Jean Rondeau am Flügel im Konzertsaal des Konzerthaus Dortmund, schräg von unten fotografiert. Über ihm leuchtet der Sternenhimmel der Deckenbeleuchtung.
Jean Rondeau © Sonja Werner

Ode an die Stille

Fünf Auftritte im Konzerthaus Dortmund kann Jean Rondeau bereits für sich verzeichnen, drei davon als Künstler der Reihe »Junge Wilde«. Zweimal präsentierte er dabei bereits ein Werk, das dem 34-Jährigen besonders am Herzen liegt: Bachs »Goldberg-Variationen«. 2023 spielte er sie am Cembalo und damit so, wie Bach es ursprünglich vorgesehen hatte. Weltweit tourte er damit, veröffentlichte auch eine CD und machte sich als versierter Bach-Interpret einen Namen. Jean Rondeau selbst bezeichnete die »Goldberg-Variationen« mal als »Ode an die Stille«. »Ich habe das Gefühl, dass sie für die Stille geschrieben wurden, in dem Sinne, dass sie an die Stelle der Stille treten«, erklärt er. »In den ›Goldberg-Variationen‹ steckt alles von Bach, alle Musik ist darin enthalten und ich werde zweifellos mein Leben damit verbringen, daran zu arbeiten.« Gesagt, getan: Die nächste intensive Auseinandersetzung folgte gemeinsam mit Schlagzeuger Tancrède Kummer und Sounddesigner Silouane Colmet Daâge. Unter dem Titel »UNDR« ließen sie sich von Bachs Meisterwerk inspirieren, erschufen aber eine völlig neue Klangwelt, eingebettet in eine Performance, die Poesie, Szenografie und Inszenierung vereinte und im Mai 2025 auch in Dortmund zu erleben war. Kurz vor Weihnachten kehrt Rondeau wieder zu den ursprünglichen »Goldberg-Variationen« zurück. Im Konzerthaus präsentiert er sie an der Klais-Orgel, die mit ihrer klanglichen Vielfalt und Tiefe wieder völlig neue Dimensionen dieses ikonischen Werks eröffnen wird.

Text: Verena Wengorz

    • Mi 10.12.2025
    • 19.30 Uhr
    Jean Rondeau mit verschränkten Armen, fotografiert im Backstage-Bereich des Konzerthaus Dortmund

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Orgelkonzert

    Orgel im Konzerthaus – Jean Rondeau

    Bach »Goldberg-Variationen«