Die Natur als Leitstern

Ihre Musik komme ganz unmittelbar aus dem Herzen und der Seele der Natur, beschreibt Mari Boine.

Person sitzt vor einer weißen Wand. Trägt eine grüne Jacke, schwarzen Oberteil und auffälligen Schmuck, darunter Armbänder und eine Halskette mit großem Anhänger. Eine Hand ist nahe am Gesicht.
Mari Boine © Gregor Hohenberg

Die norwegische Sängerin samischen Ursprungs verzaubert ihr Publikum mit ihrer Mischung aus Folk, Pop, Jazz, Elektronik und nordisch-indigenen Klängen. Auf ihrem aktuellen Album »ALVA«, mit dem sie Ende Februar im Konzerthaus Dortmund zu Gast sein wird, blickt sie zurück auf ihr bewegtes Leben, ihr Aufwachsen in der Gemeinschaft der Sámi und ihr nach wie vor ungebrochenes politisches Engagement für deren Rechte und den Schutz der Umwelt. Boine, die ursprünglich als Lehrerin arbeitete und seit den 80er-Jahren als Musikerin aktiv ist, legt großen Wert darauf, keine Traditionalistin oder gar Puristin zu sein. Zwar greife sie alte Traditionen aus ihrem Volk auf, schaffe aber etwas ganz und gar Eigenes daraus. So findet man bei ihr selbst geschriebene Lieder in samischer, norwegischer und englischer Sprache. Die ursprüngliche samische Kunst des Joikens, ein kehliger, lautmalerischer und oft textloser Gesang, dient ihr eher als Inspirationsquelle. Spätestens durch ihren Auftritt bei der kirchlichen Hochzeit des norwegischen Kronprinzen Haakon mit Mette-Marit sowie durch ihre Zusammenarbeit mit Peter Gabriel und dem norwegischen Jazz-Saxofonisten Jan Garbarek wurde Mari Boine einem größeren Publikum bekannt.

Text: Verena Wengorz