Das Marmen Quartet posiert vor einem farbenfrohen Vorhang. Die vier Musiker*innen stehen mit ihren Instrumenten – Cello, Viola und Violinen – nebeneinander.
Marmen Quartet © Marco Borggreve

Saiten voller Leidenschaft

Das Marmen Quartet gilt als eine der aufregendsten jungen Stimmen der Kammermusik. Wo immer die Vier auftreten, spürt man sofort diese besondere Mischung aus Leidenschaft, Risikofreude und beinahe telepathischem Zusammenspiel. Sie spielen nicht einfach ein Werk – sie erzählen Geschichten, lassen Gegensätze aufeinanderprallen, suchen nach Brüchen und Lichtungen in der Partitur.

Dabei ist es nicht nur die makellose Technik, die das Publikum fesselt, sondern die Intensität, mit der sich die Musikerinnen und Musiker in den Moment werfen. Bratscherin Bryony Gibson-Cornish hat einmal gestanden: »Ich habe erst in diesem Jahr bemerkt, wie ernst meine Sucht nach der Adrenalindosis des Auftritts ist.« In diesem Satz steckt das Geheimnis des Quartetts: Musik wird hier nicht als Dekoration verstanden, sondern als existenzielles Erlebnis.

Wer den Klang des Marmen Quartets hört, erlebt diese Sucht in klingender Form – mal zart und fragil, mal eruptiv, immer aber voller Dringlichkeit. Es ist, als ob vier Menschen in einem einzigen Atemzug sprechen – miteinander und mit dem Publikum. Dass sie sich für ihr Dortmunder Konzert Werke von Beethoven, Debussy und Bartók ausgesucht haben, passt ins Bild: drei Komponisten, die selbst stets das Risiko liebten und Grenzen überschritten.

Ein Abend mit dem Marmen Quartet bedeutet, die Welt für einen Moment zu vergessen – und sich ganz der Magie zu überlassen, die entsteht, wenn vier Stimmen zu einer einzigen werden. 

Text: Katharina Dröge

    • Mi 26.11.2025
    • 19.30 Uhr
    Das Marmen Quartet mit Instrumenten vor einer grauen Betonwand

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Kammermusik

    Marmen Quartet

    Beethovens letztes Werk und Streichquartette von Bartók und Debussy