Foto von Giorgi Gigashvili, der auf einem Hocker sitzt, die Beine überschlagen hat und in die Kamera lächelt. Das Porträt ist in Herzform ausgeschnitten. Im Hintergrund sind Vorhänge und eine Zimmerpflanze zu sehen.
Giorgi Gigashvili © Kelly de Geer

Drei Herzen

Giorgi Gigashvili ist mit 25 Jahren bereits ein viel gefragter Pianist. In eine Schublade lässt sich der Georgier aber nicht stecken. 

Er gehört zu den vielversprechendsten Pianisten der nächsten Generation, räumt hochdotierte, renommierte Preise ab und Klassikstars wie Martha Argerich und Lisa Batiashvili schwärmen in höchsten Tönen von ihm: Giorgi Gigashvili. Dabei standen die Zeichen bei dem Georgier lange auf Gesangs- statt auf Tastenkarriere. Im Alter von sechs Jahren begann er zwar mit dem Klavierspielen, doch er widmete sich vor allem dem Singen und Arrangieren von Popsongs und Volksliedern seiner Heimat. Mit 13 Jahren gewann er sogar die georgische Ausgabe der Castingshow »The Voice«. Trotzdem setzte er seine Klavierausbildung fort – nicht zuletzt wegen seiner Mutter, die ihm die klassische Musik von Kindesbeinen an nahegebracht hatte. Entscheidend war aber 2019 die Begegnung mit seinem großen Idol Martha Argerich, die er beim »Internationalen Klavierwettbewerb Stadt Vigo« kennenlernte, wo die Pianistin in der Jury saß. Gigashvili gewann und Argerich verriet ihm, dass er ihre erste Wahl war: »Das war der Moment, in dem ich wirklich glaubte, dass das, was ich tat, die richtige Entscheidung war.«  

Doch zu Gigashvilis Persönlichkeit gehören noch mehr Facetten. Seine extrovertierte, unkonventionelle Seite nennt er liebevoll Gigasha. Die experimentiert gerne, liebt die Musical-Verfilmung »Dreamgirls«, integriert auch Pop, Elektronik und R ’n’ B in seine Programme und wünscht sich ein 24-Stunden-Konzert im Berliner Technoclub Berghain. Und da ist noch seine georgische Seele, sein Aktivismus für sein Heimatland, der ihn bei Demos für den EU-Beitritt und gegen russische Einflüsse auf die Straße treibt.  

All diese Facetten vereint Gigashvili bei seinem Debüt im Konzerthaus Dortmund: Als Pianist zeigt er seine technische Brillanz, als Gigasha ist er in der Reihe Perlentaucher, die Raritäten und ungeahnte Schätze auf die Bühne bringt, mit Prokofiews »Kriegssonaten«-Trilogie bestens aufgehoben und als Aktivist rückt er die dramatisch aufgewühlte Sonate Nr. 7 in den Fokus, da sie seiner Meinung nach die aktuelle politische Lage in Georgien am besten widerspiegelt. Ein Abend mit Tiefgang-Garantie. 

Text: Nicole Richter

    • Fr 26.09.2025
    • 19.30 Uhr
    Giorgi Gigashvili hockt mit angezogenem Bein auf einem Schemel zwischen Pflanzen

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Für Neugierige

    Klavierabend Giorgi Gigashvili

    Prokofiews »Kriegssonaten«-Trilogie