Auryn Quartett

Das Auryn – so der Name des magischen Amuletts aus Michael Endes Roman »Die unendliche Geschichte« – verleiht seinem Träger Inspiration und hilft ihm, den Weg seiner Wünsche zu gehen. Es wurde Namensgeber für vier junge Musiker, die 1981 beschlossen, ihren künstlerischen Weg fortan als Streichquartett gemeinsam zu gehen. Schon im darauffolgenden Jahr reüssierte das Auryn Quartett beim renommierten »ARD-Musikwettbewerb« in München und beim »Internationalen Streichquartett-Wettbewerb« in Portsmouth.

Die Spielweise des Auryn Quartetts wurde zunächst durch das Studium beim legendären Amadeus Quartett in Köln geprägt. Hier galt das Prinzip eines homogenen, vom leicht dominierenden Oberglanz der ersten Geige gekrönten Ensembleklangs. Während eines Studienaufenthaltes beim Guarneri Quartett legte man hingegen größeres Gewicht auf Transparenz, Trennschärfe und Individualität der Stimmen. Der Ausgleich zwischen diesen gegensätzlichen Musizieridealen wurde zur Feuerprobe für das Auryn Quartett, das rasch in die Spitzengruppe der internationalen Quartettszene aufrückte.

Seither musiziert das Auryn Quartett in international namhaften Sälen wie dem Wiener Musikverein und Konzerthaus, Concertgebouw Amsterdam, der Carnegie Hall und dem Lincoln Center New York sowie der Wigmore Hall London. Auch bei großen Festivals wie in Edinburgh, Lucerne und Salzburg war das Ensemble zu Gast.

In Deutschland ist das Ensemble auf beinahe allen bedeutenden Bühnen aufgetreten, auch im Quartett-Zyklus der Berliner Philharmoniker, bei den »Dresdner Musikfestspielen«, »Ludwigsburger Schlossfestspielen« und dem »Schleswig-Holstein Musik Festival«.

Das Auryn Quartett hat nahezu die gesamte Quartettliteratur bis in die Moderne hinein erarbeitet. Kaum ein anderes Quartett hat ein derart breites Repertoire. Dies belegen eindrücklich Konzertreihen mit der Kammermusik Mendelssohns und Schumanns in Düsseldorf, Aufführungen aller 68 Streichquartette Haydns in Köln und in Padua, eine Schubertiade und eine Brahmsiade in Hamburg und ein Beethoven-Zyklus in der Wigmore Hall in London. Hinzu kommen Ur- und Erstaufführungen von Komponisten wie Brett Dean, Berthold Goldschmidt, Cristóbal Halffter, György Kurtág, Wolfgang Rihm und Matthias Pintscher. Immer wieder hat das Quartett seine Formation um bedeutende Musiker erweitert: Menahem Pressler, Nobuko Imai, Carolin Widmann, Jörg Widmann, Sharon Kam, Tabea Zimmermann, Christine Schäfer, Ruth Ziesak, Alexander Lonquich und Peter Orth zählen dazu.

Als langjähriger Partner hat das Label Tacet zahlreiche CDs des Quartetts veröffentlicht. Nach den Gesamteinspielungen der Streichquartette von Beethoven und Brahms begeisterten die Auryns mit der Aufnahme aller Streichquartette von Joseph Haydn. Diese Edition wurde mit dem »Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik« 2011, sowie deren Volume 1 mit dem »ECHO Klassik« ausgezeichnet. Inzwischen sind Quartette und die Streichquintette von Mozart mit Nobuko Imai erschienen.

Beachtenswert sind die Instrumente des Auryn Quartetts: Matthias Lingenfelder spielt eine Stradivari von 1722 aus dem Besitz von Joseph Joachim, Jens Oppermann die Petrus Guarneri vom Amadeus Quartett, Stewart Eaton eine Amati von 1616 – früher Koeckert Quartett – und Andreas Arndt das Niccolo-Amati-Cello aus Hindemiths Amar Quartett.

Neben seinem Kammermusikfest im oberitalienischen Este hat das Auryn Quartett seit 2010 auch die Künstlerische Leitung der »Musiktage Mondsee« in Österreich übernommen. Ihre Erfahrungen geben die Mitglieder des Auryn Quartetts seit 2003 als Professoren der Musikhochschule Detmold weiter.