Olli Mustonen

Olli Mustonen nimmt eine einzigartige Stellung in der heutigen Musikszene ein. Der Tradition großer Meister wie Rachmaninow, Busoni und Enescu folgend, kombiniert Mustonen sein musi- kalisches Können als Komponist, Pianist und Dirigent in einem geradezu einzigartigen Gleichgewicht.
Als Solist konzertierte Olli Mustonen mit weltweit führenden Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker, das Cleveland Orchestra, die Münchner Philharmoniker, das New York Philharmonic sowie das Royal Concertgebouw Orchestra. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Daniel Barenboim, Herbert Blomstedt, Pierre Boulez, Valery Gergiev, Nikolaus Harnoncourt, Kurt Masur, Kent Nagano, Esa-Pekka Salonen und Jukka-Pekka Saraste. Neben den großen finnischen Orchestern hat Mustonen u. a. die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das Estonian National Symphony, Jerusalem Symphony, Melbourne Symphony, NHK Symphony Orchestra, das Orchestra della Toscana, die Camerata Salzburg, das Scottish Chamber Orchestra, Tchaikovsky Symphony Orchestra und die Weimarer Staatskapelle dirigiert.
Meilensteine dieser Spielzeit beinhalten Konzertaufführungen mit der Ungarischen National- philharmonie, dem Münchener Kammerorchester und dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden. Sowohl Dirigier- als auch Solistenengagements hat er mit dem Mailänder Symphonieorchester Giuseppe Verdi, dem State Symphony Orchestra »Novaya Rossiya«, der Riga Sinfonietta und der Royal Northern Sinfonia. Er ist mit seinem Quartett für Oboe, Violine, Viola und Klavier auf Deutschlandtournee und bringt sein Klavierquintett beim Festival »O / MOD’RNT« in Stockholm zur Uraufführung. Als Prokofiew-Experte widmet Olli Mustonen sich in dieser Saison einem Großprojekt: Mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra unter Hannu Lintu führte und nahm er alle Klavierkonzerte Prokofiews auf und spielt zwei der Konzerte beim »Baltic Sea Festival«. Den kompletten Zyklus der Klavierkonzerte Prokofiews präsentiert er auch im Helsinki Music Centre, beim »Lille Piano Festival« und beim »Singapore International Piano Festival«.
Im Zentrum von Mustonens Klavierspiel und Dirigat steht seine Arbeit als Komponist. Er ist der festen Überzeugung, dass jede Aufführung die Frische einer Premiere haben sollte, um sowohl Publikum als auch Interpret die Möglichkeit zu geben, dem Komponisten wie einem Zeitgenossen gegenüber zu treten. Trotz dieser an die berühmte Aufforderung Gustav Mahlers erinnernde Auffassung, angesichts der Pflege von Tradition nicht in kreative Untätigkeit verfallen zu dürfen, ist er dennoch gleichzeitig skeptisch gegenüber jeder Interpretation, die sich zum Ziel setzt, sich allein durch Andersartigkeit abzusetzen. Sein ausgeprägter Entdeckersinn führt ihn darüber hinaus stetig in neue Repertoire-Nischen abseits des etablierten Kanons.
Auch seine Aufnahmen reflektieren die künstlerische Bandbreite von Olli Mustonen: Seine bei Decca erschienene CD mit Präludien von Schostakowitsch und Alkan wurde mit dem »Edison Award« sowie dem »Grammophon Award« für die beste Instrumentaleinspielung ausgezeichnet. Im Jahr 2002 unterzeichnete Mustonen einen Vertrag beim finnischen Label Ondine; Neuerscheinungen bei Ondine beinhalten Respighis Concerto in modo Misolidio mit Sakari Oramo und dem Finish Radio Symphony Orchestra sowie eine umjubelte CD mit Klavierwerken von Scrjabin. Zuletzt brachte er mit Steven Isserlis eine Aufnahme seiner eigenen Cellosonate beim Label BIS heraus.