Menschen wie Igor Levit braucht es in herausfordernden Zeiten. Nicht nur zeigt er neben seiner musikalischen Exzellenz immer wieder eine klare moralische Haltung, die Mut macht und Orientierung bietet. Es gelingt ihm auch in beeindruckender Weise, in Krisenzeiten unbeirrt nach vorn zu blicken und andere Menschen mitzunehmen, ihnen Hoffnung zu spenden und sie ebenfalls zum Handeln zu bewegen.
Deutlich spürt man bei Igor Levit, dass dieses Engagement auf tiefster innerer Überzeugung beruht und es ihm genau deshalb gelingt, so vieles in Gang zu bringen. Während der Corona-Pandemie etwa schenkte Levit mit seinen täglichen Hauskonzerten im Livestream Hunderttausenden Menschen Trost und Gemeinschaft. Er zeigte: Musik kann verbinden, Hoffnung geben und Brücken bauen – auch dann, wenn physische Begegnung unmöglich ist. Für dieses Engagement wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Und er führte so auch scheinbar ganz nebenbei ein junges Publikum wieder an die klassische Musik heran.

Als in Russland geborener säkularer Jude, der Mitte der Neunziger-Jahre als sogenannter Kontingentflüchtling nach Deutschland kam, ist Levit auch von den aktuellen Kriegen und Konflikten gleich mehrfach persönlich betroffen. Und er zeigt auch hier eine sehr differenzierte, klare und empathische Haltung. Levit betont, dass er mit Menschen, die das Existenzrecht Israels anzweifeln, nicht diskutiert, engagiert sich gegen jede Form von Antisemitismus. Er nutzt seine Position in der Öffentlichkeit aber auch, um die Komplexität des Konflikts im Nahen Osten zu verdeutlichen und stellt sich vehement gegen eine pauschale Parteinahme für eine der beiden Seiten, die das Leid auf der anderen Seite relativiert.
Auch seine Konzerte sind daher nicht nur musikalische Höhepunkte, sondern zugleich kraftvolle Bekenntnisse zu einer offenen, solidarischen Gesellschaft. Im Konzerthaus darf man sich am 7. Oktober auf eine emotionale Reise durch die Romantik freuen. Franz Schuberts letzte Klaviersonate in B-Dur entfaltet unter Levits Händen eine berührende Mischung aus Melancholie und Hoffnung. Ihre schwebenden Melodien und subtilen Harmonien führen in eine Welt voller innerer Reflexion und sanfter Wehmut. Schumanns »Nachtstücke« zeichnen sich wiederum durch ihre kontrastreichen Stimmungen aus – von geheimnisvoll flüsternden Passagen bis hin zu leidenschaftlichen Ausbrüchen. Chopins dritte Klaviersonate in h-moll rundet den Abend mit virtuoser Brillanz und dramatischer Tiefe ab. Mit Igor Levits sensibler Interpretation verspricht dieser Klavierabend ein unvergessliches Erlebnis, das die Seele berührt und inspiriert.
Text: Verena Wengorz
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- Di 07.10.2025
- 19.30 Uhr
Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!
Klavierabend
Klavierabend Igor Levit
Werke von Schubert, Schumann und Chopin
- Mitwirkende
- Mitwirkende
- Igor Levit Klavier
- Programm
- Programm
- Franz Schubert Sonate für Klavier B-Dur D 960
- – Pause –
- Robert Schumann »Nachtstücke« op. 23
- Frédéric Chopin Sonate für Klavier Nr. 3 h-moll op. 58
- Frédéric Chopin Nocturne cis-moll op. posth. (Zugabe)
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