Auf den Spuren von Strauß

Gewohnt virtuos und mitreißend lustig spüren Mnozil Brass in ihrem neuesten Programm dem Leben und Werk des »Walzerkönigs« nach.

Mehrere Musiker in festlicher Kleidung posieren mit Streichinstrumenten vor dem goldenen Johann-Strauß-Denkmal in einem Park. Die Gruppe steht auf einer steinernen Plattform unter einem verzierten Bogen.
Mnozil Brass © Maria Frodl

Weit mehr als drei Jahrzehnte lang stehen die sieben Herren von Mnozil Brass schon gemeinsam auf der Bühne und verzaubern ihr Publikum mit Charme, Witz und einer musikalischen Mischung, die keinerlei Grenzen kennt. Blasmusik trifft hier auf Jazz, Pop, Rock, Oper und Operette, Walzer sowie absurd-kabarettistische Gesangseinlagen – und dies mit einem so bahnbrechenden Erfolg, dass die virtuose Combo Scharen begeisterter Fans rund um den Globus hat und regelmäßig Häuser wie die Royal Albert Hall oder das Wiener Burgtheater bis auf den letzten Platz füllt.

Anfang der 90er-Jahre begann alles beim Musikantenstammtisch im »Josef Mnozil«, einem Wirtshaus unweit des Wiener Stephansdoms, wo sich Musikstudierende zu gemeinsamen Jam-Sessions trafen. Aus rund 20 Musikern entstand der harte Kern: das Septett Mnozil Brass. Dass ihre Musik einmal durch die Decke gehen würde, hätte sich seinerzeit wohl kaum jemand träumen lassen. Man spielte auf Hochzeiten, Beerdigungen, Volksfesten oder Empfängen und wurde dabei nicht selten ausschließlich kulinarisch entlohnt. Nebenbei arbeiteten die Sieben zunächst noch in normalen Berufen, hatten für diese aber immer weniger Zeit. 

Harte Arbeit und der ungebrochene Wille, sich nicht verbiegen zu lassen, sei nach Tubist Wilfried Brandstötter ihr Erfolgsgeheimnis. »Uns hat es nie wirklich gekümmert, wie wir irgendwie ins Fernsehen oder ins Radio kommen«, sagt der 55-Jährige. »Wir haben uns unser Publikum erspielt und sprichwörtlich den Staub der Straße geschluckt.« Das ging natürlich nicht ohne Humor und Entertainment: »Die Herausforderung bestand darin, anspruchsvolle musikalische Haltungen zu vereinen und gleichzeitig unterhaltsam zu bleiben«, so Trompeter Thomas Gansch. Diese Haltung teilen sie mit Johann Strauß, dem »Walzerkönig«, dem ihr neues Programm gewidmet ist. Wie kein Zweiter besaß er die Fähigkeit, E- und U-Musik miteinander in Einklang zu bringen. Der Meister des beschwingten Tänzchens im Dreivierteltakt, sowohl von Komponistenkollegen als auch vom sogenannten einfachen Volk glühend verehrt, war ein musikalisches Genie und ein Exzentriker – jede Menge Stoff für einen äußerst unterhaltsamen Abend. 

Text: Verena Wengorz

    • So 25.01.2026
    • 18.00 Uhr
    Mnozil Brass mit Instrumenten vor dem Strauss-Denkmal in Wien

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Chanson & Unterhaltung

    Mnozil Brass

    Strau$$ – Ein Tänzchen zwischen den Stühlen