Karina Gauvin

Die kanadische Sopranistin Karina Gauvin ist vor allem für ihr Barockrepertoire bekannt. Bach, Mahler, Britten sowie die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts singt sie mit demselben Erfolg. Sie sang mit bedeutenden Sinfonieorchestern, darunter das Orchestre symphonique de Montréal, San Francisco Symphony, Chicago Symphony Orchestra, New York Philharmonic und Rotterdam Philharmonic sowie viele Barockorchester, wie Les Talens Lyriques, das Venice Baroque Orchestra, die Accademia Bizantina, Il Complesso Barocco, die Akademie für Alte Musik Berlin, das Tafelmusik Baroque Orchestra und Les Violons du Roy. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Charles Dutoit, Michael Tilson Thomas, Michel Plasson, Yannick Nézet-Séguin, Mikko Frank, Teodor Currentzis, Bernard Labadie, Christophe Rousset, Sir Roger Norrington, Kent Nagano und Jérémie Rhorer zusammen.

Sie interpretierte u. a. die Titelpartien in Händels »Alcina« mit Les Talens Lyriques sowie in Conradis »Die schöne und getreue Ariadne« beim »Boston Early Music Festival«. Zudem sang sie Seleuce in Händels »Tolomeo, Re di Egitto« unter Alan Curtis, mit dem sie weitere Händel-Opern etwa für Deutsche Grammophon, EMI Virgin Classics und Naïve aufnahm. Weitere Engagements führten sie mit der Titelpartie in »Tito Manlio« nach Brüssel und London, als Seleuce (»Ezio«) und Cleopatra (»Giulio Cesare in Egitto«) nach Paris und Wien sowie in »Juditha Triumphans« mit dem Venice Baroque Orchestra unter Andrea Marcon ans Concertgebouw Amsterdam. Karina Gauvins Diskografie umfasst fast 50 Aufnahmen und gewann zahlreiche Preise, darunter den »Chamber Music America Award« für ihre CD »Fête Galante« mit Marc-André Hamelin am Klavier, zwei »Grammy«-Nominierungen für Aufnahmen mit dem Boston Early Music Festival Orchestra sowie mehrere »Opus«-Preise. 2016 erschien die von Sony produzierte Aufnahme von »Don Giovanni«, auf der sie als Donna Elvira mit MusicAeterna unter der Leitung von Teodor Currentzis zu hören ist.

Zu ihren letzten Projekten gehören eine Europatournee und eine Aufnahme mit »Ariodante« für EMI Virgin Classics sowie mit »Giulio Cesare in Egitto«, beide mit Il Complesso Barocco  unter der Leitung von Alan Curtis. Mit Michael Tilson Thomas am Pult des San Francisco Symphony sang sie Debussys »Le Martyre de Saint Sébastien« und Mahlers Sinfonie Nr. 2. 2009 nahm sie mit Les Violons du Roy und Jean-Marie Zeitouni Brittens »Les Illuminations« auf. Ihr Album, auf dem sie sich mit Alexander Weimann und dem Arion Orchestre Baroque der von Anna Maria Strada interpretierten Musik widmet, wurde von der Kritik hochgelobt.

Zuletzt sang Karina Gauvin Lia in Debussys »L’enfant prodigue« mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter Mikko Frank (Aufnahme bei Erato), die Titelpartie in »Armide« an der Nationale Opera in Amsterdam, die Prinzessin in Ravels »L’enfant et les sortilèges« mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin sowie Armida in »Rinaldo« beim »Glyndebourne Festival« unter Ottavio Dantone.

Zukünftige Auftritte umfassen etwa Engagements als Merab (»Saul«) beim »Glyndebourne Festival«, Giunone (»La Calisto«) an der Bayerischen Staatsoper und am Teatro Real in Madrid, als Vitellia (»La clemenza di Tito«) auf einer Tournee und am Théâtre des Champs-Elysées in Paris sowie ein Soloprogramm bei den renommierten Liederabenden der Opéra de Lille.