Die Pianistin Gabriela Montero steht in schwarzer Rüschenbluse vor einem Flügel.
Gabriela Montero © Anders Brogaard

Entwurzelt

Pianistin Gabriela Montero hält Teile einer Klaviermechanik vor und über sich.
Gabriela Montero © Anders Broogard

Wie fühlt es sich an, die Heimat dauerhaft zu verlassen? Wie drücken sich Entwurzelung und Sehnsucht nach dem Herkunftsort in der Musik aus? Ihren Klavierabend widmet Gabriela Montero drei Komponisten mit Migrationserfahrung:  Sergej Prokofiew, Sergej Rachmaninow und Igor Strawinsky. Während Prokofiew einige Jahre in den USA und Frankreich lebte, bevor er in die Sowjetunion zurückkehrte, ging Rachmaninow während des Ersten Weltkriegs ins Exil, lebte zeitweise in der Schweiz und zog dann in die USA. Heimisch wurde er dort nie. Die Sprache erlernte er nur lückenhaft, die Staatsbürgerschaft nahm er erst im Jahr seines Todes an. Strawinsky wiederum zog es in die Ferne und raus aus der gefühlten Enge seiner russischen Heimat. Er lebte lange in Frankreich, wanderte dann kriegsbedingt 1940 in die USA aus. Dort lebte auch die gebürtige Venezolanerin Gabriela Montero für viele Jahre und zog dann nach Barcelona. Ihr Herkunftsland verließ sie ebenfalls aus politischen Gründen, war seit über zehn Jahren nicht mehr dort – zu gefährlich sei es für jemanden, der sich gegen das System auflehnt. Aber sie schweigt nicht, setzt sich stattdessen als Botschafterin von Amnesty International für die Menschenrechte in ihrer Heimat ein und kämpft mit ihren Mitteln: der Musik. Besonders gespannt darf man bei ihrem Konzert in Dortmund darauf sein, ob und wie die Themen Flucht und Migration in ihr Markenzeichen Eingang finden: ihre beeindruckende Fähigkeit zur Improvisation. 

    • So 30.03.2025
    • 18.00 Uhr
    Gabriela Montero am aufgeklappten Flügel sitzend

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Klavierabend

    Klavierabend Gabriela Montero

    Werke von Prokofiew, Rachmaninow und Strawinsky