Miriways« und der Akademie für Alte Musik Berlin unter der Leitung von Bernard Labadie, mit Fabio Nieders Bearbeitungen von Schubert-Liedern und dem Münchener Kammerorchester, mit Gottfried von Einems »An die Nachgeborenen« und dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Markus Poschner, mit Zimmermanns Ekklesiastischer Aktion und dem SWR Symphonieorchester unter Ingo Metzmacher sowie auf Tournee mit dem Freiburger Barockorchester und Pergolesis »La serva padrona« zu hören. Zu seinen weiteren musikalischen Partnern zählen unter anderem Ádám Fischer, Paavo Järvi, Alan Gilbert, Christoph Eschenbach, Daniel Harding, Christoph von Dohnányi, Philippe Herreweghe, Manfred Honeck und Daniele Gatti.

Besondere Aufmerksamkeit widmet Michael Nagy dem Lied; neben Abenden mit Wolfs »Italienischem Liederbuch« gemeinsam mit Christiane Karg und Gerold Huber in Bonn, Elmau, Graz und Berlin wird er mit Gerold Huber in Köln und Dortmund mit außergewöhnlichen russisch-deutschen Programmen, sowie in Winterthur in kammermusikalischer Besetzung zu hören sein.