Philippe Jaroussky

Philippe Jaroussky hat sich mittlerweile als einer der großen Sänger unserer Zeit international etabliert. Mühelos klettert seine Stimme in hohe Sopranlagen und bewältigt virtuoseste Koloraturen nuancenreich und mit schwebender Leichtigkeit. Kein Wunder, dass Philippe Jaroussky bereits zahlreiche Preise erhielt. 2010 bekam er seinen vierten »Victoire de la Musique« als »Sänger des Jahres«. Darüber hinaus war er 2013 nominiert in der Kategorie »Bester männlicher Opernsänger«. Ebenfalls als »Sänger des Jahres« wurde er 2008 mit einem »ECHO Klassik« ausgezeichnet – als erster Countertenor in der Geschichte dieses Preises. 2013 gewann er zusammen mit dem Ensemble Concerto Köln und dem Sänger Max Emanuel Cencic unter der Leitung von Diego Fasolis den »ECHO« für die »Beste Operneinspielung des Jahres« (Vincis »Artaserse«). Zusammen mit dem Venice Baroque Orchestra und Andrea Marcon war sein Album »Farinelli – Porpora Arias« für den »Grammy Award« 2015 nominiert. Ebenfalls 2015 erhielt Philippe Jaroussky den »Händel-Preis« der Stadt Halle sowie den »ECHO Klassik« für die Welt-Ersteinspielung von Agostino Steffanis Oper »Niobe, regina di Tebe«.

Für seine bisherigen über 25 CD-Veröffentlichungen, die exklusiv bei Erato / Warner Classics erscheinen, bekam er u. a. für sein Vivaldi-Album »Heroes« (2007) die »Goldene Schallplatte« in Frankreich überreicht. Des Weiteren wurde diese CD u. a. mit einem »Diapason d’Or«, einem »Choc du Monde de la Musique« und einem »Gramophone Award« ausgezeichnet. Das Album »Carestini – Story of a Castrato« wurde mit einem »Victoire de la Musique« (2008) und einem »Midem Classical Award« (2009) prämiert. 2010 erhielt Philippe Jaroussky einen »Choc de l’année« des französischen Fachmagazins »Classica« für seine Einspielung »Caldara in Vienna« (mit Concerto Köln unter Emmanuelle Haïm). Mit einem »Diapason d’Or« wurde auch die CD »La Dolce Fiamma« (mit Opernarien Johann Christian Bachs) ausgezeichnet. Einen besonderen Erfolg konnte Philippe Jaroussky mit seinem CD-Projekt »Opium« 2009 feiern. Hier singt er Lieder des Fin de Siècle zusammen mit seinem Klavierpartner Jérôme Ducros. 2014 erschien eine Reihe von CDs mit Philippe Jaroussky, u. a. im Januar Pergolesi Stabat Mater mit Julia Lezhneva, I Barocchisti und Diego Fasolis, im Oktober 2014 Vivaldi (»Pietà – Sacred works«) mit seinem Ensemble Artaserse. Dieses Programm war auch im Anschluss an die Veröffentlichung auf einer internationalen Tournee u. a. in Südamerika, Spanien, Deutschland und Frankreich mit großem Erfolg zu hören. 2015 setzten sich die Veröffentlichungen fort: im Januar die Oper »Niobe« von Agostina Steffani mit Opernaufführungen auch im KONZERTHAUS DORTMUND und im Februar das Nachfolgeprojekt von »Opium«: »Green - Mélodies françaises sur des poèmes de Verlaine« mit einer Reihe von Konzerten u. a. in Baden Baden, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Wien.

Schon diese kurze Aufzählung zeigt sein vielfältiges Repertoire. Neben den bekannten Arien der Barockzeit sucht er vergessenes Repertoire, etwa von Antonio Caldara, Johann Christian Bach und Nicola Porpora. Daneben widmet er sich aber auch den französischen Liedern sowie zeitgenössischen Kompositionen. Für Philippe Jaroussky ist u. a. das Werk »Sonnets de Louise Labé« für Countertenor und Orchester von Marc-Andre Dalbavie komponiert worden. 2012 wurde die auch eigens für ihn komponierte Oper »Caravaggio« von Suzanne Giraud uraufgeführt. Im März 2016 wirkte er in einer Uraufführung von Kaija Saarihos »Only the Sound Remains« in Amsterdam mit. Auch dieses Werk hat die Komponistin speziell für seine Stimme geschrieben.

Philippe Jaroussky tritt mit den renommiertesten Barockorchestern auf wie dem Venice Baroque Orchestra, Concerto Köln, Ensemble Matheus, Les Arts Florissants, Les Musiciens du Louvre, Le Concert d’Astrée, Le Cercle de l’Harmonie, Freiburger Barockorchester und Europa Galante unter Dirigenten wie Andrea Marcon, Fabio Biondi, William Christie, Emmanuelle Haïm, René Jacobs, Marc Minkowski, Jérémie Rhorer und Jean-Christophe Spinosi. In der Saison 2015/16 war Philippe Jaroussky Artist in Residence im Konzerthaus Berlin. Während dieser Residenz zeigte er verschiedene Facetten seines Repertoires in fünf Konzertprogrammen von Monteverdi, Pergolesi und Scarlatti bis zum zeitgenössischen Dalbavie mit verschiedenen Partnern. Zudem singt Philippe Jaroussky zum ersten Mal auf Deutsch Kantaten von Bach und Telemann. In der Saison 2016/17 ist Philippe Jaroussky Artist in Residence beim NDR Elbphilharmonie Orchester. Auch hier präsentiert er dem Publikum ein breit gefächertes Repertoire. Auf der Opernbühne konnte man Philippe Jaroussky u. a. 2012 in der Produktion »Giulio Cesare« mit Cecilia Bartoli bei den »Salzburger Festspielen« hören. Die musikalische Zusammenarbeit mit Cecilia Bartoli spiegelt sich in weiteren gemeinsamen Opernproduktionen sowie der gegenseitigen Einladung zu CD-Einspielungen wider (»Farinelli« bzw. »Mission«). 2015 war Philippe Jaroussky in der Rolle des Ruggiero in Händels »Alcina« beim »Festival d’Aix-en-Provence« zu hören. In der Saison 2016/17 singt er diese Rolle in Zürich.

Philippe Jaroussky, geboren 1978, studierte zunächst Violine, Klavier und Komposition an den renommierten französischen Musikakademien von Versailles und Boulogne. Sein Gesangsstudium begann er 1996 bei Nicole Fallien, daran schlossen sich Studien in Alter Musik bei Michel Laplenie und Kenneth Weiss an der Pariser École de Musique National-Régional an. Philippe Jaroussky ist Botschafter für die ISIS Gesellschaft zur Unterstützung von Patienten mit primären Immundefekten.