Teodor Currentzis

Teodor Currentzis ist Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters Stuttgart und Künstlerischer Leiter des Ensembles MusicAeterna und des MusicAeterna Kammerchores. Die Ensembles waren von 2011 bis 2019 am Opern- und Balletttheater Perm ansässig. Im Juli 2019 trat Teodor Currentzis als Künstlerischer Leiter der Oper Perm zurück, um sich darauf zu konzentrieren, MusicAeterna als unabhängiges, privat finanziertes Ensemble zu neuen Höhen zu führen.

Mit MusicAeterna tourt er regelmäßig durch Europa mit Auftritten bei den Berliner Philharmonikern, der Philharmonie de Paris, dem Festspielhaus Baden-Baden, der Mailänder Scala und dem Auditorio Madrid. Sie verbindet eine langjährige Beziehung zu den »Salzburger Festspielen«; zu den Aufführungen in Salzburg zählen eine Neuproduktion von »La clemenza di Tito« unter der Regie von Peter Sellars im Jahr 2017, ein vollständiger Beethoven-Sinfonie-Zyklus im Jahr 2018 mit fünf ausverkauften Konzerten und »Idomeneo« im Jahr 2019 unter der Regie von Peter Sellars in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Barockorchester und dem MusicAeterna Chor. Currentzis und MusicAeterna gaben 2018 ihr »BBC Proms«-Debüt, im Februar 2019 ihr Japan-Debüt mit Konzerten in Tokio und Osaka und 2019/20 in New York im The Shed mit Verdis Requiem zu bewegten Bildern des verstorbenen Filmemachers Jonas Mekas.

Als ehemaliger Künstlerischer Leiter der Oper Perm hat Currentzis mehrere wichtige neue Werke in Auftrag gegeben, darunter Phillipe Hersants »Tristia« (2016), Dmitrii Kourliandskis Oper »Nosferatu« (2014), Alexei Syumaks Oper »Cantos« (2016) und ein Violinkonzert von Sergey Nevsky (2015).

Teodor Currentzis und MusicAeterna sind exklusive Sony-Künstler und haben dort letztes Jahr eine Aufnahme von Beethovens Sinfonie Nr. 7 veröffentlicht. 2017 zeichnete der »ECHO Klassik« die DVD/Blu-ray-Produktion von Purcells »Indian Queen« unter der Regie von Peter Sellers mit Currentzis und MusicAeterna aus, nach einem früheren »ECHO Klassik« 2016 für ihre Aufnahme von Strawinskys »Le sacre du printemps«, die beide bei Sony Classical erschienen sind. 2015 nahmen Teodor und sein Bruder Vangelino Currentzis den Soundtrack der Eröffnungsfeier der European Games in Baku auf und wurden für einen »Emmy Award« in der Kategorie »Outstanding Music Direction and Composition« nominiert. Teodor Currentzis wurde 2008 mit dem Freundschaftsorden der Russischen Föderation ausgezeichnet und erhielt 2016 den renommierten »Kairos-Preis« der Toepfer Foundation. Im selben Jahr kürte die »Opernwelt« Teodor Currentzis für seinen »Macbeth« am Opernhaus Zürich zum besten Dirigenten des Jahres. Currentzis wurde bisher mit sieben »Goldenen Masken« – Russlands renommiertem Theaterpreis – ausgezeichnet, zuletzt 2017 als bester Operndirigent für »La traviata«, eine Opernproduktion der Staatsoper Perm unter der Regie von Robert Wilson.

Im Jahr 2006 verband Teodor Currentzis sein Wissen und seine Leidenschaft für Alte Musik mit zeitgenössischen Komponisten und Neuer Musik und gründete das »Territoria Modern Art Festival«, das sich in kurzer Zeit zum renommiertesten und fortschrittlichsten jährlichen Musikfestival in Moskau entwickelt hat. Seit 2012 kuratiert Teodor auch das »Diaghilew Festival«, das in der Heimat der russischen Geburtsstadt des Komponisten stattfindet.

Russland ist für den gebürtigen Griechen seit Anfang der 1990er-Jahre seine Heimat, als er sein Dirigierstudium am Staatlichen Konservatorium von St. Petersburg bei Professor Ilya Musin begann, dessen Schüler unter anderem die renommierten Dirigenten Odyseuss Dimitriadis, Valery Gergiev und Semyon Bychkov waren.