Donnerstag
08
Mär
2012

Marienzeitinsel mit den großen Werken der Marienmusik

Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble und das Dufay Ensemble interpretieren Werke von Dufay bis Monteverdi

Manchmal ist ein Konzert nicht genug: Bestimmte Themen, Komponisten oder Interpreten verlangen nach mehr Zeit, um sich mit ihnen zu beschäftigen. Diesem Gedanken tragen die »Zeitinseln« am KONZERTHAUS DORTMUND Rechnung. Die christliche Figur der Maria steht im Zentrum der nächsten Zeitinsel vom 15. bis 17. März – ein in seiner dichten Konzeption und Ausformung sicher einzigartiges Festival.

 

Maria, die Mutter Jesu, weint die Tränen der Menschheit seit tausenden von Jahren. Sie ist eine grandiose Projektionsfläche: Maria ist Sinnbild, Metapher, wahrhaftige Mittlerin und Menschenversteherin und daher ideales Objekt für große Musik. Komponisten aller Zeiten haben sich ihrer angenommen, ob voller Demut im Mittelalter oder großartig auffahrend im Barock. Kaum ein anderes Sujet lässt es zu, unter einem Thema über 1000 Jahre Musikgeschichte erlebbar zu machen.

Die dreitägige Marienzeitinsel soll einen Einblick in die Fülle der Marienvertonungen ermöglichen: Sie zeigt, welche Vielfalt, welch großartige Musik Komponisten erdacht haben und die individuellen Wege, die sie zu unterschiedlichen Zeiten gegangen sind.

 

Die Zeitreise beginnt im ersten Konzert mit dem Mittelalter. Das Dufay Ensemble, dessen acht Sänger sämtlich vokale Spezialisten der Alten Musik sind, stellt Werke von Dufay, Josquin, Palestrina und anderen den »Rosenkranz-Sonaten« von Heinrich Ignaz Franz Biber gegenüber. Den virtuosen Solopart an der Violine übernimmt mit Riccardo Minasi einer der Konzertmeister des Balthasar-Neumann-Ensembles, der an anderer Stelle auch als Dirigent tätig wird (Pergolesi: Stabat Mater).

Balthasar-Neumann-Chor und -Ensemble selbst – seit nunmehr 20 Jahren Garanten für außergewöhnliche Programme und höchste musikalische Qualität – kommen am zweiten und dritten Abend zum Einsatz:

Der zweite Konzert der Marienzeitinsel ist Vertonungen des Stabat Mater von Josquin Desprez – der ersten mehrstimmigen Komposition zu dem später so beliebten Text –, Domenico Scarlatti und Giovanni Battista Pergolesi gewidmet.

Ein groß angelegtes Werk für Solisten, Doppelchor und Instrumentalensemble steht im Mittelpunkt des dritten Konzertabends: Claudio Monteverdis berühmte Marienvesper unter der Leitung von Alessandro de Marchi.