Anna Lucia Richter

Anna Lucia Richter entstammt einer großen Musikerfamilie. Als langjähriges Mitglied des Mädchenchors am Kölner Dom erhielt sie seit ihrem neunten Lebensjahr Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen. Im Anschluss wurde sie von Professor Kurt Widmer in Basel ausgebildet und schloss ihr Gesangstudium mit Auszeichnung bei Professor Klesie Kelly-Moog an der Hochschule für Musik und Tanz Köln ab. Weitere Anregungen erhielt sie von Magreet Honig, Edda Moser, Christoph Prégardien und Edith Wiens. Sie gewann bereits zahlreiche internationale Preise; zuletzt wurde ihr im Februar 2016 der prestigereiche »Borletti-Buitoni Trust« verliehen.

Als Konzertsängerin trat sie mit dem Lucerne Festival Orchestra unter Riccardo Chailly, Orchestre de Paris unter Thomas Hengelbrock, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Daniel Harding, London Symphony Orchestra unter Bernard Haitink und Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer auf. Die aktuelle Saison beginnt Anna Lucia Richter mit Mahlers »Des Knaben Wunderhorn« beim »Lucerne Festival« gemeinsam mit Christian Gerhaher und dem Chamber Orchestra of Europe unter Bernard Haitink. Eine Tournee mit demselben Repertoire führt sie im November zum Concertgebouw Amsterdam und nach Luxemburg. Mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock singt sie Mozarts Requiem, mit dem Gürzenich-Orchester unter Hartmut Haenchen Mendelssohn Bartholdys »Lobgesang«. Erstmals steht Beethovens Sinfonie Nr. 9 mit dem Freiburger Barockorchester und Gottfried von der Goltz in Berlin, Stuttgart und Freiburg auf dem Programm. Mit Bachs Kantaten ist sie in dieser Saison mit dem Tonkünstler-Orchester in Grafenegg zu hören, mit dem B’Rock Orchestra bei der »Mozartwoche« in Salzburg sowie im März mit Liedern aus »Schemellis Gesangbuch« und dem »Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach« u. a. mit Georg Nigl im Wiener Konzerthaus. Eine CD mit diesen Werken erscheint diese Saison bei alpha.

Anna Lucia Richter ist mit einem umfangreichen Repertoire in allen großen Liedzentren zu Gast, so bei der »Schubertiade« in Schwarzenberg, beim »Rheingau Musik Festival«, »Heidelberger Frühling«, »Schleswig-Holstein Musik Festival« und in der Londoner Wigmore Hall. Ihr US-Debüt gab sie mit drei Liederabenden in New Yorks Park Avenue Armory, begleitet von Gerold Huber, ein weiteres Recital führte sie in die Weill Recital Hall, wo sie in der Begleitung von Michael Gees ihr viel beachtetes Liederkreis-Programm mit Eichendorff-Vertonungen und –Improvisationen präsentierte. Auch zeitgenössische Vertonungen nimmt sie in ihr Liedprogramm auf: so die Uraufführung des Werkes »Singet leise« von Moritz Eggert und den Zyklus »Ophelia Sings« von Wolfgang Rihm, den er eigens für sie komponierte. In dieser Saison führen sie Liederabende mit Georg Nigl, Gérard Wyss und Wolfs »Italienisches Liederbuch« u. a. nach Stuttgart und Bilbao. Mit Gerold Huber tritt sie mit Schubert, Wolf und Berg in der Münchner Residenz, in den Niederlanden und Vilabertran auf.

Im September ist sie in konzertanten Aufführungen von »La clemenza di Tito« erstmals als Servilia mit dem Ensemble MusicAeterna unter Teodor Currentzis u. a. in Bremen, Genf und Paris zu erleben. An der Oper Köln gastiert sie als Zerlina in »Don Giovanni«. Ihr Opernrepertoire umfasst darüber hinaus Partien wie Barbarina (»Le nozze di Figaro«), Ilia (»Idomeneo«) und Euridice/La Musica (»L’Orfeo«) – letztere interpretierte sie in der viel beachteten Produktion von Sasha Waltz unter Pablo Heras-Casado. Im Mai 2017 feierte sie einen großen Erfolg als Elisabeth Zimmer am Theater an der Wien in Keith Warners Neuproduktion von »Elegie für junge Liebende«.