Jordi Savall

Jordi Savall ist ein außergewöhnlicher Fall in der heutigen Musikwelt. Seit über 30 Jahren macht er die Welt mit im Verborgenen und in Gleichgültigkeit vernachlässigten musikalischen Schätzen bekannt: Er studiert sie seit 30 Jahren, liest und interpretiert sie mit seiner Viola da Gamba oder als Dirigent. Dies ist ein unerlässliches Programm für alle, die offene Ohren besitzen. Die Viola da Gamba, ein Instrument von einer Feinheit, jenseits derer es nur die Stille gibt, wurde aus dem Kreis der »happy few«, die sie bewunderten, herausgeholt. Mit den drei Ensembles – Hespèrion XXI, La Capella Reial und Le Concert des Nations –, gegründet mit Montserrat Figueras, entdeckt und schafft Jordi Savall ein von Gefühlen und Schönheit erfülltes Universum und vermittelt es den Millionen von Musikliebhabern aus aller Welt. Er und seine Ensembles gelten als die wichtigsten Fürsprecher vollkommen vergessener Musik. Jordi Savall ist eine der vielseitigsten Persönlichkeiten seiner Generation. Als Konzertsolist, Pädagoge, Forscher und Autor neuer musikalischer und kultureller Projekte gehört er zu den Hauptinitiatoren der gegenwärtigen Aufwertung der historischen Musik. Seine entscheidende Mitwirkung bei Alain Corneaus Film »Tous les Matins du Monde« (»César« für die beste Filmmusik), seine intensive Konzerttätigkeit (140 im Jahr), seine Diskographie (sechs Einspielungen im Jahr) und kürzlich die Gründung von Alia Vox – seiner eigenen Plattenfirma – beweisen, dass die Alte Musik nicht zwangsläufig elitär ist und dass sie auf der ganzen Welt ein immer jüngeres und zahlreicheres Publikum interessieren kann. Wie viele Musiker begann Jordi Savall seine Ausbildung mit sechs Jahren im Kinderchor von Igualada (Barcelona), seiner Geburtsstadt, und vervollständigte sie mit einem Violoncellostudium, das er am Konservatorium von Barcelona (1964) abschloss. 1965 begann er als Autodidakt das Studium der Viola da Gamba und der Alten Musik (Ars Musicae), das er seit 1968 an der Schola Cantorum Basiliensis (Schweiz) vervollkommnete. 1973 folgte er seinem Lehrer August Wenzinger und setzte seine Zusammenarbeit fort, indem er dort unterrichtete und Meisterklassen gab. Er hat mehr als 160 CDs aufgenommen. Unter den Auszeichnungen, die er erhielt, sind hervorzuheben: »Offizier des Ordre des Arts et Lettres« (1988), das Kreuz des Sant Jordi (1990), »Musiker des Jahres« von »Le Monde de la Musique« (1992) und »Solist des Jahres« der »Victoires de la Musique« (1993) und die »Médaille d’Or des Beaux Arts« (1998). Er ist Ehrenmitglied des Wiener Konzerthauses (1999) und bekam die Ehrendoktorwürde der Université Catholique de Louvain verliehen (2002), den »Victoire de la musique« für seine gesamte Laufbahn (2002) und 2003 die Goldmedaille des Parlamentes von Katalonien sowie den Ehrenpreis der Deutschen Schallplattenkritik.  Außerdem bekam er die »Midem Classical Awards« von von 1999, 2000, 2003, 2004 und 2005 verliehen. 2006 wurde das Album »Don Quichote de la Mancha« nicht nur in der Kategorie »Musique ancienne« ausgezeichnet, sondern erregte außerdem Aufsehen mit der Ernennung zur »Disque de l’année« (CD des Jahres).