Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda ist einer der meistgefragten Dirigenten der Welt, gleichermaßen bekannt für seine Dirigate im Konzertsaal und in der Oper. Noseda wurde im Januar 2016 zum siebten Musikdirektor des National Symphony Orchestra ernannt und begann seine vierjährige Amtszeit mit der Saison 2017/18. Er leitet in der Saison 2018/19 zwölf Wochen Abonnementkonzerte mit dem Orchester, sowie ihren ersten gemeinsamen Auftritt in der Carnegie Hall in New York im Mai 2019.

Neben seiner Position beim NSO ist Noseda auch Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra und des Israel Philharmonic Orchestra, Chefdirigent des Orquestra de Cadaqués und künstlerischer Leiter des Stresa Festivals in Italien. Im Juli 2018 ernannte ihn das Zürcher Opernhaus zum nächsten Generalmusikdirektor ab 2021/22. Das Herzstück seiner Amtszeit in Zürich wird ein neuer Ringzyklus sein in der Regie von Andreas Homoki, Intendant der Oper.

Für Noseda ist es wichtig, die nächste Künstlergeneration aufzubauen. Dies zeigen sein konstantes Engagement in Masterclasses und Tourneen mit Jugendorchestern wie dem European Union Youth Orchestra und seine kürzliche Ernennung zum Musikdirektor des neu geschaffenen Tsinandali Festivals und des Pan-Caucasian Youth Orchestra in Tsinandali, Georgien ab Herbst 2019. 

Noseda dirigierte weltweit die wichtigsten Orchester und wurde an die renommiertesten Opernhäuser und Festivals eingeladen. So arbeitete er mit den Berliner Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, der Mailänder Scala, den Münchner Philharmonikern, dem Met Orchestra, New York Philharmonic, NHK Symphony und Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia. Des Weiteren mit dem Orchestre de Paris, Orchestre National de France, Philadelphia Orchestra, Royal Opera House, den »Salzburger Festspielen«, Wiener Philharmonikern, Wiener Symphonikern und dem Opernhaus Zürich. Von 2007 bis 2018 war Noseda als Musikdirektor des Teatro Regio Torino tätig, wo er mit seinen Produktionen, Tourneen, Aufnahmen und Filmprojekten eine neue bahnbrechende, von internationalem Ruf gekrönte Ära prägte.

Gianandrea Noseda hat seit 2002 eine enge Beziehung mit der Metropolitan Opera. Er kehrte in der Saison 2018/19 an die Met zurück für eine Neuproduktion von »Adriana Lecouvreur« mit Anna Netrebko, die Premiere fand am 31. Dezember 2018 im Rahmen der Silvestergala statt. In den letzten Jahren leitete er Gounods »Roméo et Juliette« ab Silvester 2016, und eine gefeierte Neuproduktion von »Les pêcheurs de perles« ab Silvester 2015. Seine vielgerühmte Interpretation von »Prinz Igor« aus der Saison 2013/14 ist auf DVD bei Deutsche Grammophon erhältlich.

Zu den Institutionen, in denen Noseda bedeutende Positionen innehatte, gehören das BBC Philharmonic, das er von 2002 bis 2011 leitete; das Pittsburgh Symphony Orchestra, wo der Victor de Sabata Chair für ihn als Principal Guest Conductor 2010–14 geschaffen wurde; und das Mariinsky Theater in St. Petersburg, das ihn 1997 in die Position des ersten ausländischen Gastdirigenten ernannte, die er für ein Jahrzehnt innehatte. Von 1999 bis 2003 war Noseda Erster Gastdirigent der Rotterdamer Philharmoniker und von 2003 bis 2006 Erster Gastdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI.

Nosedas Diskografie umfasst bisher mehr als 60 CDs, viele seiner Aufnahmen wurden von den Kritikern gefeiert und ausgezeichnet. Nosedas »Musica Italiana« Projekt, das er vor mehr als zehn Jahren initiiert hat, dokumentiert das bislang unterbewertete italienische Repertoire des 20. Jahrhunderts und hat viele Meisterwerke ans Licht gebracht. Am Pult der Wiener Philharmoniker und des Teatro Regio Torino nahm er außerdem Opernalben mit berühmten Sängern wie Ildebrando d’Arcangelo, Rolando Villazon, Anna Netrebko und Diana Damrau auf.

Als gebürtiger Mailänder ist Noseda Cavaliere Ufficiale al Merito della Repubblica Italiana für seinen Beitrag zum künstlerischen Leben Italiens. Noseda wurde zwei Mal zum »Dirigent des Jahres« ernannt, 2015 von Musical America und 2016 im Rahmen der International Opera Awards. Im Dezember 2016 wurde er auserwählt, das Nobelpreiskonzert in Stockholm zu dirigieren.