Schumann Quartett

Das Schumann Quartett ist dort angekommen, wo alles möglich ist, weil man auf Sicherheiten verzichtet. Das schließt auch das Publikum mit ein, das sich Abend für Abend auf alles gefasst machen muss: »So wirklich entwickelt sich ein Werk nur live«, sagen sie, »Das ist ›the real thing‹, weil wir vorher selbst nie wissen, was passiert. Spätestens auf der Bühne fällt jede Imitation weg, man wird automatisch ehrlich zu sich selbst. Dann kann man in der Musik eine Verbindung mit dem Publikum herstellen, kommunizieren.« Die Live-Situation wird in naher Zukunft noch weiter aufgeladen: Sabine Meyer, Menahem Pressler, Albrecht Mayer, Kit Armstrong, Edgar Moreau und Anna Lucia Richter zählen zu den aktuellen Partnern der Vier.

Highlight der Saison 2017/18 ist weiterhin die bereits im Dezember 2016 begonnene, drei Jahre währende Residenz bei der Chamber Music Society des Lincoln Centers in New York.Das Schumann Quartett wird auf USA-Tour gehen und zu Gast bei Festivals in Südamerika, Italien und der Schweiz sowie bei der Salzburger »Mozartwoche« und beim »Mozartfest Würzburg« sein. Konzerte geben die Musiker in den großen Musikmetropolen London, Hamburg, Berlin, Amsterdam, Florenz und Paris. Darüber hinaus sind sie »artisteétoile« bei den Oraniensteiner Konzerten und freuen sich auch wieder auf die zwei Konzerte im Rahmen ihrer Residenz am Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf.

Ihr aktuelles Album »Landscapes«, in dem sie den eigenen Wurzeln nachspüren und Werke von Haydn, Bartók, Takemitsu und Pärt kombinieren, erfreut sich national und international bester Resonanz, wurde u. a. mit fünf »Diapason d’Or« ausgezeichnet und war »Editor’s choice« beim »BBC Music Magazine«. Für ihr vorhergehendes Album mit Werken von Mozart, Ives und Verdi waren sie bereits 2016 als »Best Newcomer« mit dem »BBC Music Magazine Award« ausgezeichnet worden.

Seit ihrer frühesten Kindheit spielen die drei Brüder Mark, Erik und Ken Schumann zusammen. 2012 ist die in Tallinn geborene und in Karlsruhe aufgewachsene Liisa Randalu als Bratschistin dazugekommen. Immer wieder bemerken Außenstehende, wie stark die Bindung zwischen ihnen ist. Die Vier genießen die nonverbale Kommunikation: »Ein Blick, und ich weiß, wie er/sie die Musik in dem Moment spielen möchte.« Unterschiedliche Persönlichkeiten treten deutlicher hervor, gleichzeitig entsteht in jedem musikalischen Werk ein gemeinsamer Raum, findet eine geistige Metamorphose statt. Vielleicht sind diese Offenheit und Neugierde die entscheidenden Einflüsse von Lehrern wie Eberhard Feltz oder Partnern wie Menahem Pressler; weitere sind ihre Veröffentlichungen, das Studium beim Alban Berg Quartett, die Residenz auf Schloss Esterházy sowie der Gewinn des renommierten »Concours de Bordeaux« und des Ponto Preises.

Preise, Lehrer, musikalische Partner – gerne werden Stufen konstruiert, um herzuleiten, warum viele das Schumann Quartett heute zu den besten überhaupt zählen. Die Vier fassen solche Daten eher als Begegnungen auf, als Bestätigung für ihren Weg. Sie empfinden die musikalische Entwicklung der letzten zwei Jahre als Quantensprung. »Wir haben Lust darauf, es bis zum Äußersten zu treiben, zu probieren, wie die Spannung und unsere gemeinsame Spontaneität trägt«, sagt Ken Schumann, der mittlere der drei Schumann-Brüder. Versuche, ihnen einen Klang, eine Position, eine Spielweise zuzuordnen, hebeln sie charmant aus, lassen allein die Konzerte für sich sprechen. Und Kritiker geben ihnen recht: »Feuer und Energie. Das Schumann Quartett spielt umwerfend gut. Zweifellos eine der allerbesten Formationen der jetzigen Quartettblüte – blitzende Virtuosität und Überraschungsbereitschaft« (»Süddeutsche Zeitung«). Ausreichend Raum für nächste Abenteuer.