Robin Ticciati steht im Freien vor einer hellen, unscharfen Wasserlandschaft und trägt einen dunklen Pullover mit gemustertem Schal.
Robin Ticciati © Benjamin Ealavoga

Monumental und mitreißend

Am 20. Dezember entlässt das Konzerthaus mit einem wortwörtlichen Hammer in die Weihnachtstage. Auf dem Programm steht Mahlers monumentale 6. Sinfonie mit ihren berüchtigten »Schicksalshammerschlägen« im Finale. Die Leitung bei diesem Mammutwerk übernimmt mit Robin Ticciati ein Dirigent, der für seine tiefgründige und zugleich frische Interpretation des Mahler-Repertoires bekannt ist.

Die Leidenschaft fürs Dirigieren entdeckte er als 14-Jähriger: Er probte als Zweiter Geiger im National Youth Orchestra of Great Britain unter der Leitung von Colin Davis. Ein Erweckungsmoment: »Ich war völlig überwältigt von seiner Präsenz. Er spielte im Geiste praktisch jedes Instrument vom Dirigentenpult.« Da wusste Ticciati: »Das will ich auch!« Mit Davis und Sir Simon Rattle als Mentoren machte der gebürtige Brite mit italienischen Wurzeln schnell Karriere am Dirigentenpult. Mit gerade einmal 22 Jahren leitete er die Filarmonica della Scala, ein Jahr später gab er sein Debüt bei den »Salzburger Festspielen«. Es folgten viele weitere Einladungen und Festengagements, etwa als Musikdirektor des Opernfestivals von Glyndebourne. 2016 dann der Rückschlag: Bandscheibenvorfall, Rücken-OP, Auszeit. »Da war dieses Gefühl, vielleicht nie wieder dirigieren zu können«, erinnert sich Ticciati. Doch nach etwa einem Jahr konnte er die Bühnen erfolgreich wiedererobern. Ein Glücksfall, auch für das Dortmunder Publikum, das den 42-Jährigen nun zum Jahresende mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, das er sieben Jahre lang leitete, und Mahlers mitreißender Sechster erleben kann.  

Text: Nicole Richter

    • Sa 20.12.2025
    • 19.30 Uhr
    Robin Ticciati dirigierend in einem Konzert mit freudigem Gesichtsausdruck

    Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit!

    Orchesterkonzert

    Deutsches Symphonie-Orchester – Mahler 6. Sinfonie

    Robin Ticciati dirigiert die Sinfonie mit dem Hammerschlag