Montag
25
Apr
2022
18.30
Kopfnoten – Eine kleine Geschichte musikalischer Feindschaften

Vortrag

Kopfnoten – Eine kleine Geschichte musikalischer Feindschaften

»Westler« gegen »Slawophile« – Die nationale Schule in Russland

EINZELPREISE IN €

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ABONNEMENT SAISON 2021|22

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  • Kopfnoten

MITWIRKENDE:

Michael Stegemann Vortrag


Die Welt der klassischen Musik kann ein Schlachtfeld sein. Es waren oft regelrechte Kriege, die Komponisten und ihre Anhänger gegeneinander führten, auch wenn sie nicht mit Waffen, sondern mit Tönen und Worten im Konzertsaal oder in der Oper ausgefochten wurden, vom Publikum und von der Presse kommentiert und angeheizt. Von heute aus gesehen scheint vieles davon müßig zu sein: der Streit um die prima und seconda prattica des Madrigals, die Opern-Kämpfe im Paris des 18. Jahrhunderts oder die Kampagnen, die Robert Schumann und der Musikkritiker Eduard Hanslick gegen Hector Berlioz und Franz Liszt führten. Andererseits haben diese Konflikte den Gang der Musikgeschichte geprägt und verändert – und ja: manchmal auch bereichert –, und in vielen von ihnen spiegeln sich zeitgeschichtliche und politische Ereignisse wider, die weit über bloß ästhetische Konflikte hinausreichen.

Peter Tschaikowsky und die Brüder Anton und Nikolai Rubinstein meinten, die russische Musik könne ihre Rolle in Europa nur dann finden, wenn sie den Vorbildern des Westens folgt. Alexander Borodin, Modest Mussorgsky, Nikolai Rimsky-Korssakow dagegen – die drei prominentesten Mitglieder des so genannten »Mächtigen Häufleins« – suchten ihren Weg in den eigenen Traditionen: man müsse tief in der schwarzen Erde von »Mütterchen Russland« graben, um die Wahrheit zu finden. Und wie so oft ging es auch hier um politische Strömungen.


VERANSTALTER:

KONZERTHAUS DORTMUND

In Zusammenarbeit mit Orchesterzentrum|NRW