Péter Eötvös

Komponist, Dirigent und Lehrer: Der Ungar Peter Eötvös vereint diese drei Rollen in einer hochkarätigen Karriere. Seine Werke finden regelmäßig Eingang in die Programme von Orchestern, Neue-Musik-Ensembles und Festivals weltweit. Als komponierender Dirigent leitet er Projekte mit dem Fokus auf sein Werk in Musikzentren wie Paris, London, Berlin, München, Wien, Tokio, Seoul, Toronto und Los Angeles. Seine Opern »Love and Other Demons«, »Le Balcon«, »Angels in America«, »Lady Sarashina« und »Three Sisters« erfahren zahlreiche neue Produktionen. Seine jüngste Oper, »Die Tragödie des Teufels«, wurde 2010 an der Bayerischen Staatsoper uraufgeführt. In der Saison 2013/14 stehen die Uraufführungen seiner Opern »Paradise Reloaded (Lilith)« und »Golden Dragon« sowie von »Dodici« für 12 Celli und »Da capo« für Zymbal und Ensemble auf dem Programm.

Peter Eötvös’ Dirigentenkarriere ist geprägt von langen Beziehungen zu den renommiertesten europäischen Orchestern und Opernhäusern. Von 1985 bis 2011 war Peter Eötvös verbunden mit dem BBC Symphony und Budapest Festival Orchestra, der Radio Kamer Filharmonie Hilversum, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, den Göteborger Symphonikern und dem Radio-Symphonieorchester Wien. Eötvös ist einer der führenden Interpreten zeitgenössischer Musik. Zwischen 1968 und 1976 trat er häufig mit dem Stockhausen Ensemble auf; von 1971 bis 1979 arbeitete er am Studio für elektronische Musik des WDR in Köln. Auf Einladung von Pierre Boulez wurde er 1978 Musikalischer Leiter des Ensembles intercontemporain.

Seine Lehrtätigkeit ist Eötvös ebenso wichtig wie das Komponieren oder Dirigieren, besonders seine Arbeit an den Musikhochschulen in Karlsruhe und Köln sowie für das International Eötvös Institute und die dazugehörige Stiftung für junge Dirigenten und Komponisten, die er 1991 gründete. Er wird zudem regelmäßig zur Lucerne Festival Academy eingeladen.

Peter Eötvös’ Werke sind von Labels wie Naïve, BIS, BMC, Deutsche Grammophon, ECM, Kairos und Col Legno aufgenommen worden. Er veröffentlicht Kompositionen bei Editio Musica (Budapest), Ricordi (Berlin), Salabert (Paris) und Schott Music (Mainz). Eötvös ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Sächsische Akademie der Künste in Dresden, Széchenyi Academy of Art in Budapest und der Royal Swedish Academy of Music.

Eötvös wurde bereits mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der französische Titel des Officier und des Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres, der ungarische »Kossuth-Preis« und »Bartók-Preis«, der »Music Award« der Royal Philharmonic Society, der Prix »SACD Palmarès« und der »Frankfurt Musikpreis«. Er erhielt den »Cannes Classical Award« und den »Europäischen Kulturpreis« und war zweimal für einen »Grammy« nominiert. Im September 2011 wurde er bei der Biennale in Venedig mit einem »Goldenen Löwen« für sein Lebenswerk geehrt. Seine Einspielung der Violinkonzerte von Bartók, Ligeti und Eötvös mit Patricia Kopatchinskaja mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Ensemble Modern wurden mit dem »Gramophone Award« als Aufnahme des Jahres 2013 und einem »ECHO Klassik« ausgezeichnet.