LUDWIG

2012 wollten sich sechs niederländische Orchestermusiker vorherrschenden Traditionen widersetzen und gründeten ein neues Musikkollektiv. Sie wollten ein Ensemble schaffen, das sich nicht nur künstlerisch, sondern auch in seiner Reichweite und Flexibilität abhebt. Ludwig – der Name bezieht sich natürlich auf den Kulturunternehmer der Klassischen Musik – kann in seiner Besetzung vom Solistenensemble bis zum Sinfonieorchester alles darstellen. Der Traum der Musiker ist wahr geworden: In kürzester Zeit war das Kollektiv, das sich durch furchtlosen Elan und eine zeitgemäße Sicht auf etabliertes Repertoire auszeichnet, in den gesamten Niederlanden bekannt.

Ludwigs Programmgestaltung ist ebenso gründlich durchdacht wie abenteuerlustig. Sein Künstlerischer Leiter Peppie Wiersma bringt Komponisten verschiedener Epochen, Stile und Hintergründe zusammen. Ludwig präsentiert herausragende Musik in bestmöglicher Qualität, macht sich dabei jedoch frei von organisatorischen und Führungsstandards konventioneller Ensembles und Orchester. Einzigartig macht die Musiker zudem, dass sie oft mit dem Publikum interagieren, auswendig spielen, mit unterschiedlichen Präsentationsformen experimentieren, die interdisziplinäre Zusammenarbeit suchen und bemerkenswerte Konzerte konzipieren mit herausragenden Künstlern wie Barbara Hannigan, Lucas & Arthur Jussen sowie Remy van Kesteren.

Im Juli 2015 erhielt Ludwig eine Zuwendung vom renommierten staatlichen Förderprogramm »The Art of Impact« für sein wegweisendes Projekt »Ludwig and the Brain«, das die Wirkung von Musik erforscht. Ludwig entwickelt gemeinsam mit renommierten Wissenschaftlern innovative Darbietungen von Musik, die einen positiven Effekt auf Wohlbefinden und Bildung bestimmter Zielgruppen haben. So initiierte Ludwig 2016 die Reihe der sogenannten »Brainwaves«: interdisziplinäre Veranstaltungen, bei denen die neuesten Entwicklungen zu musikbasierter Gehirnforschung in verschiedenen Fachgebieten präsentiert werden. Unter dem Titel »Music and identity« tourte die erste »Brainwave« durch die Niederlande, 2017 folgte »Music as medicine«. 2018 war »PastPresentFuture« der Entwicklung der elektronischen Musik des 20. Jahrhunderts mit Komponisten wie Moondog, Varèse und Steve Reich bis zu Dance und Techno gewidmet.

Ludwig verbindet eine enge Zusammenarbeit mit der Dirigentin und Sängerin Barbara Hannigan. Im September 2017 hat das Ensemble mit ihr die CD »Crazy Girl Crazy« aufgenommen, die 2018 mit einem »Grammy« ausgezeichnet wurde.

Zukünftige Projekte umfassen das Projekt »Wet Lands« zum Klimawandel und ein Nachwuchsprogramm, in dem junge Künstler zusammen mit Ludwig-Musikern die Musikprogramme der Zukunft entwickeln und spielen. Ludwig wird unterstützt vom Amsterdam Fund for the Arts und Amerborgh.