Mahler Chamber Orchestra und Musiker der MCO Academy am Orchesterzentrum|NRW

In den 15 Jahren seines Bestehens hat sich das Mahler Chamber Orchestra (MCO) zu einem der künstlerisch interessantesten und erfolgreichsten Ensembles des internationalen Musiklebens entwickelt. Als reisendes Orchester ohne festen Sitz ist das MCO rund 200 Tage im Jahr unterwegs. In der Saison 2012/13 gastiert es in 13 Ländern Europas sowie in Japan und Australien. Dabei ist das MCO in den meisten europäischen Hauptstädten und bei zentralen Festivals wie beim »Musikfest Berlin«, »Prague Spring Festival« und der »Salzburger Mozartwoche« präsent. Ein wichtiger Bestandteil im Leben des Orchesters sind die regelmäßigen längeren Aufenthalte in seinen drei Residenzen Ferrara (Italien), Nordrhein-Westfalen (im Verbund der Städte Dortmund, Essen und Köln) sowie jeden Sommer beim »Lucerne Festival«, wo das MCO auch den Kern von Claudio Abbados Lucerne Festival Orchestra bildet. Im Frühjahr 2011 wurde das MCO zum Kulturbotschafter der Europäischen Union ernannt. Mit der MCO Academy und dem Education- und Outreach-Programm MCO Landings engagiert sich das Orchester zunehmend auch im pädagogischen und sozialen Bereich.

Das Mahler Chamber Orchestra wurde 1997 von ehemaligen Mitgliedern des Gustav Mahler Jugendorchesters gegründet, die weiterhin gemeinsam musizieren wollten. Unterstützt von Claudio Abbado bauten sie ihr eigenes Ensemble auf und verfolgen seither ihre Vision eines freien internationalen Orchesters mit höchstem Qualitätsanspruch. Der Durchbruch gelang dem Ensemble bereits wenige Monate später, im Sommer 1998, beim Opernfestival in Aix-en-Provence mit der Aufführung der Mozartoper »Don Giovanni« unter der Leitung von Claudio Abbado. Als das MCO 2008 unter Abbado mit »Fidelio« am Teatro Real in Madrid debütierte, wurde es von »Le Monde« als »das beste Orchester der Welt« bezeichnet.

Neben dem Gründungsdirigenten Claudio Abbado hat vor allem Daniel Harding das MCO geprägt: Er wurde bereits 1998 als 22-Jähriger zum Ersten Gastdirigenten gewählt, 2003 wurde er Musikdirektor und 2008 Principal Conductor. Im Sommer 2011 ernannte das Orchester Daniel Harding einstimmig zum Conductor Laureate. Eine weitere zentrale Stellung nimmt der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes ein, der dem MCO seit 2012 als Artistic Partner verbunden ist. Unter dem Titel »The Beethoven Journey« sind Andsnes und das MCO noch bis 2015 mit einem Beethoven-Zyklus unterwegs, wobei Andsnes das MCO vom Klavier aus leitet. Als weitere künstlerische Partner des Orchesters sind die Dirigenten Esa-Pekka Salonen, Pierre Boulez, Sir John Eliot Gardiner, Sir Roger Norrington, Vladimir Jurowski, Tugan Sokiev und Daniele Gatti sowie die Solisten Martha Argerich, Mitsuko Uchida, Pierre-Laurent Aimard, Janine Jansen, Kolja Blacher, Isabelle Faust, Jonas Kaufmann und Rolando Villazón hervorzuheben.

Zu den herausragenden Projekten der aktuellen Saison zählen das Eröffnungskonzert des »Musikfest Berlin« unter der Leitung von Kent Nagano, die erste Zusammenarbeit mit dem jungen lettischen Dirigenten Andris Nelsons im Januar 2013, eine Mozart-Tour mit Mitsuko Uchida im März 2013 und das Australien-Debüt des Orchesters im Juli 2013.

Das MCO hat unter anderem bei Virgin Classics, Harmonia mundi, Decca und bei der Deutschen Grammophon 24 zum Teil preisgekrönte Alben eingespielt, darunter Opernaufnahmen mit Claudio Abbado und Daniel Harding, Arien-Alben mit Anna Netrebko und Jonas Kaufmann und ein Rachmaninow-Album mit der chinesischen Star-Pianistin Yuja Wang. Zuletzt erschien 2012 bei der Deutschen Grammophon die konzertante Aufnahme des »Don Giovanni« aus Baden-Baden unter der Leitung von Yannick Nézet-Séguin. Im September 2012 erschien bei Sony Classical der erste Teil des »Beethoven Journey« mit Leif Ove Andsnes und den Klavierkonzerten Nr. 1 und 3.