Belcea Quartet

Das Belcea Quartet lässt sich nicht von Grenzen einengen. 1994 am Londoner Royal College of Music gegründet, drängt sich eine Verortung nach Großbritannien auf. Mit der rumänischen Violinistin Corina Belcea und dem polnischen Bratschisten Krzysztof Chorzelski bringen jedoch gleich zwei Gründungsmitglieder eine andere künstlerische Herkunft in das Ensemble ein. Wichtige Impulse bekamen sie zudem von ihren Mentoren, Mitglieder des Alban Berg und des Amadeus Quartetts. Dieses Spektrum wird durch die französischen Musiker Axel Schacher (Violine) und Antoine Lederlin (Violoncello) erweitert.

Diese Aufgeschlossenheit spiegelt sich im Repertoire des Belcea Quartets wider. Regelmäßige Uraufführungen – unter anderem von Mark-Anthony Turnages Streichquartetten »Twisted Blues with Twisted Ballad« 2010 und »Contusion« 2014 – gehen gleichermaßen mit einer tiefen Verbundenheit zu Werken der späten Klassik und der Romantik einher. Das Quartett findet stets seine ganz eigene, elegante und feine Interpretation der Werke, die in Konzerthäusern weltweit zu umjubelten Auftritten führt; so u. a. im Royal Concertgebouw Amsterdam, der Wigmore Hall und der New Yorker Carnegie Hall. Auch auf Festivals wie in Salzburg und Aldeburgh sowie der »Schubertiade Schwarzenberg« konzertiert es regelmäßig. Ständige Partner des Quartetts sind Piotr Anderszewski, Till Fellner, Valentin Erben, Ian Bostridge und Matthias Goerne. Das Belcea Quartet teilt sich seit 2010 eine Residenz mit dem Artemis Quartett am Wiener Konzerthaus. Außerdem ist es Quartet in Residence an der Guildhall School of Music and Drama in London. Die Musiker gründeten kürzlich eine eigene Stiftung, deren Ziel die Förderung und die Inspiration junger Streichquartette durch intensive gemeinsame Probenarbeit ist. Außerdem will sie führende zeitgenössische Komponisten durch die Erteilung von Auftragskompositionen unterstützen.

Das Belcea Quartet kann auf eine beeindruckende Diskografie verweisen. Während der langen Kooperation mit EMI Classics hat das Quartett sämtliche Streichquartette von Britten und Bartók sowie Werke von u. a. Schubert, Mozart und Dutilleux eingespielt. 2012 und 2013 haben die Musiker sämtliche Beethoven-Streichquartette für ZigZag Territories, das neue Exklusiv-Label des Ensembles, im Benjamin Britten Studio in Snape, England, aufgenommen. Für diese und vorherige Einspielungen wurde das Belcea Quartet mit bedeutenden Preisen geehrt, u. a. mit dem »Gramophone Award« und dem »ECHO Klassik«.

Die Aufführungen aller Beethoven-Streichquartette im Wiener Konzerthaus 2012 wurde von Mezzo TV übertragen und erschienen im Herbst 2014 auf dem Label EuroArts auf DVD und Blu-ray-Disc, zusammen mit dem Dokumentarfilm von Jean-Claude Mocik über das gesamte Projekt »Auf den Pfaden der Beethoven-Streichquartette«. In der Spielzeit 2015/16 wird dasBelcea Quartet sein 20. Jubiläum unter anderem mit Konzerten in der Wigmore Hall, dem Wiener Konzerthaus, der Berliner Philharmonie, dem Concertgebouw Amsterdam sowie in der Philharmonie de Luxembourg zelebrieren. Auch im Hinblick auf Einspielungen bleibt das Belcea Quartet seinem Ansatz treu, umfassende CD-Sammlungen zu veröffentlichen. So ist die Gesamtaufnahme von Brahms’ Streichquartetten in Planung. Auch die Musik des 21. Jahrhunderts wird zum 20. Jubiläum des Quartetts im Herbst 2015 eine große Rolle spielen, so wird das Belcea Quartet ein neues Streichquartett von Thomas Larcher uraufführen.